Tintenklecks mit Patronenproblemen
Ein ambitionierter Splatoon-Klon für den PC, der an Technikschwächen und lieblosem Design scheitert.
Ein Wassertropfen im Farbenmeer
„Splatoon Raiders“ tritt mit großen Fußstapfen an. Der PC-Titel kopiert Nintendos Tinten-Shooter bis ins Detail: Du ballerst Farbe auf Gegner und Boden, verwandelst Areale in dein Terrain und schwimmst als Tintenfisch durch eigene Kleckse. Doch schon nach der ersten Runde wird klar: Die See ist hier eher eine Pfütze.
Sechs Karten stehen bereit, dazu drei Spielmodi. „Farbkrieg“ (Punkte sammeln) und „Tintenjagd“ (Fahnen erobern) laufen halbwegs. Der dritte Modus „Squid-Zone“ ist unspielbar, die Zielfläche lässt sich nicht einfärben.
Technik: Tintenpest statt Tintenfest
Die Unreal Engine 4 arbeitet hier auf Sparflamme. Auf einem Mittelklasse-PC (RTX 2060, 16 GB RAM) bricht die Framerate in Gefechten mit vier Spielern auf 25 FPS ein. Texturen laden erst nach zwei Sekunden nach, Gegner erscheinen als farblose Klumpen.
- Verbindungsabbrüche zerstören jede zweite Online-Runde
- Kein Server-Browser, nur automatische Matchmaking-Warteschlange
- Speicherstände werden nach einem Crash nicht wiederhergestellt
Die KI im Einzelspieler-Modus ist eine Lachnummer. Bot-Gegner laufen gegen Wände, schießen blind in die Luft und bleiben in Türrahmen stecken. Ein Tutorial für die Spezialfähigkeit „Tintentornado“ fehlt, du findest sie per Zufall im Menü.
Sound und Atmosphäre: Ohrwurm ohne Ende
Der Soundtrack besteht aus genau einem Elektro-Loop. Nach fünf Minuten wünscht man sich Stille. Soundeffekte sind lieblos aus freien Bibliotheken zusammengeklaubt: Das Platschen der Farbe klingt wie ein nasser Lappen auf Stein.
Positiv: Der Splitscreen-Modus für zwei Spieler funktioniert auf einem Monitor flüssig. Hier zeigt das Spiel, was es hätte sein können, kurze, chaotische Duelle ohne Netzstress.
Fazit: Mit Farbe gekleckert, nicht gemalt
„Splatoon Raiders“ ist kein Totalausfall, aber ein enttäuschender Wurf. Die grundlegende Mechanik macht Spaß, doch Server-Stabilität, KI und Content-Umfang sind das Niveau einer frühen Beta. Für 9,99 Euro mag der Preis verlockend sein, wer aber Wert auf fertige Spiele legt, greift lieber zum Original oder wartet auf den nächsten Sale.
+ PRO
- +Tintenpistole mit drei Munitionsarten (Klecks, Schwall, Nebel) erlaubt taktische Variation
- +Karten wie „Tintenfass-Arena“ bieten vertikale Kletterrouten über Farbschichten
- +Schnelle Runden von maximal 3 Minuten verhindern Langeweile
- +Freischaltbare Charakter-Skins mit 12 verschiedenen Tintenfisch-Motiven
- +Lokaler Splitscreen-Modus für 2 Spieler funktioniert stabil
- CONTRA
- -Server-Verbindungsabbrüche treten alle 5–7 Minuten auf und beenden Runden ohne Nachholfunktion
- -KI-Gegner spawnen regelmäßig in Wänden und bleiben stecken
- -Menü-Navigation benötigt 4–5 Klicks für den Match-Start, kein Schnellstart-Button
- -Soundtrack besteht aus einem einzigen 90-Sekunden-Loop, der nach 10 Minuten Ohrenschmerzen verursacht
FAZIT
Wer einen günstigen Splatoon-Ersatz sucht, bekommt hier nur einen tintigen Fußabdruck, zu instabil, zu unrund, zu wenig Inhalt.
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