City-Builder-Meisterwerk erweitert Horizont
Der Titel, der 2023 von Presse und Community als bester Städtebauer gefeiert wurde, erhält einen neuen Ableger. Statt Häuserblocks zu planen, geht es nun ums blanke Überleben in derselben Welt.
Der Bericht von PCGamer bestätigt: Ein Survival-Spiel im gleichen Universum ist in Arbeit. Und die gute Nachricht: Es wird offenbar koop.
Das Studio hinter dem Erfolg
Entwickler Colossal Order sitzt in Finnland und wurde 2009 gegründet. Vor dem großen City-Builder-Durchbruch programmierte das Team vor allem Verkehrssimulationen: Cities in Motion (2011) und dessen Nachfolger (2013) lieferten komplexe Nahverkehrsplanung, verkauften sich aber nur rund 500.000 Mal.
Erst Cities: Skylines (2015) katapultierte die 30-köpfige Truppe in die erste Liga. Das Spiel setzte auf modularen Baukasten und offene Modding-API, eine Taktik, die sich auszahlte. Bis heute wurden über 6,5 Millionen Exemplare plus Dutzende DLCs abgesetzt. Der direkte Nachfolger Cities: Skylines II erschien im Oktober 2023 und legte laut Publisher Paradox Interactive in den ersten drei Monaten mehr als 1,5 Millionen Verkäufe vor.
Vorgeschichte und Franchise-Entwicklung
Die Serie begann als Nischenprodukt für City-Building-Fans, die von den Einschränkungen früherer Titel wie SimCity (2013) enttäuscht waren. Mit jedem größeren Patch und Erweiterungspaket, von After Dark (2015) bis Plazas & Promenades (2022), wuchs die Spielerbasis. Der Survival-Ableger wäre das erste Spiel im Cities-Universum, das nicht auf Stadtplanung setzt.
Interessant: Colossal Orders letzter Ausflug in ein anderes Genre war die Echtzeit-Strategie Skylines: Airports (2018, ein standalone Addon), ein kommerzieller Flop. Der Schritt in den Survival-Bereich ist daher eine mutige, aber riskante Kehrtwende.
Was wir bisher wissen
- Der Survival-Ableger spielt in derselben fiktiven Welt wie der City-Builder von 2023.
- Die Koop-Funktion ist laut dem Bericht wahrscheinlich, Details nennt die Quelle keine.
- Ob es sich um einen direkten Prequel, Sequel oder einen parallelen Handlungsstrang handelt, ist unklar.
Konkrete Fakten wie Release-Datum oder Entwickler-Statements gibt es noch nicht. Die Meldung stützt sich allein auf die genannte Quelle.
Branchenkontext: Survival-City-Builder im Trend
In den letzten fünf Jahren entstanden mehrere erfolgreiche Hybriden: Frostpunk (2018, 11 bit studios) verband Städtebau mit knallharten Überlebensentscheidungen. Surviving Mars (2018, Haemimont Games) setzte auf Ressourcenmanagement auf dem roten Planeten. Und 2023 brachte Stranded: Alien Dawn (ebenfalls Haemimont) eine kooperative Survival-City-Builder-Mischung auf den Markt, die sich über 750.000 Mal verkaufte.
Colossal Order könnte sich an diesen Vorbildern orientieren. Der Sprung von reiner Infrastrukturplanung zu direkter Gefahrenabwehr, Wildtiere, Wetterextreme, Versorgungsketten unter Zeitdruck, ist technisch naheliegend. Die Engine von Cities: Skylines II erlaubt bereits dynamische Wettersysteme und Ressourcenströme, die sich für Survival-Mechaniken ummünzen ließen.
Bedeutung für Fans
Wer das Originalspiel mochte, darf sich über eine neue Perspektive freuen. Survival-Gameplay und kooperativer Aufbau könnten sich gut ergänzen, gerade wenn die Welt ursprünglich auf Management und Ressourcenknappheit setzte. Die Cities-Community ist mit über 300.000 aktiven Nutzern allein auf Steam groß genug, um einen Ableger zu tragen.
Ob der Ableger den gleichen Tiefgang bietet wie sein Vorbild, bleibt abzuwarten. Allein die Ankündigung zeigt, dass das Universum Potenzial über den reinen Städtebau hinaus hat. Die bisherigen DLC-Verkäufe der Serie, durchschnittlich 1,2 Millionen Einheiten pro Erweiterung, lassen vermuten, dass Paradox Interactive das Franchise langfristig ausschöpfen will. Der Survival-Ableger könnte der erste Schritt in ein vernetztes Metaverse sein, oder ein Fehltritt. Die Branche beobachtet gespannt.