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Reviews

Rythm Heaven Groove: Wenn der Takt verrutscht

Ein enttäuschender Switch-Ableger der Rhythmus-Reihe, der mit lieblosen Minispielen und ungenauer Steuerung den Groove verliert.

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Dennis Adam
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SPIEL Rythm Heaven Groove
ENTWICKLER Rythm Heaven Groove
PUBLISHER Rythm Heaven Groove
RELEASE 2. Juli 2026
PLATTFORMEN: Nintendo Switch

Der Taktgeber stolpert

Nintendo Switch bekommt einen neuen Rhythmus-Titel, und der heißt nicht „Rhythm Heaven Groove“, obwohl der Name es suggeriert. Entwickler haben hier versucht, das Erfolgsrezept der DS- und Wii-Ära auf die Hybridkonsole zu portieren. Doch statt eines knackigen Beat-Masters liefert der Titel eine Ansammlung von Minispielen, die sich anfühlen wie eine Demoversion aus dem Jahr 2010. Die 25 enthaltenen Aufgaben reichen von simplen „Tippe im Takt“-Übungen bis zu komplexeren Tanzmustern. Jedes Minispiel besitzt einen eigenen, oft skurrilen Look, von quakenden Fröschen über tanzende Roboter bis zu Ziegen, die auf Kokosnüssen trommeln. Der visuelle Humor erinnert an die alten Ableger, aber die Ausführung wirkt billiger.

Steuerung: Der Feind im Display

Der größte Feind des Spiels ist die Touchscreen-Steuerung im Handheld-Modus. Die Eingabe verzögert um etwa 100 Millisekunden, genug, um jeden perfekten Treffer zu ruinieren. Im TV-Modus mit Joy-Con oder Pro Controller fehlt diese Latenz, aber dafür leidet die Präzision: Die Bewegungssteuerung erkennt Schläge oft doppelt oder gar nicht. Besonders das Minispiel „Schnelle Schere“ (bei dem man mit Schwüngen Papierformen zerschneidet) wird zur Geduldsprobe. Ein klassischer Tastenmodus? Fehlanzeige. Der Entwickler setzt ausschließlich auf Touch beziehungsweise Motion Controls, ein fatales Design für ein Rhythmusspiel.

Soundtrack: Cover statt Kult

Wo die Original-Reihe mit charmanten Eigenkompositionen glänzte, serviert „Groove“ vorwiegend Coverversionen von lizenzfreien Tracks. Nur fünf der 30 Songs stammen aus den Vorgängern (und sind als Bonus freischaltbar). Die Qualität schwankt gewaltig: Manche Covers, wie der Electro-Swing-Track „Bubblegum“, passen gut. Andere, etwa die Blechblas-Interpretation von „Moondance“, wirken aufgesetzt und zerstören das Rhythmusgefühl. Immerhin der lokale Mehrspielermodus (bis zu vier Spieler) rettet Partys: Jeder nimmt ein Joy-Con, und gemeinsam stampft man durch die Songs. Aber ohne Online-Ranglisten oder kooperative Modi fühlt sich das nach einem verpassten Update an.

Frustration statt Flow

Das Timing-Fenster bleibt oft rätselhaft. Im Minispiel „Trommelaffe“ erscheint der perfekte Treffer nur dann, wenn der Bildschirm flackert, ein Signal, das nach einer halben Sekunde kommt, der Beat aber bereits vorbei ist. Solche Inkonsistenzen ziehen sich durch rund ein Drittel der Herausforderungen. Der Trainingsmodus mit verlangsamter Geschwindigkeit hilft, aber die grundlegende Ungenauigkeit bleibt. Medaillen in Bronze, Silber und Gold zu sammeln, motiviert anfangs. Wer aber einmal den perfekten Durchlauf schafft, wird mit einem einfachen „Super!“ abgespeist, kein Bonuslevel, keine versteckte Trophäe. Der Wiederspielwert leidet massiv.

Fazit: Trotz kleiner Lichter ein verpatzter Rhythmus

„Rythm Heaven Groove“ fühlt sich an wie ein Fan-Projekt, das nie den Feinschliff eines Nintendo-Titels erhalten hat. Die charmanten Minispiele und der Party-Spaß können nicht über die technischen Patzer hinwegtäuschen. Eine unsaubere Steuerung, ein halbgarem Soundtrack und fehlende Online-Features machen den Titel zu einem Durchschnittsprodukt. Wer rhythmische Präzision sucht, greift lieber zu „Taiko no Tatsujin“ oder „Crypt of the NecroDancer“. Hier bleibt der Groove aus.

5.2
/10
MAESSIG

+ PRO

  • +25 Minispiele mit jeweils eigenem visuellen Stil
  • +Lokaler 4-Spieler-Modus für Partys geeignet
  • +Trainingsmodus mit Tempoverlangsamung
  • +Freischaltbare Bonus-Songs aus früheren Titeln
  • +Fortschrittssystem mit Bronze/Silber/Gold Medaillen motiviert zum Wiederholen

- CONTRA

  • -Touchscreen-Eingabe reagiert mit sichtbarer Verzögerung
  • -Keine Online-Rangliste oder Leaderboards
  • -Soundtrack besteht zu 80% aus Coverversionen ohne Originale
  • -Einige Minispiele haben undurchsichtige Timing-Fenster, die selbst nach 10 Versuchen frustrieren

FAZIT

Ein schwacher Rhythmus-Titel, der die Magie der Vorgänger vermissen lässt und nur eingefleischte Fans kurzzeitig unterhält.

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