Marathon: Nostalgie getestet – Retro-Shooter mit Altlasten?
Marathon für PC, PS5 und Xbox Series S/X kombiniert klassischen Shooter-Gameplay mit moderner Technik, birgt aber verborgene Probleme, die es nicht ganz zu einem Meisterwerk macht.
Introduction
Marathon erscheint 2024 als moderner Retrospektive auf die 90er-Jahre-Shooter, die Epoche der Doom und Wolfenstein 3D. Entwickelt von einer kleinen Studios sucht das Spiel, die Nostalgie für komplexe Level-Designs und hektische Rampen zu heben, ohne aber neue Ideen zu bringen. Zuerst muss man sagen: Die Produktion ist präzise. Die Grafik kombiniert pixelartige Details mit modernen Texturen, die die Umgebung lebendig machen – von düsteren Raumbasen zu überladenen Alien-Lager. Der Soundtrack, eine Mischung aus rhythmichen Trommeln und düsteren Melodien, erinnert an die Ahoren von klassischen Shooter und wirkt sofort vertraut.
Gameplay
Der Gameplay orientiert sich strikt an der Heritage: Schnelles Bewegen, Treffen mit Pistolen, Schrauben und Geschützen, und kurze Level, die man in 10-15 Minuten durchstreichen kann. Die Steuerung ist flüssig, auch auf Konsolen – bei PS5 und Xbox Series S/X spürt man die DualSense-Haptic Feedback, die die Schüsse und Explosionen zustimmend unterstreicht. Kampf gegen Aliens und mechanische Wesen ist primär about Reflexe: Einfache Enemy-Typen (langsame Riesen, fliegende Scout) machen den Einstieg leicht, aber später treten schwierigere Varianten auf – leider fehlt eine klare Progressionskurve. So bleibt der Gameplay manchmal monoton: Man sammelt Schlüssel, öffnet Türen, geht durch gleiche-looking Räume, bis man zum Boss kommt.
Technik und Design
Technisch ist Marathon stabil – keine Crashs, akzeptable Ladezeiten (auch auf Xbox Series S). Die Levels haben Details, die sich rein optisch lohnen: Leuchtende Alien-Geschlechter, zerfallene Schiffe mit beweglichen Elementen (z. B. schwebende Plattformen). Der Chorale-Soundtrack ist das Highlight: Er passt perfekt zum Gameplay und bleibt merklich, auch wenn man den Sound leise stellt.
Schwachstellen
Allerdings hat das Spiel erhebliche Mängel. Die AI der Gegner ist unkonsequent: Einige reagieren auf jede Waffe, andere ignorieren Schüsse in der Nähe. Boss-Luthen sind gut konzipiert, aber ihre Kampagnen wiederholen sich zu oft – man merkt schnell, dass es sich um einfache Varianten handelt. Ein weiteres Problem: Die Geschichte fehlt an Tiefe. Texte zu Aliens und der Mission sind unterentwickelt, man versteht nicht viel über das Setting, was die Motivationen der Charaktere schwächt. Abschließend fühlt man es an, dass Marathon mehr eine Hommage als ein eigenständiger Titel ist – ohne neue Ideen, die die klassischen Mechaniken verbessern, wird es schnell langweilig.
Fazit
Marathon ist ein liebevoll gearbeiteter Retro-Shooter, der die Anforderungen der Vergangenheit haut, aber nicht übersteigt. Retro-Fans werden die Nostalgie genießen, aber für Spieler, die nach innovation suchen, wird es wahrscheinlich zu langweilig. Mit einer 4.5/10 ist es ein solides Unterfangen, aber keineswegs unbedingt necessary.
+ PRO
- +Kombiniert Pixel-Art-Details mit modernen Texturen
- +Düstere Raumbasen Umgebungs-Detail
- +Überladene Alien-Lager Umgebungs-Detail
- +Rhythmische Trommeln im Soundtrack (Nostalgie)
- +Düstere Melodien im Soundtrack (Nostalgie)
- CONTRA
- -Keine neuen Ideen im Genre
- -Hektische Rampen wirken veraltet
- -Gameplay streng an Heritage orientiert
- -Kurze Level (Potenzial nicht ausgeschöpft)
FAZIT
Ein gemischtes Paket – Retro-Fans werden freuen, andere sollten vorsichtig sein.
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