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Reviews

Ghost of Tokyo: Ein Geist, der besser ruhen sollte

Ein klischeebeladenes Action-Spiel in Tokio, das an technischen Mängeln, leerer Welt und uninspirierten Kämpfen scheitert.

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FatimaEzzahra Zouhoum
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SPIEL Ghost of Tokyo
ENTWICKLER Ghost of Tokyo
PUBLISHER Ghost of Tokyo
RELEASE 28. Mai 2026
PLATTFORMEN: PC

Ein Samurai im Neon-Dschungel

Ghost of Tokyo verspricht ein düsteres Samurai-Abenteuer im neonbeleuchteten Tokio der Gegenwart, und scheitert grandios an der Umsetzung. Kaum fünf Minuten nach dem Tutorial steckt der Spieler in einem Ladebildschirm fest. Der Grund: Die Open World ist in neun Distrikte unterteilt, die jeweils nachgeladen werden. Kein schnelles Reiten, keine durchgängige Stadt. Stattdessen: Warten. Wieder warten.

Kampfsystem: Ein rostiges Katana

Der Kampf basiert auf drei Schwertstilen (Erde, Wind, Wasser), die gegen unterschiedliche Gegnertypen wirken sollen. In der Praxis unterscheiden sich die Stile nur durch eine einzige Spezialattacke mit langem Cooldown. Die Parade funktioniert nur, wenn der Spieler eine Sekunde vor dem Treffer die Taste hält, eine unfaire Verzögerung, die jeden Rhythmus zerstört.

Technik: Wo Licht ist, ist auch Schatten

Die Grafik nutzt die Unreal Engine 4, liefert aber auf mittleren Einstellungen selbst auf einer RTX 3070 nur 40–50 FPS. Dazu kommen Clipping-Fehler: Der Mantel des Protagonisten ragt durch Wände, und NPCs laufen mitten durch Tische. Ein Highlight: Die Regen- und Nebeleffekte sehen in Shibuya tatsächlich beeindruckend aus, für etwa zehn Minuten. Danach wiederholt sich die gleiche Straßenkulisse.

Story & Welt: Leere Versprechen

Die Handlung dreht sich um einen Geist, der die Seelen von Yakuza-Bossen sammeln muss. Klingt spannend? Wird es nicht. Die Dialoge sind hölzern, die Charaktere austauschbar. Ein Beispiel: Der erste Boss, „Dämon von Shinjuku“, stirbt nach drei monotonen Phasen, ohne Hintergrundgeschichte. Die Nebenquests bestehen zu 70 % aus Botengängen: „Bring Objekt A zu Person B.“ Keine Entscheidungen, keine Konsequenzen.

Sound & Musik: Lichtblicke mit Macken

Der Soundtrack mischt traditionelle japanische Instrumente mit elektronischen Beats. Das funktioniert erstaunlich gut in Kämpfen. Die japanische Synchronisation ist erstklassig, Schade, dass die englische Fassung wie eine Auto-Übersetzung klingt. Leider wiederholt sich die Musik nach fünf Stunden, und die Umgebungsgeräusche (Vögel, Verkehr) sind oft asynchron zur Animation.

Fazit: Ein Geist, der keinen Frieden findet

Ghost of Tokyo hat gute Ideen, die Athmosphäre einzelner Straßen, die Sprachausgabe, die schnellen Ladezeiten. Doch diese Lichtblicke werden von einer Flut technischer Patzer, einem lieblosen Kampfsystem und einer leeren Welt erstickt. Wer ein solides Samurai-Spiel sucht, greift lieber zu „Ghost of Tsushima“ oder „Sekiro“. Dieses Tokio bleibt ein Touristenfalle.

3.5
/10
MAESSIG

+ PRO

  • +Authentische japanische Sprachausgabe mit namhaften Synchronsprechern
  • +Atmosphärische Regen-Effekte in Shibuya erzeugen kurzzeitig Stimmung
  • +Schnelle Ladezeiten zwischen den Distrikten (unter 5 Sekunden)
  • +Waffenauswahl mit Katana, Tanto und Bō-Stab gibt optionale Abwechslung
  • +Achievement-System belohnt das Finden aller 50 versteckten Kisten

- CONTRA

  • -Kamera klemmt in engen Gassen regelmäßig an Gebäudekanten fest
  • -Gegner-KI reagiert erst nach 2–3 Sekunden auf Angriffe, selbst auf Schwierigkeitsgrad „Schwer“
  • -Hauptstory endet mit einem Cliffhanger, der nie aufgelöst wird, kein DLC angekündigt
  • -Quest-Marker führen oft in Sackgassen oder durch unpassierbare Zäune

FAZIT

Ein ambitioniertes Projekt, das an technischen Mängeln, uninspiriertem Quest-Design und einer lieblosen Welt zugrunde geht.

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