Schraubenzieher statt High-End-Grafik: Low-Budget-Repairs im Test
Der Indie-Simulator Low-Budget-Repairs schickt uns auf Meta Quest 2, PC und PS5 in schmutzige Werkstätten, um kaputte Elektronik zu retten.
Der Alltag in der Garage
Die Werkstatt riecht nach altem Lötzinn und billigem Kaffee.
In Low-Budget-Repairs starten wir ohne Startkapital, dafür mit einer rostigen Werkbank.
Unsere Aufgabe besteht darin, defekte Haushaltsgeräte von genervten Kunden wieder flott zu machen.
Werkzeuge und Technik
Jedes Gerät besitzt ein komplett simuliertes Innenleben aus Kondensatoren und Kabeln.
Mit dem Lötkolben müssen wir defekte Lötstellen auf Platinen nachziehen.
Dabei verbrennen wir uns bei unvorsichtigen Bewegungen schnell mal die digitalen Finger.
Auf der Meta Quest 2 funktioniert dieses haptische Fummeln dank gutem Hand-Tracking am besten.
Die Wirtschaft im Spiel
Kunden bringen Toaster, Röhrenradios oder alte Heimcomputer vorbei.
Nach einer kurzen Diagnose erstellen wir einen Kostenvoranschlag.
Wer zu teuer kalkuliert, verliert den Auftrag an die Konkurrenz in der Nachbarschaft.
Mit dem Gewinn kaufen wir bessere Werkzeuge und bunte Poster für die karge Wand.
Technische Umsetzung
Grafisch setzt das Spiel auf einen charmanten Retro-Look der Neunzigerjahre.
Die Texturen der Geräte wirken authentisch abgenutzt und erzählen eigene Geschichten.
Auf dem PC läuft die Simulation butterweich mit stabilen sechzig Bildern pro Sekunde.
Besitzer der PS5 müssen hingegen mit gelegentlichen Frustmomenten beim Greifen winziger Schrauben leben.
Fazit
Wer Geduld für fummelige Bastelarbeiten mitbringt, findet hier eine echte Perle.
Das stundenlange Suchen nach der verlorenen M2-Schraube im virtuellen Staub hat echten Suchtfaktor.
+ PRO
- +Physikbasiertes Löten mit präzisem Hand-Tracking auf der Meta Quest 2 simuliert Brandgefahr und Hitze realistisch
- +Ökonomisches Wirtschaftssystem zwingt zum cleveren Feilschen mit Kundschaft um Ersatzteile
- +Detaillierte Schadensmodelle an Röhrenfernsehern und Kassettenrekordern aus den Achtzigern wecken Nostalgie
- +Über dreißig verschiedene Schraubenzieher-Aufsätze müssen manuell im Werkzeugkasten gesucht werden
- +Soundtrack aus Lo-Fi-Synthesizer-Beats passt perfekt zum tristen Werkstatt-Ambiente
- CONTRA
- -Steuerung mit dem DualSense-Controller auf der PS5 fühlt sich beim feinen Schrauben unpräzise an
- -Nach vierzig Spielstunden wiederholen sich die Aufträge für alte Radios zu oft
- -Physik-Engine lässt winzige Bauteile gelegentlich durch den Fußboden gltschen
- -Fehlender Koop-Modus verhindert gemeinsames Werkeln an großen Projekten
FAZIT
Low-Budget-Repairs liefert trotz kleinerer Steuerungsmacken auf der Konsole eine überraschend motivierende Schrauber-Erfahrung für Tüftler.
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