Hardware-Update auf der Computex
Asus hat auf der Computex das neue ROG Xbox Ally X20 als Ergänzung des Handheld-Portfolios enthüllt. Das Gerät integriert ein OLED-Panel, das die bisherigen IPS-LCD-Displays der Serie ablöst.
Historie und Entwicklung der ROG-Serie
Die ROG Ally startete im Juni 2023 als direkter Konkurrent zum Steam Deck von Valve. Während das Steam Deck auf SteamOS (Linux-basiert) setzt, nutzt Asus für die Ally ein angepasstes Windows 11 mit dem Armoury Crate SE Overlay.
- Die ursprüngliche ROG Ally (Z1 Extreme Modell) bot einen 7-Zoll-Bildschirm mit 120 Hz und 500 Nits Helligkeit.
- Das ROG Ally X (2024) verbesserte primär den Akku von 40 Wh auf 80 Wh und verdoppelte den Arbeitsspeicher auf 24 GB.
- Asus nutzt für die Ally-Reihe das Custom-Silizium AMD Ryzen Z1 Extreme, das auf der Zen 4-Architektur basiert.
Der Haken beim OLED-Traum
Asus verkauft das ROG Xbox Ally X20 ausschließlich als Bundle mit den hauseigenen AirVision M1 AR-Brillen. Wer die OLED-Hardware nutzen will, muss das gesamte Paket erwerben.
- Kunden zahlen den vollen Paketpreis, selbst wenn sie lediglich am Handheld-Display spielen möchten.
- Die strikte Koppelung verhindert den Einzelverkauf des OLED-Handhelds.
- Nutzer berichten von einem Aufpreis von etwa 350 bis 450 Euro gegenüber den LCD-Modellen ohne Brille.
Technische Details im Überblick
Das ROG Xbox Ally X20 nutzt die bewährte Windows-Architektur, um eine hohe Kompatibilität mit dem Xbox Game Pass zu gewährleisten. Die AR-Brillen agieren dabei als virtueller Monitor, der ein 1080p-Bild direkt vor den Augen des Nutzers projiziert.
- Das OLED-Display erreicht ein Kontrastverhältnis von 1.000.000:1.
- Die AirVision M1 Brillen bieten ein Sichtfeld von 57 Grad und integrierte Lautsprecher.
- Die interne Hardware des Handhelds blieb im Vergleich zum Vorgängermodell weitgehend identisch.
Branchenkontext und Vergleichswerte
Im aktuellen Markt für Handhelds setzen Hersteller wie Lenovo mit dem Legion Go auf abnehmbare Controller und einen 8,8-Zoll-Bildschirm. Das Steam Deck OLED von Valve, veröffentlicht im November 2023, etablierte den Standard für OLED-Handhelds ohne Zwangszubehör.
- Das Steam Deck OLED kostet in der 512-GB-Variante 569 Euro.
- Asus positioniert das X20-Bundle preislich bei über 1.100 Euro.
- Die ROG Ally-Serie verkauft sich laut Marktforschern primär über die offene Windows-Umgebung, die den Zugriff auf Epic Games Store oder EA Play erlaubt.
Kritik am Vertriebsmodell
Die Community reagierte auf das Bundle-Modell mit Unverständnis, da viele Käufer die AR-Technik als unausgereift betrachten. Die Integration solcher Zubehör-Pakete erhöht das finanzielle Risiko für den Endverbraucher bei einem Hardware-Defekt oder Nichtgefallen.
- Der Wiederverkaufswert des X20-Bundles ist durch den erzwungenen Kauf der Brille schwerer zu kalkulieren.
- Käufer, die bereits eine ROG Ally besitzen, erhalten durch das Bundle keinen Anreiz zum Upgrade, außer sie benötigen zwingend die AR-Brille.
- Asus erzwingt eine Marktdurchdringung für ein Nischenprodukt, indem es das Display-Upgrade als Geisel hält.
Beobachtungen zur Marktstrategie
Asus versucht mit dieser Strategie, den Absatz der eigenen AirVision M1 Brillen künstlich zu steigern. Die Verbindung von Handheld und Brille zielt auf Nutzer ab, die in Zügen oder Flugzeugen einen größeren Bildschirm simulieren wollen.
- Konkurrierende Handhelds im Windows-Bereich, etwa von MSI (Claw) oder Ayaneo, verzichten auf solche Koppelungsmodelle.
- Die Entscheidung gegen eine reine OLED-Handheld-Version schließt einen großen Teil der treuen ROG Ally-Fanbasis aus.
- Analysten beobachten, ob die Verkaufszahlen des X20-Bundles die hohen Erwartungen von Asus an die AR-Sparte erfüllen oder zu einer Preissenkung führen.