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Truxton Extreme: Nostalgischer Kugelhagel mit Ecken und Kanten
Reviews

Truxton Extreme: Nostalgischer Kugelhagel mit Ecken und Kanten

Ein knallhartes Retro-Shoot'em Up für den PC, das an Toaplans Klassiker erinnert, aber durch Designschwächen nicht ganz an die großen Vorbilder heranreicht.

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Tommes Parzl
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SPIEL Truxton Extreme
ENTWICKLER Tatsujin
PUBLISHER Clear River Games
RELEASE 29. Juli 2026
PLATTFORMEN: PC

Erster Eindruck

Truxton Extreme startet ohne Umschweife in den Arcade-Modus. Ein kurzer Textblock erklärt die Story von der Invasion der „Gastropoden“, dann stehen die beiden Schiffe Aurora und Goliath zur Auswahl. Aurora fliegt schneller und schießt schmaler, Goliath ist langsamer, aber seine Breitseite füllt den halben Bildschirm.

Die erste Stage ist eine rostige Raumstation, die an das Original von 1988 erinnert. Schon nach zehn Sekunden hagelt es blaue und rote Power-ups, die das Schiff in ein Inferno aus Laserbahnen verwandeln. Das ist genau die Art von sofortiger Befriedigung, die Retro-Fans erwarten.

Gameplay

Das Power-up-System funktioniert wie im Original: Blaue Drohnen erweitern den Schussfächer um bis zu drei Bahnen, rote erhöhen die Feuerrate. Wer beide voll ausbaut, schießt ein Wand aus Blei, die normale Gegner in Sekunden auflöst.

Dazu gesellen sich Bomben mit begrenzter Ladung und ein Smart-Bomb-System, das bei Treffern Splitterbomben abwirft. Das klingt chaotisch, aber die Hitbox des Schiffs ist überraschend klein. Der Haken: Die Box wird nicht angezeigt, man muss sie über den sichtbaren Spitzen des Sprites erahnen.

Die Stage-Designs bieten Abwechslung: Nach der Station folgt ein Asteroidengürtel mit seitlich einfallenden Lasern, dann eine Höhle mit engen Korridoren. Jedes Level hat mindestens ein verstecktes Bonusziel, das bei der Zerstörung Extraleben oder Score-Multiplikatoren ausspuckt. Diese Funde sind gut getarnt und belohnen Spieler, die vom ausgetretenen Pfad abweichen.

Technik und Präsentation

Auf meinem Testsystem (i5, RTX 3060) läuft Truxton Extreme dauerhaft mit 60 FPS. Die Pixelgrafik ist scharf und die Animationen der Endgegner flüssig, nur in Stage 4 werden die Neon-Farben so grell, dass es in längeren Sessions unangenehm für die Augen wird.

Der Soundtrack stammt von MASA, einem Veteranen der japanischen Arcade-Szene. Die Synthesizer-Bässe erinnern an Yuzo Koshiro und treiben das Tempo konstant an. Die Soundeffekte sind laut und knallig, wie es sich für das Genre gehört.

Negativ fällt die Tastatursteuerung auf: Die Schiffsbewegung ist zu empfindlich, ein präzises Ausweichen zwischen Kugelketten ist mit der Tastatur extrem schwer. Ein analoger Gamepad-Stick oder ein Arcade-Stick wird dringend empfohlen, sonst vergeht schnell die Freude.

Schwierigkeit und Balance

Der Anstieg in Stage 2 ist heftig. Während die erste Station noch einlaxt, kommen ab dem Asteroidengürtel Granaten und Laser aus mehreren Richtungen. Die unsichtbare Hitbox macht das Chaos schwerer zu kalkulieren, als es sein müsste. In Stage 5 wird das zum ernsthaften Problem, da dort minimale Ausweichmanöver über Leben und Tod entscheiden.

Das Checkpoint-System funktioniert wie in alten Zeiten: Nach dem Tod geht es zurück zum letzten Abschnittsbeginn, aber der Power-up-Status wird zurückgesetzt. Dadurch ist man bei Bosskämpfen oft unterlegen, wenn man zuvor gestorben ist. Ein Mid-Boss-Retry, der den Status erhält, hätte geholfen.

Trotz der Härte bleibt das Spiel fair, solange man die Muster lernt. Die beiden Schiffe bieten unterschiedliche Herangehensweisen, und Speedrunner werden Freude an den versteckten Brücken und Abkürzungen in Stage 4 haben.

Fazit

Truxton Extreme ist kein Spiel für Ungeduldige, aber für Retro-Fans mit Ehrgeiz ist es eine lohnende Herausforderung. Der Koop-Modus des Originals fehlt, und die unsichtbare Hitbox hätte man modernisieren sollen. Wer ein hartes Shoot’em Up im Stil der späten 80er sucht, findet hier eine stabile Arcade-Umsetzung mit stimmigem Soundtrack. Die sechs Stages sind in 45 Minuten durchgespielt, der Wiederspielwert liegt klar in Highscore-Jagd und versteckten Extras.

7
/10
GUT

+ PRO

  • +Klassisches Power-up-System mit blauen und roten Drohnen erweitert das Original sinnvoll
  • +60 FPS auch bei maximalem Kugelaufkommen auf Breitbild-Displays
  • +Soundtrack von MASA liefert treibende Synthesizer-Riffs im 80er-Stil
  • +Versteckte Bonusziele in jeder Stage belohnen Risiko bei der Routenwahl
  • +Zwei wählbare Schiffe mit unterschiedlichen Schussmustern bieten taktische Optionen

- CONTRA

  • -Checkpoint-System ohne Mid-Boss-Retry wirft Spieler bei einem Fehler oft 15 Minuten zurück
  • -Die Hitbox des Schiffes ist nicht sichtbar gekennzeichnet, was in späteren Stages unfair wirkt
  • -Schwierigkeitsgrad steigt in Stage 2 exponentiell an, was Gelegenheitsspieler abschreckt
  • -Koop-Modus fehlt, obwohl das Original Truxton lokal zu zweit spielbar war

FAZIT

Truxton Extreme ist ein solides Retro-Shoot'em Up, das Genrefans fordert, aber durch das steile Schwierigkeitsgefälle und die unsichtbare Hitbox nicht über den Durchschnitt hinausragt.

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