Torch of Shadows: Wenn Ambition auf technische Trümmer trifft
Ein düsteres Indie-Experiment, das versucht, Rollenspiel-Tiefe mit schneller Shooter-Action zu vermählen, dabei aber an der eigenen Programmierung scheitert.
Das Konzept hinter dem Schatten
Torch of Shadows verspricht auf dem Papier genau das, was sich Retro-Fans und Genre-Liebhaber wünschen. Eine Mischung aus knallhartem Shooter und tiefgreifendem Action-RPG, angesiedelt in einer trostlosen, postapokalyptischen Welt.
Die Idee, dass man sowohl durch geschicktes Zielen als auch durch Charakterentwicklung überlebt, klingt für Genre-Veteranen zunächst äußerst verlockend. Leider bleibt es bei diesem Spiel fast ausschließlich bei der Theorie.
Die technische Achterbahnfahrt
Der Einstieg in Torch of Shadows fühlt sich an, als würde man eine Alpha-Version aus dem Jahr 2005 starten. Die Grafik-Engine kämpft sichtlich mit den einfachsten Assets, was zu ständigen Rucklern führt.
Besonders frustrierend ist, dass die Performance keine Rücksicht auf die Hardware nimmt. Selbst auf leistungsstarken Systemen bricht die Bildrate bei mehr als drei Gegnern auf dem Bildschirm massiv ein.
Kampf ohne Biss
Das Gunplay sollte das Herzstück des Titels sein, doch es fühlt sich eher wie eine lästige Pflichtübung an. Die Treffer-Registrierung ist oftmals so ungenau, dass man sich fragt, ob die Kugeln überhaupt existieren.
Wenn die Gegner dann auch noch tatenlos an Wänden zerschellen, weil die Wegfindung versagt, verfliegt die restliche Immersion sofort. Es gibt keine echte taktische Tiefe, wenn die Bedrohung durch die KI schlicht nicht existiert.
Lichtblicke in der Dunkelheit
Trotz der massiven Mängel erkennt man den Kern dessen, was die Entwickler erreichen wollten. Die düstere, fast schon lovecraftsche Atmosphäre weiß durch ihr Design zu überzeugen.
Auch der Skill-Baum zeigt, dass hier jemand mit viel Leidenschaft an einem Rollenspiel-System gearbeitet hat. Wäre dieser Unterbau in ein stabileres Fundament eingebettet worden, hätte Torch of Shadows ein Geheimtipp werden können.
Das harte Urteil
Schlussendlich lässt sich das Spiel momentan niemanden guten Gewissens empfehlen. Es ist ein klassisches Beispiel für ein Indie-Projekt, das sich bei der Entwicklung übernommen hat.
Wer Geduld für unfertige Software mitbringt und gerne nach Diamanten im Schutt gräbt, findet vielleicht kurzweilige Ansätze. Allen anderen rate ich: Spart euch das Geld und wartet auf massive Patches, die das Spiel hoffentlich irgendwann spielbar machen.
+ PRO
- +Düsteres Art-Design erzeugt eine bedrohliche Atmosphäre in den Ruinen
- +Skill-Baum mit 20 aktiven Fähigkeiten erlaubt individuelle Spielstile
- +Sounddesign der Waffen wirkt wuchtig und befriedigend
- +Dynamisches Wettersystem beeinflusst die Sichtweite der Gegner
- +Umfangreiche Lore-Texte in der Spielwelt laden zum Erkunden ein
- CONTRA
- -Gegner-KI bleibt regelmäßig in der Geometrie von Türrahmen stecken
- -Häufige Abstürze beim Speichervorgang zerstören den Spielfortschritt
- -Inventar-Menü reagiert mit einer Verzögerung von zwei Sekunden auf Eingaben
- -Textur-Pop-ins treten selbst bei kürzester Distanz störend in den Vordergrund
FAZIT
Ein ambitionierter Rohdiamant, der leider zu tief im Schlamm der technischen Unzulänglichkeiten feststeckt, um wirklich spielbar zu sein.
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