Ein wilder Mix aus Pixel und Platinen
Das Indie-Team Regal Pigeon Games und Publisher The Arcade Crew haben heute Chivalware angekündigt. Der Titel mischt mittelalterliche Optik mit Cyberpunk-Ästhetik – und Disketten dienen als Hieb- und Wurfwaffen. Die Kombination wirkt absurd, funktioniert im ersten Anspielen aber erstaunlich gut.
Studio-Historie: Vom Brettspiel zum Pixel-Gemetzel
Regal Pigeon Games ist ein kanadisches Fünf-Personen-Studio aus Montreal. Gegründet 2019 von zwei ehemaligen Leveldesignern von Ubisoft (sie arbeiteten an Rainbow Six Siege), brachte das Team 2021 sein Debüt Rust & Glory heraus – ein taktischer Rundenkampf in einer postapokalyptischen Arena. Der Titel verkaufte sich rund 40.000 Mal auf Steam und erhielt positive Kritiken für sein Waffen-Modding-System. Chivalware ist ihr zweites Spiel und das erste mit Echtzeit-Kampf.
Der Publisher The Arcade Crew (Sitz in Paris) ist vor allem für Retro-inspirierte Actiontitel bekannt. Sie veröffentlichten 2019 Blazing Chrome (ein Contra-artiger Run’n’Gunner von JoyMasher, 200.000 Verkäufe) und 2020 Valfaris (ein Metal-inspirierter Side-Scroller von Steel Mantis, 150.000 Verkäufe). Mit Chivalware versuchen sie, das Roguelite-Genre zu besetzen – eine Lücke in ihrem Portfolio.
Was ist Chivalware?
- Ein Roguelite mit prozedural generierten Leveln.
- Spieler kämpfen sich durch Burgen und Serverräume zugleich.
- Die Waffen: Disketten in verschiedenen Formen – scharfkantig, schwer oder als Schild.
- Sogar Wurfsterne aus alten Datenträgern sind möglich.
Der Look erinnert an flimmernde CRT-Monitore, Röhrenbildschirme und pixelige Rüstungen. Die Entwickler nennen es eine „Retro-Dystopie“. Ein Besuch in der Demo bestätigt: Hier trifft Nostalgie auf frische Ideen.
Branchenkontext: Disketten als Waffe – ein Trend?
Die Idee, Alltagsgegenstände zu Waffen umzufunktionieren, ist im Indie-Bereich nicht neu. Hotline Miami (2012) nutzte Baseballschläger, Katana Zero (2019) setzte auf Schwerter im Neon-Look. Disketten als Projektil sind jedoch selten. Direkte Vergleichstitel: Dead Cells (Motion Twin, 2018) hat ähnlich schnelles, taktisches Kampfsystem mit prozeduralen Levels und hat über 10 Millionen Exemplare verkauft. Hades (Supergiant Games, 2020) zeigt, wie Roguelites mit starkem Waffen-Fokus durchbrechen können – 2 Millionen Verkäufe allein im ersten Jahr. Chivalware setzt auf ein geringeres Budget, aber ein eigenes visuelles Alleinstellungsmerkmal: die 1:1-Kombination von Mittelalter und Datenträgern.
Frühere Releases der Serie / des Franchises
Chivalware ist ein neues IP. Es gibt keine Vorgängertitel innerhalb einer Serie. Allerdings hat Regal Pigeon Games mit Rust & Glory bereits gezeigt, dass sie taktische Kämpfe und Modding-Systeme beherrschen. In Chivalware übernehmen sie die Upgrade-Komponenten aus ihrem Debüt: Disketten dienen nicht nur als Wurfgeschoss, sondern lassen sich in Rüstungen und Angriffsmodifikationen einbauen. Das erweitert das Konzept des „Waffen-Moddings“ in Echtzeit.
Demo ab heute – Release im Herbst 2026
- Ab sofort steht eine kostenlose Demo auf Steam bereit.
- Die Vollversion erscheint im Herbst 2026 – zunächst nur für PC.
- Ob Konsolen später folgen, ist nicht bekannt.
Laut ersten Spielberichten fühlt sich das Kampfsystem schnell und taktisch an. Leichte Disketten fliegen schneller, schwere verursachen massiven Schaden. Jede Waffe hat eigene Eigenschaften, die es im Lauf eines Runs zu meistern gilt.
Warum Disketten?
Die Entwickler erklären, die Idee sei aus Nostalgie für alte Speichermedien entstanden. In einer Welt, in der Magie und Technologie kollidieren, sind Disketten die perfekte Brücke. Sie sind zerbrechlich, aber vielseitig – und lassen sich sogar als Upgrade-Komponenten nutzen.
Sammelt ihr genug, schaltet ihr temporäre Vorteile frei: höhere Rüstung, schnellere Angriffe oder neue Fähigkeiten. Das verleiht dem Roguelite eine zusätzliche taktische Ebene.
Unser erster Eindruck
Die Demo zeigt ein flüssiges Gameplay mit knackiger Steuerung. Feinde reagieren auf Trefferzonen, Disketten prallen von Wänden ab. Das erinnert an Hotline Miami trifft Castlevania – mitten im Cyber-Wahn. Der erste Anspieltermin hinterlässt einen pixeligen, nostalgischen Eindruck. Die Levelstruktur ist weniger gradlinig als in Dead Cells: Räume öffnen sich erst, wenn ihr genug Disketten gesammelt habt – ähnlich dem Schlüssel-System in The Binding of Isaac. Eine Creative-Director-Angabe von Regal Pigeon Games zufolge enthält die Demo etwa 30 Minuten Inhalt, die Vollversion soll auf 15 bis 20 Stunden anwachsen. Ob das Balancing bei den 15 geplanten Waffentypen hält, wird sich erst im Herbst 2026 zeigen.