EndeNews Logo EndeNews
Cinderline: Mit dem Zug durch die Aschewelt zum letzten S'more
News

Cinderline: Mit dem Zug durch die Aschewelt zum letzten S'more

Im Indie-Spiel Cinderline schlüpft ihr in einen stummen Vogel, der mit einer Mini-Lok die Welt bereist, um das letzte S'more aller Zeiten zu backen. Wir fassen zusammen, was über das skurrile Abenteuer bekannt ist.

F
FatimaEzzahra Zouhoum
TEILEN: Twitter Reddit

Ein Vogel, eine Lok und ein letzter Nachtisch

Cinderline ist ein neues Indie-Abenteuer, das sich in die lange Reihe der „Game where you run around as a little guy“ einreiht. Ihr spielt einen anthropomorphen, stummen Vogel, der sich auf eine Reise begibt, um die Zutaten für das letzte S’more der Welt zu sammeln. Dazu fahrt ihr mit einer winzigen Eisenbahn von Stadt zu Stadt, deren Umgebung von einer dicken Ascheschicht bedeckt ist.

Die Prämisse klingt bewusst absurd: Ein S’more, das klassische Lagerfeuer-Gebäck aus Keks, Schokolade und Marshmallow, wird zur letzten Hoffnung einer Welt, die möglicherweise untergeht. Der Ton wird als surreal und zugleich komisch-bedrohlich beschrieben.

Was bisher über das Gameplay bekannt ist

  • Spielprinzip: Steuerung einer kleinen Lokomotive, mit der ihr zwischen Ortschaften pendelt.
  • Ziel: Sammeln von Zutaten für das letzte S’more, vermutlich in einer offenen oder halboffenen Welt.
  • Held: Ein stummer Vogel, eine Figur, die ohne Worte auskommt und ihre Persönlichkeit vermutlich durch Gestik und Mimik trägt.
  • Atmosphäre: Aschebedeckte Landschaften, die an eine postapokalyptische oder verfallene Welt erinnern, aber mit einem skurrilen Humor erzählt werden.

Details zur konkreten Umsetzung, etwa ob es Rätsel, Dialoge oder Kampfsysteme gibt, sind bislang nicht ausgebreitet worden. Auch Plattformen und ein Erscheinungsdatum stehen noch aus.

Die Kunst des „Kleinen Kerls“

Die Ankündigung von Cinderline fügt sich in einen Trend ein, der in den vergangenen Jahren immer beliebter wurde: Spiele, in denen man eine niedliche, oft stumme Kreatur durch eine feindliche oder melancholische Umgebung steuert. Bekannte Beispiele wie A Short Hike oder Untitled Goose Game zeigen, wie viel Charme aus minimalistischen Szenarien entstehen kann.

Cinderline scheint dieser Tradition zu folgen, indem es die niedliche Optik eines Vogels mit einer tristen, aschgrauen Welt kontrastiert. Die Reise mit dem Zug erinnert an klassische Zug-Abenteuer wie Snowpiercer oder Spirit of the North, bleibt aber bewusst kleiner und persönlicher.

Wer steckt hinter dem Spiel?

Die Ankündigung selbst nennt keinen Entwickler oder Publisher. Das ist bei Indie-Titeln nicht ungewöhnlich, aber es macht eine Einordnung schwer. Die Ästhetik, die aus der Beschreibung hervorgeht, erinnert an die Arbeiten kleiner Studios, die sich auf atmosphärische Erzählspiele spezialisiert haben.

Mangels offizieller Angaben bleibt nur die Ankündigung als Ausgangspunkt. Spieler, die Gefallen an ruhigen, aber melancholischen Erlebnissen haben, sollten Cinderline im Auge behalten. Eine Demo oder ein Trailer könnte in den nächsten Monaten folgen.

Zwischen Idylle und Untergang

  • Der Kontrast zwischen dem niedlichen Vogel und der zerstörten Umgebung erzeugt beabsichtigte Spannung.
  • Das Ziel, das letzte S’more zu backen, wirkt wie ein Symbol für eine letzte Freude in einer Welt, die ihre Unschuld verloren hat.
  • Der Zug als Fortbewegungsmittel betont Gemächlichkeit, aber auch einen stetigen Fortschritt, man kann nicht einfach teleportieren.
  • Die Asche, die alles bedeckt, deutet auf eine Katastrophe hin, deren Ursache das Spiel vermutlich schrittweise aufdeckt.

Vergleichbare Spiele und Einordnung

In Sachen Stimmung lässt sich Cinderline neben Titeln wie Sable (Wüsten-Erkundung mit kleiner Figur) oder OMORI (traurig-surreal mit niedlichen Charakteren) einreihen. Auch Little Nightmares spielt mit einer ähnlichen Mischung aus Kindlichkeit und Bedrohung.

Der entscheidende Unterschied liegt im Vehikel: Der Zug ist nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern könnte als eigenes Charakterelement dienen. Viele Spieler schätzen gerade an Zugspielen die beruhigende Routine des Streckenfahrens, ein Mechanismus, der hier mit dem Sammel- und Back-Auftrag verschmelzen dürfte.

Ein letzter Blick auf die Kulisse

Die Entscheidung, ausgerechnet ein S’more zum Ziel zu machen, erinnert an die Erzählstruktur von The Last of Us und dessen Giraffen-Szene: ein Moment des Trostes inmitten von Zerstörung. Nur eben hier als gesamte Handlung ausgebaut.

Ob der Titel auch eine Diskussion über Konsum oder Erinnerungskultur führt, ist Spekulation. Aber allein die Idee, dass ein Vogel durch eine Aschewelt fährt, um einen Keks zu backen, zeigt, wie viel erzählerisches Potenzial in absurden Prämissen stecken kann. Die Indie-Szene lebt von solchen Experimenten, und Cinderline könnte eines der skurrilsten Beispiele des kommenden Jahres werden.

VERWANDTE ARTIKEL