Einleitung: KI ade
Patrice Désilets, der kreative Kopf hinter 1666: Amsterdam, hat klargestellt: Das Spiel wird keine KI mehr verwenden. Laut einem Bericht von PCGamer wurde die Technologie „komplett entfernt“ aus dem Entwicklungsprozess. Sie sei nur in der Konzeptions- und Vorproduktionsphase zum Einsatz gekommen, also in jenem Stadium, in dem Ideen entstehen. Das ist eine bemerkenswerte Ansage, gerade weil viele Studios aktuell auf generative Werkzeuge setzen. Désilets selbst sieht offenbar keinen Nutzen für die spätere Produktion.
Was ist 1666: Amsterdam?
Das Spiel spielt im Jahr 1666 in der niederländischen Hauptstadt und wird seit vielen Jahren vom Studio Panache Digital Games entwickelt. Es handelt sich um ein historisches Action-Adventure, das Désilets bereits 2010 angekündigt hatte, bevor es mehrmals unterbrochen wurde. Die Grundidee dreht sich um Verschwörungen, Alchemie und die dunkle Seite Amsterdams. Konkrete Gameplay-Details sind rar, doch das Setting hatte schon früh für Aufsehen gesorgt. Die Entwicklung konnte nur dank der Geduld Désilets’ und seines Teams überhaupt weitergehen.
Die Aussagen des Entwicklers
- Désilets betonte: „Wir werden keine KI mehr verwenden.“
- Die Technologie sei nur in der Konzeption und Vorproduktion genutzt worden, also bei Brainstorming und frühen Entwürfen.
- In der eigentlichen Produktionsphase habe man auf KI verzichtet, um handwerkliche Qualität zu sichern.
- Die Entscheidung fiel offenbar intern, ohne äußeren Druck.
- Man wolle alle Inhalte „mit menschlicher Hand“ erschaffen, so der Tenor.
Studio-Historie: Panache Digital Games
Panache wurde 2010 von Désilets gegründet, nachdem er Ubisoft verlassen hatte. Dort hatte er zuvor als Creative Director an der ersten Assassin’s Creed (2007) mitgewirkt, die das Genre der Open-World-Stealth-Abenteuer prägte. Sein erstes Spiel mit Panache war Ancestors: The Humankind Odyssey (2019), eine Evolutions-Simulation, die gemischte Kritiken erhielt. Mit 1666: Amsterdam kehrt er zu seinen Wurzeln zurück: historische Settings, narrative Tiefe und eine düstere Atmosphäre. Désilets gilt als Perfektionist, der sich nicht unter Druck setzen lässt.
Frühere Releases des Studios
- Ancestors: The Humankind Odyssey (2019) war das bisher einzige veröffentlichte Spiel von Panache.
- Der Titel simulierte die Entwicklung vom Affen zum Menschen und setzte auf Survival-Elemente.
- Kritiker lobten das ambitionierte Konzept, bemängelten aber die repetitive Struktur.
- Désilets hat mehrfach angedeutet, aus den Fehlern von Ancestors lernen zu wollen.
- Ein zweites Spiel außer 1666: Amsterdam ist nicht bekannt.
Die lange Reise des Spiels
Die Entwicklung von 1666: Amsterdam begann ursprünglich bei einem größeren Publisher, bevor sie zu Panache kam. Mehrere Unterbrechungen und Rechtsstreitigkeiten haben den Zeitplan immer wieder verschoben. Désilets hat in Interviews betont, dass das Projekt ihm persönlich sehr am Herzen liegt. Es ist unklar, ob ein Veröffentlichungsfenster existiert, doch die aktuelle Aussage zur KI zeigt, dass die Arbeit aktiv voranschreitet. Fans müssen sich also weiter gedulden.
KI in der Branche: Ein wachsender Gegenwind
Während Studios wie EA oder Ubisoft KI-generierte Assets und NPC-Dialoge testen, bleiben viele Indie-Entwickler skeptisch. Désilets’ Ansage reiht sich in eine wachsende Gegenbewegung ein, die auf handgefertigte Inhalte setzt. Besonders in narrativen Spielen, wo jede Entscheidung die Atmosphäre beeinflusst, sehen Kritiker in KI oft einen Qualitätsverlust. Die „Konzeptions-KI“ als kreatives Werkzeug ist dabei weniger umstritten als der Einsatz in der Produktion. Die Debatte dürfte noch lange weitergehen.
Was bedeutet das für die Spieler?
Für Fans dürfte die Ankündigung eine gute Nachricht sein: Sie können auf traditionelles Level- und Szenario-Design hoffen, ohne auf algorithmische Schwächen zu stoßen. Ob der Verzicht den langen Entwicklungszyklus verlängert, bleibt abzuwarten. Désilets hat sich jedoch stets als Perfektionist gezeigt, der lieber länger an einem Detail feilt, als Kompromisse einzugehen. Ein Release-Termin für 1666: Amsterdam steht weiterhin aus, aber die Entwicklung scheint auf einem soliden Weg. Der Verzicht auf KI dürfte bei vielen älteren Spielern auf Zustimmung stoßen, die handgemachte Kunst schätzen.