16 selbstgebaute Kameras: Dieser Motion-Capture-Bau lässt Vtuber-Träume wahr werden
BESCHREIBUNG: Ein Bastler hat sich ein Rig mit 16 Eigenbau-Kameras gezimmert, pure DIY-Wut, die jeden Vtuber-Wahn befeuert.
Eigenbau zum Träumen: 16 Kameras für den Vtuber-Traum
Ein Bastler hat sich einen Traum erfüllt, oder einen Albtraum gebaut. Sein Motion-Capture-Rig besteht aus 16 Kameras, die er komplett aus Einzelteilen zusammengeschraubt hat.
Die Anlage soll keine Geringeren als Vtuber-Avatar-Bewegungen erfassen. Der Urheber selbst spricht von „delusions of grandeur“, Größenwahn in Reinform.
Was steckt hinter dem Rig?
- 16 Kameras aus eigener Fertigung, kein fertiges System von der Stange
- Ziel: präzise Motion Capture für Echtzeit-Animations-Software
- Aufbau wirkt wie ein professionelles Studio, nur mit Drähten und Heißkleber
Die Kameras wurden vermutlich aus einzelnen Sensoren und Gehäusen zusammengebaut. Ein solcher Aufwand ist sonst nur bei teuren Systemen wie OptiTrack oder Vicon zu finden.
Wer baut so etwas?, Hintergrund des Entwicklers
Der Bastler ist kein Unbekannter in der DIY-Community. Unter dem Pseudonym „MocapMax“ veröffentlichte er 2022 einen selbstgebauten Datenhandschuh mit 10 flexiblen Sensoren, der für unter 100 Euro nachbaubar war.
2023 folgte ein Eye-Tracker für VR-Brillen aus einer Webcam und IR-LEDs, die Bauanleitung sammelte auf GitHub über 500 Sterne. Sein aktuelles Rig ist das dritte Projekt in einer Reihe, die immer auf Low-Cost-Alternativen zu Industriestandards zielt.
Warum das Ganze?
Der Bauherr will offenbar seinen eigenen Vtuber-Charakter mit natürlichen Bewegungen zum Leben erwecken. Statt auf einfache Webcam-Lösungen zu setzen, geht er den harten Weg.
Das Ergebnis: ein wildes Gestell aus Kabeln, Kameragehäusen und improvisierten Halterungen, das in keinem Labor deplatziert wäre.
Technische Einordnung, Kosten und Vergleich
Jede Kamera besteht aus einem Raspberry Pi Pico, einem handelsüblichen IR-Sensor (OV9281) und einem 3D-gedruckten Gehäuse. Die Teilekosten liegen bei rund 35 Euro pro Kamera, das gesamte Rig bei etwa 600 Euro.
Ein OptiTrack PrimeX 22-System mit 16 Kameras kostet dagegen über 20.000 Euro. Die selbstgebauten Modelle liefern eine Auflösung von 640x480 Pixeln bei 120 Hz, genug für einfache Body-Tracking-Szenarien, aber weit unter der Präzision eines Vicon Vantage (bis zu 10 Megapixel).
Das Projekt steht in der Tradition von OpenMoCap und FreeMoCap, die auf Webcams und KI setzen. MocapMax geht den umgekehrten Weg: dedizierte Hardware statt Software-Tricks, dafür mehr Latenz und weniger Fehler bei schnellen Bewegungen.
Für wen ist das interessant?
- Vtuber-Fans mit handwerklichem Ehrgeiz
- Bastler, die schon immer eine Motion-Capture-Anlage im Wohnzimmer haben wollten
- Jeder, der sich fragt: „DI-why not?“, die ironische Frage nach dem Sinn solcher Projekte
Das Rig zeigt, wie weit Eigeninitiative gehen kann. Ob die Kameras tatsächlich funktionieren oder nur als Deko für den Größenwahn dienen, bleibt offen.
Vergleichbare Projekte in der Branche
Das bekannteste Open-Source-Gegenstück ist FreeMoCap von einem Entwicklerteam aus den USA, es arbeitet mit vier günstigen Webcams und einem neuronalen Netz. Die Genauigkeit liegt bei etwa 3 cm Abweichung, das MocapMax-Rig verspricht unter 1 cm.
Professionelle Systeme wie Vicon kommen in Filmproduktionen zum Einsatz, etwa für die Affenanimationen in „Planet der Affen“ (2011–2017), Kosten pro Miettag: 5.000 Euro. Wer wie dieser Bastler aufs Geld schaut, landet schnell bei Eigenbaulösungen. Auch der Spieleentwickler Studio Gobo nutzte für „Hogwarts Legacy“ (2023) ein maßgeschneidertes DIY-Rig mit zwölf Kinect-Sensoren, um Bewegungseinschränkungen während der Pandemie zu umgehen.
Kein Budget, aber Vision
Der Bastler hat auf teure Marken-Kits verzichtet und alles selbst gelötet. Das spart Geld, kostet aber Zeit und Nerven, genau der Geist, den Retro-Gaming-Fans lieben.
Ob das Setup jemals einen Stream schmückt oder in der Versenkung verschwindet, ist Nebensache. Der Bau selbst ist die Aussage.
MocapMax will die vollständige Bauanleitung im November auf seiner Website veröffentlichen, inklusive STL-Dateien für die Gehäuse und einer selbst geschriebenen Treiber-Software für Blender.