Totengräber mit Fell: Warum Furry Necromancer am eigenen Anspruch scheitert
Ein schräges Konzept trifft auf eine Umsetzung, die zwischen kreativen Ideen und massiven technischen Stolpersteinen pendelt.
Der Nekromant im Pelz
Furry Necromancer versucht, zwei Nischen miteinander zu kreuzen: Das klassische Dungeon-Crawling und den anthropomorphen Grafikstil. Spieler steuern einen Nekromanten, der über eine Armee aus wiederbelebten tierischen Skeletten gebietet.
Das Grundgerüst basiert auf einem einfachen taktischen Prinzip. Ich platziere meine Minions auf einer gitterbasierten Karte und versuche, die angreifenden Jägerwellen abzuwehren.
Die Mechanik der Totenruhe
Das Herzstück des Spiels ist die Beschwörung. Ich sammle Knochen von gefallenen Gegnern ein, um daraus neue Einheiten zu fertigen.
- Ein Fuchs-Skelett agiert als flinker Kundschafter mit hohem Ausweichwert.
- Ein Bären-Skelett fungiert als klassischer Tank mit viel Lebensenergie.
- Die Kombination aus verschiedenen Tierarten ermöglicht taktische Varianz bei der Verteidigung der eigenen Grabstätte.
Technische Stolpersteine
Die Euphorie über das taktische System schwindet leider schnell. Sobald mehr als fünf Skelette gleichzeitig auf dem Bildschirm agieren, bricht die Framerate spürbar ein.
Die Steuerung der Einheiten überfordert die KI regelmäßig. Meine Diener bleiben oft an Hindernissen hängen, während feindliche Einheiten ungehindert die Verteidigungslinie durchbrechen.
- Abstürze beim Speichervorgang kosten oft den Fortschritt eines ganzen Levels.
- Die Menüführung reagiert zeitweise mit einer Verzögerung von einer halben Sekunde auf Mausklicks.
- Ein fehlendes Tutorial lässt Neulinge bei der Ressourcenverwaltung im Dunkeln tappen.
Ein unfertiges Abenteuer
Grafisch ist Furry Necromancer ein zweischneidiges Schwert. Die Sprites sind detailreich und liebevoll animiert, während die restliche Umgebung in tristen, matschigen Texturen versinkt.
Die akustische Untermalung rettet den Gesamteindruck stellenweise. Die düsteren, atmosphärischen Stücke passen zur Thematik der Friedhofsruhe.
Der finale Bosskampf entpuppt sich als pures Glücksspiel. Aufgrund der fehlerhaften Hitboxen gewinne ich den Kampf nur, wenn die KI-Gegner sich in einem Baum verfangen.
Das Spiel hinterlässt den Eindruck eines Projekts, das im Early Access feststeckt. Ohne massive Patches bleibt der Titel ein Liebhaberobjekt für Fans skurriler Nischen.
+ PRO
- +Das Beschwörungssystem erlaubt es, aus drei verschiedenen Tierkadavern unterschiedliche Skelett-Diener zu formen
- +Die Hintergrundmusik mit düsteren Orgelklängen erzeugt eine überraschend dichte Friedhofsatmosphäre
- +Das Inventarsystem bietet mit 20 anpassbaren Zauberbeuteln Platz für experimentelle Magier-Builds
- +Jede NPC-Interaktion enthält charmante, handgezeichnete Portraits im Anime-Stil
- +Die 15 freischaltbaren Friedhofs-Karten zeigen liebevolle Details wie verwitterte Grabsteine und neblige Sümpfe
- CONTRA
- -Die Wegfindungs-KI der beschworenen Skelette scheitert an jedem kleinen Kieselstein im Leveldesign
- -Das Spiel stürzt beim Aufrufen des Zauberbuchs in 30 Prozent der Fälle auf den Desktop ab
- -Die Kollisionsabfrage bei Bosskämpfen ist unpräzise und führt zu frustrierenden Treffern aus der Distanz
- -Dialoge wiederholen sich nach drei Spielstunden und lassen den Fortschrittsgedanken schnell erlahmen
FAZIT
Wer über die technischen Mängel hinwegsehen kann, findet eine kurzweilige, aber spielerisch unausgereifte Nekromantie-Simulation.
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