Der Schlussstrich ist gezogen
Sony hat angekündigt, noch diese Woche die Produktion physischer PlayStation-Spiele einzustellen. Für Sammler und Nostalgiker ein herber Schlag, aber keiner, der uns wirklich überrascht.
Das Unternehmen begann die Disc-Ära 1994 mit der PlayStation und der CD-ROM. Die PS2 nutzte DVD, die PS3 Blu-ray, die PS4 und PS5 setzen auf Blu-ray mit höherer Kapazität. Insgesamt wurden seitdem über 3 Milliarden PlayStation-Discs hergestellt, genug, um den Äquator mehrfach zu umspannen. Die Einstellung betrifft sowohl PS4- als auch PS5-Discs; nur noch bestehende Lagerbestände werden verkauft.
Warum die Disc kein Denkmal verdient
- Kratzer und Ladezeiten waren ständige Begleiter.
- Installation von der Disc auf die Festplatte fühlte sich oft sinnlos an.
- Digitale Downloads bieten sofortigen Zugriff, Patches und platzsparende Lagerung.
Der Komfort siegt, und das ist in Ordnung.
Ein konkretes Beispiel: Final Fantasy VII Remake benötigt auf der PS4-Disc rund 15 Minuten Installation, während der digitale Download bei stabiler Leitung nach 30 Minuten spielbereit ist. Discs mit 100 GB (PS5) müssen komplett auf die SSD übertragen werden, das Laufwerk dient nur noch als Lizenzschlüssel. Schon 2023 gaben 71% der PlayStation-Nutzer an, Spiele überwiegend digital zu kaufen (Quelle: Sonys Finanzbericht). Die Disc überlebt nur noch als physischer Token.
Eine kleine Hommage an das Plastikzeitalter
Trotzdem: Ohne Discs hätte es keine Raritäten wie Final Fantasy VII, Metal Gear Solid oder Gran Turismo im Regal gegeben. Das Öffnen einer frischen Hülle und der Geruch der Bedienungsanleitung bleiben Erinnerungen.
Ob diese Spiele heute noch ohne Disc laufen? Das ist die eigentliche Frage.
Viele PS1-Klassiker wurden nie digital neu aufgelegt. Silent Hill, Suikoden II oder Tomba! sind nur auf dem Gebrauchtmarkt für hohe Summen erhältlich. Sonys PlayStation Plus Premium bietet zwar Streaming, aber keine lokalen Downloads aller Titel. Die Disc-Bibliothek umfasst über 4.000 PS4-Spiele und 500 PS5-Spiele, ein riesiges Archiv, das mit der Produktionseinstellung langsam unzugänglich wird.
Was bleibt?
Physische Spiele werden nicht ganz verschwinden, Sammlereditionen und Indies auf Cartridges halten dagegen. Aber Sonys Entscheidung zeigt: Die Disc als Standard ist tot.
Kein Grund zu trauern. Jede Ära hat ihre Medien, und die nächste ist längst da.
Microsoft hat mit der Xbox Series S bereits eine rein digitale Konsole etabliert, während die Series X ein Laufwerk bietet. Nintendo setzt bei der Switch auf Cartridges, die resistenter gegen Kratzer sind, aber teurer in der Herstellung. Bei PC-Spielen liegt der physische Anteil unter 5%. Sony selbst verkauft die PS5 Digital Edition, ein Modell ohne Laufwerk. Die Produktionseinstellung der Discs macht dieses Modell zur neuen Norm.