EndeNews Logo EndeNews
Tides of Tomorrow: Ein ambitionierter Tauchgang mit zu vielen Lecks
Reviews

Tides of Tomorrow: Ein ambitionierter Tauchgang mit zu vielen Lecks

Ein atmosphärisches Sci-Fi-Adventure, das mit seiner Story fesselt, aber an technischer Instabilität und spielerischer Monotonie scheitert.

F
FatimaEzzahra Zouhoum
TEILEN: Twitter Reddit
SPIEL Tides of Tomorrow
ENTWICKLER Digixart
PUBLISHER THQ Nordic
RELEASE 21. April 2026
PLATTFORMEN: PC

Der erste Eindruck

Tides of Tomorrow versprach uns ein atmosphärisches Abenteuer in den unergründeten Tiefen eines fremden Ozeans. Das Artdesign fängt die Einsamkeit der Unterwasserwelt exzellent ein und lässt uns optisch in eine Welt eintauchen, die man so selten in Adventures sieht.

Doch bereits nach den ersten Spielstunden wird deutlich, dass die Fassade bröckelt. Während die Optik glänzt, kämpft die Engine unter der Haube mit massiven Performance-Problemen.

Spielerfahrung und Mechaniken

Das Herzstück des Spiels ist das System der moralischen Entscheidungsfindung. Es ist erfrischend, dass unsere Wahlmöglichkeiten nicht nur kosmetischer Natur sind, sondern reale Auswirkungen auf die Fraktionen der Spielwelt haben.

Leider hält das Gameplay nicht mit dieser narrativen Tiefe Schritt. Die Drohnensteuerung fühlt sich ungenau an, was besonders in den hektischen Passagen für unnötigen Frust sorgt.

Die technische Baustelle

Ein Adventure lebt von seiner Immersion, doch genau diese wird durch technische Patzer ständig unterbrochen. Abstürze beim Laden neuer Areale sind keine Seltenheit und zerstören den Spielfluss nachhaltig.

Es ist bitter, wenn man ein Rätsel gelöst hat, nur um durch einen Bug kurz vor dem nächsten Checkpoint auf den Desktop geworfen zu werden. Hier hätte eine längere Testphase oder ein besserer technischer Feinschliff vor dem Release Wunder bewirkt.

Fortschritt und Design

Die Rätsel beginnen innovativ und fordern den Spieler, verlieren aber gegen Ende deutlich an Substanz. Man hat das Gefühl, dass den Entwicklern zum Ende hin die Ideen ausgingen, da sich die Interaktionen stark wiederholen.

Dennoch bleibt die Geschichte um das untergegangene Ökosystem spannend genug, um einen bis zum Schluss bei der Stange zu halten. Wer eine gute Erzählung über technisches Versagen stellt, wird hier fündig.

Abschließende Gedanken

Tides of Tomorrow ist ein Spiel mit einer starken Vision, die leider an den harten Fakten der Softwareentwicklung gescheitert ist. Es wirkt, als hätte das Team aus Zeitnot oder begrenzten Ressourcen an den falschen Ecken gespart.

Für Fans von atmosphärischen Erzählungen könnte der Titel trotz der Mängel einen Blick wert sein, sofern man bereit ist, über die technischen Hürden hinwegzusehen. Für alle anderen bleibt es ein ungeschliffener Diamant, der erst noch poliert werden müsste.

4.5
/10
MAESSIG

+ PRO

  • +Die Unterwasser-Atmosphäre überzeugt durch ein stimmiges Licht- und Schattenspiel
  • +Das Dialogsystem erlaubt moralisch komplexe Entscheidungen, die den Storyverlauf spürbar verändern
  • +Der Soundtrack untermalt das Gefühl der Isolation in der Tiefe perfekt
  • +Handlungsorte bieten durch ihre vertikale Gestaltung eine hohe spielerische Erkundungstiefe
  • +Die kreative Nutzung von Sonar-Mechaniken zur Navigation sorgt für ein authentisches Tiefsee-Gefühl

- CONTRA

  • -Charaktermodelle bewegen sich in Zwischensequenzen oft hölzern und unnatürlich
  • -Häufige Abstürze führen bei automatischen Speicherpunkten zu frustrierendem Fortschrittsverlust
  • -Die Steuerung der Unterwasser-Drohne fühlt sich auf dem PC schwammig und unpräzise an
  • -Rätsel-Designs wiederholen sich im letzten Drittel des Spiels ohne nennenswerte Variationen

FAZIT

Trotz der packenden Erzählweise machen die technischen Mängel und das repetitive Gameplay das Spiel zu einer zähen Angelegenheit für geduldige Entdecker.

VERWANDTE ARTIKEL