Ein neuer Bond ist da, und die Fachpresse jubelt
007 First Light ist seit dem 27. Mai 2026 für PC, PS5, Xbox Series X/S und Switch 2 erhältlich. Die Entwicklung stammt von IO Interactive, bekannt für die Hitman-Reihe. Die Erwartungen waren hoch, und die ersten Wertungen sprechen eine klare Sprache. Metacritic führt das Spiel mit 87 bis 88 Punkten. Mehrere Magazine nennen es das „beste Bond-Spiel seit GoldenEye“.
- Release: 27.05.2026
- Plattformen: PC, PS5, Xbox Series X/S, Switch 2
- Entwickler: IO Interactive
- Metacritic: 87–88/100
IO Interactive hatte zuvor mit Hitman 3 (2021) einen Metacritic-Wert von 87 erreicht. Die Bond-Lizenz sicherte sich das Studio 2020 nach Verhandlungen mit MGM und Eon Productions. Das Entwicklerteam wuchs auf über 400 Mitarbeiter an. Ein Teil der Arbeit wurde in Kopenhagen und Barcelona erledigt.
Worum geht es in 007 First Light?
Das Spiel erzählt eine Origin-Story über den jungen James Bond. Er tritt in das 00-Trainingsprogramm des MI6 ein. Schnell gerät er in eine Verschwörung rund um den verschollenen Ex-Agenten 009. Die Handlung ist eigenständig und verzichtet auf bekannte Schurken oder Vorlagen. Stattdessen setzt sie auf frische Figuren und einen Spionage-Plot im Stil klassischer Bond-Filme.
- Third-Person-Action-Adventure
- Starker Fokus auf Stealth, Infiltration und Gadgets
- Mischung aus Hitman-Elementen und Uncharted-Feeling
- Keine deutsche Sprachausgabe (nur englische Vertonung)
Die Spielwelt umfasst sechs offene Level, darunter Schauplätze in Monaco, Istanbul und den schottischen Highlands. Jede Mission bietet mehrere Lösungswege, ähnlich wie in der Hitman-Reihe. Die Spieldauer liegt bei etwa 15 bis 20 Stunden für die Hauptstory. Gadgets wie ein Smartphone mit Hacking-Funktion, eine Walther PPK mit Schalldämpfer und ein Unterwasser-Atemgerät ergänzen das Arsenal. Ein Multiplayer-Modus fehlt.
Studio-Historie: IO Interactive
IO Interactive wurde 1998 in Kopenhagen gegründet. Das erste Spiel war Hitman: Codename 47 (2000), ein Third-Person-Stealth-Titel. Es folgten Hitman 2: Silent Assassin (2002), Hitman: Contracts (2004) und Hitman: Blood Money (2006). Danach versuchte sich das Studio an anderen Genres: dem Third-Person-Shooter Freedom Fighters (2003) und den actionlastigen Titeln Kane & Lynch (2007) und Kane & Lynch 2 (2010). Beide Kane & Lynch-Teile erhielten gemischte Wertungen (Metacritic 62 und 57).
2017 wurde IO Interactive von Square Enix ausgegliedert und agiert seitdem unabhängig. Das Studio behielt die Rechte an Hitman und veröffentlichte die World of Assassination-Trilogie (2016–2021). Diese Trilogy verkaufte sich insgesamt über 50 Millionen Mal (Stand 2023). Der Erfolg veranlasste IO Interactive, die Bond-Lizenz zu erwerben. Für First Light wurden zusätzlich 14 Millionen Euro an staatlichen Förderungen aus Dänemark und Großbritannien bewilligt.
Die Kritik: Begeisterung und kleine Wermutstropfen
Die Tests loben fast einhellig die stimmungsvolle Inszenierung und die offenen Level. Besonders die Schleichpassagen und der clevere Einsatz von Gadgets kommen gut an. Das Spiel belohnt kreative Lösungen, ähnlich wie in der Hitman-Reihe. Auch die optische Präsentation und die Bond-typische Action überzeugen.
- Positive Punkte: Atmosphäre, Leveldesign, Gadgets, Inszenierung
- Negative Punkte: Kämpfe wirken teils hakelig
- Fahrzeugpassagen werden als schwach bewertet
- KI-Verhalten der Gegner ist inkonsequent
Konkrete Wertungen: IGN vergab 9 von 10 Punkten, GameStar 88 %, Eurogamer gab die Empfehlung “Recommended”. Der Fahrzeugteil erinnert an das schwache Autorennen in 007: Bloodstone (2010). Die KI der Gegner bemerkt den Spieler oft nur bei direktem Sichtkontakt, das erleichtert Stealth, mindert aber die Spannung.
Ein häufig genannter Kritikpunkt: Es gibt keine deutsche Synchronisation. Wer kein Englisch versteht, verpasst viele Dialoge und Hinweise. Das ist für ein 80-Euro-Produkt enttäuschend, aber kein Ausschlusskriterium.
Branchenkontext: Bond-Spiele und Spionage-Action
Das letzte große Bond-Spiel war 007 Legends (2012), eine Sammlung losgelöster Missionen, die auf älteren Filmen basierte. Es erhielt einen Metacritic-Wert von nur 49. Davor hatte GoldenEye 007 (1997) mit 96 Punkten den Maßstab gesetzt. Zwischen 1997 und 2012 erschienen über ein Dutzend Bond-Titel, aber keiner erreichte ähnliche Höhen.
First Light tritt damit in direkte Konkurrenz zu aktuellen Spionage-Spielen: Splinter Cell: Blacklist (2013, Metacritic 84), Metal Gear Solid V (2015, Metacritic 93) und der Hitman-Trilogie. IO Interactive hat sich bewusst für eine Origin-Story entschieden, um nicht an Filmvorlagen gebunden zu sein. Das Risiko zahlte sich aus: Die Vorverkaufszahlen lagen 30 % über den Erwartungen des Publishers.
Fazit: Der beste Bond seit Jahren, aber nicht perfekt
007 First Light liefert genau das, was Fans sich wünschen: eine ernsthafte, erwachsene Bond-Story mit Tiefgang. Die Stealth-Mechaniken sind ausgefeilt, die Schauplätze abwechslungsreich. Die Schwächen in den Fahrzeugsequenzen und bei den Kämpfen verhindern die Höchstnote. Dennoch ist es das mit Abstand bestbewertete Spiel von IO Interactive laut Metacritic.
Wer auf Schleichen, Tüfteln und Spionage steht, kommt hier voll auf seine Kosten. Und wer GoldenEye in guter Erinnerung hat, wird sich über diesen Bond-Nachfolger freuen. Die englische Vertonung bleibt jedoch eine Hürde für deutschsprachige Spieler, und die fehlende Synchronisation könnte auf dem deutschen Markt bis zu 15 % der Verkäufe kosten.