Leise(r) Riese im Tastatursegment
be quiet! ist nicht nur für Netzteile und Gehäuse bekannt. Auch eine Maus und Tastaturen gehören zum Portfolio. Die Dark Mount will mit extrem leisem Anschlag und modularer Bauweise punkten. Ein Test von Eurogamer zeigt, ob das Konzept aufgeht.
Hintergrund: be quiet! und die Dark-Familie
be quiet! startete 2000 als Marke der Listan GmbH. Die ersten Erfolge waren Netzteile der Dark Power-Serie, später Gehäuse wie das Dark Base 900. 2019 brachte das Unternehmen mit der Dark Force die erste Gaming-Maus auf den Markt. Die Dark Mount ist die vierte Tastatur der Dark-Reihe. Vorgängermodelle wie die Dark Key 1 (2021) und Dark Key 2 (2022) setzten auf klassische mechanische Schalter von Cherry, aber ohne modulare Komponenten. Die neue Tastatur kostet mit 250 Euro rund 80 Euro mehr als die Dark Key 2 zum Marktstart.
Modularität als Trumpf
Die Dark Mount lässt sich in vielen Teilen anpassen:
- Tastenlayout und Switches sind austauschbar
- Handballenauflage und Höhenwinkel variabel
- Magnetische Abdeckungen für schnelle Wechsel
Das Konzept erinnert an Highend-Modelle von Wettbewerbern. be quiet! setzt aber auf eigene Akzente.
Technische Details und Bauweise
Das Gehäuse der Dark Mount kombiniert Aluminium mit glasfaserverstärktem Kunststoff. Die Tastatur wiegt 1,2 Kilogramm und steht stabil auf vier Gummifüßen. Das abnehmbare USB-C-Kabel ist geflochten und 1,8 Meter lang. Die Handballenauflage nutzt Mikrofaserbezug, ähnlich der Corsair K100. Eurogamer lobt die saubere Verarbeitung: Keine scharfen Kanten, keine Wackelkontakte. Einziger Kritikpunkt: Die magnetischen Abdeckungen halten nicht auf allen Untergründen gleich gut.
Flüsterleise unterwegs
Das Tippgeräusch fällt laut Test sehr dezent aus. Ideal für nächtliche Gaming-Sessions oder ruhige Büros. Die mechanischen Switches sind speziell gedämpft, ohne dabei schwammig zu wirken.
Vergleich mit Wettbewerbern
Im Segment leiser, modularer Tastaturen trifft die Dark Mount auf die Mountain Everest Max (230 Euro) und die Glorious GMMK Pro (170 Euro ohne Tastenkappen). Mountain setzt auf Hot-Swap-Sockets und eine separate Nummernblock-Erweiterung. Glorious bietet Offenlegung der Schalterplatine und Open-Source-Firmware. be quiet! punktet mit der gedämpften Geräuschkulisse: Laut Eurogamer misst die Dark Mount im Tippbetrieb durchschnittlich 35 Dezibel, während die Logitech G915 bei gleicher Belastung 42 Dezibel erreicht. Die Dämpfung erfolgt über Gummiringe im Gehäuse und an den Tastenkappen.
Der Preis als Hürde
Rund 250 Euro ruft be quiet! für die Dark Mount auf. Damit liegt sie im oberen Preissegment. Die Frage ist, ob die Kombination aus Lautstärke und Modularität diesen Aufpreis rechtfertigt. Der Test gibt darauf eine differenzierte Antwort.
Marktkontext und Preisanalyse
Zum Vergleich: Die Razer Huntsman Elite mit optischen Schaltern kostet 190 Euro, die SteelSeries Apex Pro mit einstellbaren Schaltern 200 Euro. Be quiet! verlangt für eine Tastatur ohne Makrotasten, ohne RGB-Beleuchtung auf der Unterseite und ohne dedizierte Medientasten 50 bis 60 Euro mehr als diese etablierten Modelle. Dafür erhält der Käufer ein Produkt, das in puncto Laufruhe branchenweit führend ist. Die Cherry MX Silent Red-Schalter, die ähnliche Ergebnisse liefern, kosten im Einzelhandel rund 8 Euro pro Zehnerpack, die Dark Mount verwendet keine Standard-Cherry-Switches, sondern eigene, nicht nachrüstbare Komponenten.
Fazit des Tests
Die Dark Mount ist ein mutiger Schritt für be quiet! Sie zeigt, dass der Hersteller auch im Peripheriebereich ernst zu nehmen ist. Ob der Preis angemessen ist, hängt vom persönlichen Bedarf ab. Die vollständige Analyse von Eurogamer liefert alle Details zur Entscheidung.