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The Last Gas Station – Stillstand an der Zapfsäule
Reviews

The Last Gas Station – Stillstand an der Zapfsäule

Ein atmosphärisches Indie-Adventure, das den einsamen Alltag an einer verlassenen Tankstelle in der Einöde simuliert.

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FatimaEzzahra Zouhoum
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SPIEL The Last Gas Station
ENTWICKLER Alawar Entertainment
PUBLISHER Alawar
RELEASE 27. April 2026
PLATTFORMEN: PC

Der erste Eindruck

The Last Gas Station wirft den Spieler direkt in eine staubige Umgebung ohne Tutorial. Man steht hinter einem Tresen, wartet auf Kunden und füllt Tanks auf, während die Sonne langsam am Horizont versinkt.

Die visuelle Präsentation nutzt einen reduzierten Pixel-Stil, der an Klassiker der frühen 90er Jahre erinnert. Trotz des minimalistischen Ansatzes gelingt es dem Entwickler, ein Gefühl von Isolation glaubhaft zu vermitteln.

Die Mechaniken im Test

Das Kernspielprinzip konzentriert sich auf die Instandhaltung der Anlage. Man muss regelmäßig die Generatoren warten, um die Beleuchtung der Tankstelle aufrechtzuerhalten.

  • Die Kurbelmechanik beim Benzinpumpen erfordert ständiges Klicken, was nach einiger Zeit in den Fingern schmerzt.
  • Besuche von Fremden sind selten und dienen primär dazu, kleine Mengen Geld für Ersatzteile zu verdienen.
  • Das Handeln mit den Reisenden bleibt auf das Nötigste beschränkt, was den Fokus auf die Umgebung lenkt.

Technische Hürden

Leider trübt der technische Zustand den Gesamteindruck spürbar. Das Spiel stürzte während meines Tests zweimal ab, was bei den langen Arbeitstagen ohne Zwischenspeicher frustriert.

Die Steuerung der Fahrzeuge innerhalb der kleinen Open-World-Passagen wirkt wenig durchdacht. Das Auto reagiert verzögert auf Eingaben, was bei Fahrten über unebenes Gelände häufig zu frustrierenden Kollisionen mit Felsen führt.

Atmosphäre versus Spielspaß

Die Stärke von The Last Gas Station liegt in den ruhigen Momenten. Wenn man abends auf dem Dach der Station sitzt und den Soundeffekten lauscht, vergisst man die spielerischen Schwächen kurzzeitig.

Dennoch bietet das Spiel zu wenig Substanz, um den Spieler über einen längeren Zeitraum zu binden. Die mangelnde Abwechslung in den Aufgaben führt dazu, dass die anfängliche Begeisterung schnell in Monotonie umschlägt.

Einige Textpassagen in den Dialogen weisen zudem grammatikalische Fehler auf, die den ansonsten stimmigen Retro-Charme stören. Der Titel hinterlässt den Eindruck einer unfertigen Idee, die ihr Potenzial nie ganz ausschöpft.

4.5
/10
MAESSIG

+ PRO

  • +Die Soundkulisse aus wüstenartigen Windgeräuschen und dem Summen der Neonröhren erzeugt eine dichte Stimmung
  • +Das manuelle Befüllen der Tanks erfordert präzises Timing an der Kurbel
  • +Ein eingebautes Radio spielt vier exklusive Synth-Wave-Titel, die man über Kassetten wechseln kann
  • +Die Interaktion mit zufällig vorbeifahrenden Fremden bietet kurze, aber skurrile Dialoge
  • +Das Inventarsystem für Treibstoff und Vorräte zwingt zur vorausschauenden Planung

- CONTRA

  • -Die Tastatursteuerung für das Fahrzeug-Handling fühlt sich schwammig und unpräzise an
  • -Nach drei Spielstunden wiederholen sich die Dialogzeilen der NPCs ohne jegliche Variation
  • -Fehlende Speicherpunkte erzwingen bei einem Absturz den kompletten Neustart des Arbeitstages
  • -Die Grafik flackert bei hohen Auflösungen auf modernen Monitoren massiv im Bereich der Benutzeroberfläche

FAZIT

Wer eine entschleunigte Erfahrung sucht, findet ein kurzes Vergnügen, kämpft aber mit technischer Instabilität und repetitivem Design.

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