Der frustrierende Geister-Input
Der DualSense-Controller der PlayStation 5 leidet unter sporadischen Eingabefehlern, bei denen die Analog-Sticks Signale registrieren, obwohl keine Berührung stattfindet. Dieses als Stick-Drift bekannte Phänomen resultiert aus dem Aufbau der internen Potentiometer.
Das Gehäuse des Controllers enthält zwei bewegliche Widerstände, die die x- und y-Achsen-Positionen an die Konsole übermitteln. Verschleiß der Leitbahnen oder eindringender Staub verfälschen die elektrischen Widerstandswerte dauerhaft.
5 schnelle Lösungen gegen Drift
Bevor ihr einen neuen DualSense für aktuell rund 70 Euro anschafft, solltet ihr diese Schritte zur Fehlerbehebung durchführen. Viele Probleme lösen sich durch einfache Wartung.
- Setzt die Bluetooth-Verbindung in den Einstellungen unter „Zubehör“ zurück, um fehlerhafte Signalpakete auszuschließen.
- Reinigt den Spalt zwischen Stick und Gehäusering mit einem trockenen Wattestäbchen, um Abrieb zu entfernen.
- Nutzt Druckluft, um Partikel aus dem Sensorgehäuse zu blasen, ohne den Controller zu öffnen.
- Drückt den Reset-Knopf auf der Rückseite neben dem Sony-Logo für fünf Sekunden, um die Controller-Firmware neu zu initialisieren.
- Justiert in der Einstellungs-Option „Barrierefreiheit“ oder im Spielmenü die Deadzone, um den neutralen Bereich der Sticks künstlich zu vergrößern.
Die Ursache verstehen
Das Design der DualSense-Joystick-Einheiten basiert auf einem Standard-Bauteil des Herstellers ALPS Alpine. Diese Komponenten finden sich in fast allen modernen Controllern, inklusive der Xbox Series X-Pads und der Nintendo Switch Joy-Cons.
Die Lebensdauer dieser Potentiometer ist auf etwa 2 Millionen Zyklen ausgelegt. Bei intensiver Nutzung in Titeln wie Call of Duty: Warzone oder EA Sports FC 24 erreichen Spieler diesen Wert nach etwa 400 bis 600 Betriebsstunden.
Historie und Branchenkontext
Sony entwickelte den DualSense als Nachfolger des DualShock 4, der mit der PlayStation 4 im Jahr 2013 debütierte. Während der DualShock 4 auf einfache Vibrationsmotoren setzte, integrierte Sony im DualSense haptisches Feedback durch Voice-Coil-Aktuatoren.
Die Einführung der adaptiven Trigger erforderte eine komplexere Mechanik hinter den Sticks. Im Vergleich zum DualShock 4 stieg die Anzahl der internen Komponenten um etwa 30 Prozent an.
Diese gesteigerte Komplexität macht den Controller anfälliger für mechanische Ermüdung. Im Gegensatz dazu setzen Hersteller wie 8BitDo oder GuliKit für Drittanbieter-Controller auf Hall-Effekt-Sensoren. Diese messen die Position des Sticks mittels Magnetfeldern und sind immun gegen mechanischen Abrieb.
Hardware-Check und Rechtslage
In den USA und Europa gab es bereits Sammelklagen gegen Sony aufgrund des Drift-Problems. Die Kläger argumentierten, dass die begrenzte Lebensdauer der Potentiometer einen Konstruktionsmangel darstellt.
Einige Nutzer behelfen sich mit dem Austausch der gesamten Stick-Einheit durch Löten. Für diesen Eingriff ist jedoch eine ruhige Hand und passendes Werkzeug wie ein Torx-T8-Schraubendreher notwendig.
Wer den Controller öffnet, verliert den Garantieanspruch gegenüber Sony. Die gesetzliche Gewährleistung in Deutschland deckt Fabrikationsfehler für 24 Monate ab, wobei die Beweislast nach den ersten zwölf Monaten beim Käufer liegt.