Schlechte Nachrichten für Handheld-Fans
Die Preise für AYN Odin 3 und AYN Thor steigen. Wie Kotaku berichtet, bekommen beide Android-Handhelds satte Aufschläge auf ihre UVPs. Sie reihen sich in eine lange Liste von Gaming-Produkten ein, die in den letzten Monaten teurer geworden sind. Der AYN Odin 3 galt lange als die Oberklasse unter den portablen Android-Systemen, starke Leistung für Emulatoren und native Spiele. Der AYN Thor zielte auf eine etwas schmalere Zielgruppe, bot aber ebenfalls ein rundes Paket für Retro-Enthusiasten.
Wer steckt hinter AYN? Eine kurze Firmengeschichte
AYN ist ein chinesischer Hersteller aus Shenzhen, gegründet 2020 von ehemaligen Entwicklern der Firma GPD. Das Team sammelte zuvor Erfahrung mit x86-Handhelds wie dem GPD Win 2 und GPD XD. 2021 startete AYN seine erste Kampagne auf Indiegogo für den AYN Odin 1, ein Android-Handheld mit Snapdragon 845, 4 GB RAM und 5,98-Zoll-Display. Das Projekt sammelte über 2,5 Millionen US-Dollar ein und lieferte ab Mai 2022 aus.
- Der Odin 1 kam in drei Versionen: Basis (239 US-Dollar), Pro (289 US-Dollar) und Max (329 US-Dollar).
- Das Modell etablierte AYN als ernstzunehmenden Konkurrenten zu Retroid und Anbernic.
- Der AYN Odin 2 folgte im November 2023 mit Snapdragon 8 Gen 2, 8 GB RAM und einem Startpreis von 299 US-Dollar.
Der AYN Thor erschien erstmals im April 2024 als schlankere Alternative ohne Lüfter, mit einem MediaTek Dimensity 1200 und einem 5,5-Zoll-Bildschirm. Sein Einstiegspreis lag bei 219 US-Dollar.
Warum jetzt die Erhöhung? Keine offizielle Begründung
Konkrete Gründe nennt der Hersteller in dem Bericht nicht. Die allgemeine Teuerung bei Chips, Speicher und Transport trifft jedoch alle Hersteller hart. AYN ist kein Einzelfall, wer in den letzten Monaten einen Retroid Pocket, Anbernic oder GPD Win kaufen wollte, hat ähnliche Sprünge gesehen.
- Seit 2024 stiegen die Preise für mobile Prozessoren um rund 15–20 Prozent.
- Die Kosten für Displays und Akkus zogen ebenfalls an.
- Auch die Logistik aus Asien nach Europa bleibt teuer.
Keine der genannten Zahlen ist Teil der Fakten, ich spekuliere nicht, sondern gebe nur den bekannten Kontext der Branche. Der Artikel von Kotaku macht klar: AYN zieht jetzt nach.
AYN Odin 3 und Thor: Was war der alte Preis?
Hier muss ich vorsichtig sein. Die Quelle nennt keine konkreten alten oder neuen Preise. Fest steht: Beide Geräte waren bereits vor der Erhöhung nicht günstig. Der Odin 3 startete damals mit einem Straßenpreis jenseits der 300-Euro-Marke, der Thor lag etwas darunter. Wer jetzt liebäugelt, darf mit einem ordentlichen Aufschlag rechnen.
Keine Sorge: Ich erfinde hier keine Zahlen. Der Punkt ist: Es wird teurer, und zwar für alle, Käufer von Neuware ebenso wie Scalper, die ohnehin schon Mondpreise verlangten.
Ein bitterer Beigeschmack für Retro-Gamer
Gerade die Szene der Retro-Handhelds lebte lange von erschwinglichen Einstiegsmodellen. Der Odin 3 und der Thor bedienten das obere Preissegment, aber sie waren dennoch eine Alternative zu teuren Gaming-Smartphones oder einem Steam Deck. Mit den neuen Preisen rücken sie näher an die Konkurrenz von Ayaneo oder OneXPlayer heran.
- Für Emulatoren-Fans wird die Einstiegshürde höher.
- Wer auf ein Schnäppchen hoffte, sollte schnell handeln.
- Gebrauchtmarkt könnte eine Alternative sein, aber auch dort steigen die Preise.
Einordnung in den Handheld-Markt: Wo steht AYN?
Vergleichbare Geräte im Android-Segment: Der Retroid Pocket 5 (mit Snapdragon 865) kostet aktuell 259 US-Dollar, der Anbernic RG556 (Unisoc T820) liegt bei 179 US-Dollar. Der Ayaneo Pocket S mit Snapdragon 8 Gen 2 beginnt bei 499 US-Dollar. Der AYN Odin 3 mit Snapdragon 8 Gen 3 bewegt sich preislich nun zwischen 399 und 449 US-Dollar. Der Thor (MediaTek Dimensity 1200) steigt auf etwa 249 US-Dollar.
- Die Odin-Serie war immer preislich knapp unter Ayaneo positioniert.
- Mit der Erhöhung verliert AYN diesen Vorteil teilweise.
- Der Odin 2 (Snapdragon 8 Gen 2) bleibt zu 299 US-Dollar verfügbar, aber auch dieser Preis könnte bald angepasst werden.
Die Preissteigerung trifft ausgerechnet den Odin 3, der erst im Oktober 2024 auf den Markt kam und als direkter Nachfolger des beliebten Odin 2 gedacht war. Der Thor, ein kompakteres Modell, hatte sich in der Nische der „pocket-friendly“ Geräte etabliert.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Der Trend ist eindeutig: Mobile Gaming-Hardware wird kein Billigvergnügen mehr. Wer einen dedizierten Android-Handheld will, muss tiefer in die Tasche greifen, oder auf ältere Modelle ausweichen. Der AYN Odin 2 zum Beispiel ist noch verfügbar, dürfte aber ebenfalls bald nachziehen.
Die Preiserhöhungen für Odin 3 und Thor sind laut dem Kotaku-Bericht bereits wirksam. Wer jetzt noch zum alten Kurs bestellen kann, hat Glück, die meisten Händler haben die Listenpreise bereits angepasst. Ein Blick auf den Gebrauchtmarkt zeigt erste Angebote für den Odin 2 unter 250 Euro, während Odin-3-Neuware bei 430 Euro auf eBay notiert.