Upgrade für die PC-Familie
AMD weitet den Support für FSR 4.1 auf ältere Grafikarchitekturen aus. Bisher war diese KI-Technologie exklusiv den neuesten Karten wie der RX 9070 XT vorbehalten.
Ab Juli profitieren Besitzer von RDNA 3-Karten, etwa der RX 7900 XTX, von den Optimierungen. AMD-Manager Jack Huynh bestätigt, dass intensive Anpassungsarbeiten die Hürden für ältere Chips beseitigten.
Technisch gesehen basiert FSR (FidelityFX Super Resolution) auf einer langen Entwicklungskette, die 2021 mit Version 1.0 begann. Während FSR 1.0 noch auf einfachem räumlichem Upscaling (Spatial Upscaling) basierte, integrierte AMD ab FSR 2.0 temporale Daten, was den Qualitätsabstand zu Nvidias DLSS verringerte. FSR 4.1 stellt nun den Übergang zu einer rein KI-gesteuerten Rekonstruktion dar, die auf dedizierte Matrix-Kerne angewiesen ist.
Der Zeitplan für RDNA 2 und Steam Deck
Die Unterstützung endet nicht bei der aktuellen Generation. AMD plant eine Veröffentlichung für ältere RDNA 2-GPUs für Anfang 2027.
- Steam Deck bekommt damit Zugriff auf moderne Upscaling-Methoden.
- Die Langlebigkeit bestehender Hardware verlängert sich spürbar.
- Nutzer mit begrenztem Budget erhalten durch die Software-Updates mehr Leistung.
Das Steam Deck nutzt eine Van Gogh-APU (Zen 2 + RDNA 2). Ursprünglich für 800p-Gaming konzipiert, stößt das Gerät bei Titeln wie Cyberpunk 2077 oder Alan Wake 2 an seine physikalischen Grenzen. Die Implementierung von FSR 4.1 erlaubt es dem Handheld, Eingabebilder in niedrigerer nativer Auflösung zu verarbeiten, bevor die KI das finale Bild hochskaliert. Dies reduziert die Last für den Grafikspeicher, der beim Steam Deck mit 16 GB LPDDR5-Speicher geteilt wird.
Neue Impulse für die Steam Machine
Die angekündigte Steam Machine profitiert massiv von diesem Schritt. Ursprünglich sollte das Gerät FSR 3 nutzen, was jedoch bei 4K-Auflösungen oft an Grenzen stieß.
Mit FSR 4.1 nutzt die Hardware nun dieselbe Technologie wie PSSR 2 auf der PlayStation 5 Pro. Die Bildqualität und Stabilität in anspruchsvollen Titeln erreichen damit ein neues Niveau.
- PSSR 2 (PlayStation Spectral Super Resolution) dient als technisches Fundament für die neuen Algorithmen.
- 4K-Gaming im Wohnzimmer wird für das System realistischer.
- Der Wechsel von FSR 3 zu FSR 4.1 korrigiert die bisherigen Schwachstellen der Plattform.
Der Vergleich mit PSSR 2 ist technisch präzise, da beide Lösungen auf Machine-Learning-Modellen basieren, die auf temporalen Daten trainiert wurden. PSSR wurde von Sony für die PlayStation 5 Pro (Codename Trinity) entwickelt, die mit einer GPU-Leistung von 33,5 TFLOPS arbeitet. Die Steam Machine nutzt eine angepasste RDNA 3.5-Architektur. Durch die Software-Angleichung an den Sony-Standard können Entwickler ihre Spiele einfacher auf beide Plattformen portieren, da die Upscaling-Pipeline identisch abläuft.
Hardware-Performance im Wandel
Die Hardware-Preise steigen stetig, weshalb effiziente Software-Lösungen stärker in den Fokus rücken. AMD reagiert mit diesem Schritt auf den Bedarf nach längeren Lebenszyklen für bestehende PC-Systeme.
Der direkte Vergleich mit PSSR 2 zeigt, wie stark die KI-gestützte Skalierung den aktuellen Markt beeinflusst. AMD verzichtet nun auf die künstliche Limitierung durch die Architektur. Besitzer älterer Karten behalten ihre Hardware länger im System, statt auf teure Neuanschaffungen angewiesen zu sein.
Der Markt für Upscaling-Methoden wird derzeit von drei Akteuren dominiert: Nvidia (DLSS), AMD (FSR) und Intel (XeSS). Während DLSS exklusiv auf Tensor-Kernen der GeForce-Karten läuft, verfolgte AMD mit FSR lange Zeit einen Open-Source-Ansatz, der auch auf Konkurrenzhardware funktionierte. Mit FSR 4.1 schwenkt AMD auf ein geschlosseneres Modell um, das die Hardware-Beschleuniger der RDNA-Chips benötigt. Die Rechenlast verschiebt sich dabei vom Shader-Durchsatz hin zur KI-Inferenz-Leistung pro Taktzyklus. Aktuelle Tests zeigen, dass die Latenz bei FSR 4.1 im Vergleich zu FSR 3.1 um etwa 12 Prozent gesunken ist.