Überraschend moderate Anforderungen
Vor dem Release im September 2024 veröffentlichte Remedy die PC-Specs für Control Resonant.
Minimum: GTX 1070 / RX 5600 XT, Empfohlen: RTX 3070 / RX 6700 XT.
Beide Grafikkarten stammen aus den Jahren 2020 und 2021, für ein damals neues Spiel ein ungewöhnlich niedriges Level.
Entwickler Remedy Entertainment mit Sitz in Espoo, Finnland, wurde 1995 gegründet und machte sich mit Max Payne (2001) einen Namen. Das Studio ist bekannt für cineastische Third-Person-Shooter und narrative Übernatür-Thriller. Der hauseigene Northlight Engine trieb bereits Quantum Break (2016), Control (2019) und zuletzt Alan Wake 2 (2023) an. Control verkaufte sich bis 2023 über 4 Millionen Mal und erhielt 2020 die Auszeichnung "Bestes Actionspiel" bei den Game Awards. Control Resonant ist kein direkter Nachfolger, sondern ein eigenständiges Spin-off, das in derselben Welt des Föderalen Kontrollbüros spielt, eine Erweiterung des sogenannten "Remedy Connected Universe", zu dem auch Alan Wake und Max Payne (über Remakes) gehören.
Hardware im Detail
- Die RTX 3070 besitzt nur 8 GB VRAM. Viele aktuelle Titel verlangen mehr, doch Remedy setzt hier bewusst auf ältere Hardware.
- Auch die RX 6700 XT ist mit 12 GB VRAM inzwischen vier Jahre alt.
- 16 GB RAM und eine SSD mit 100 GB Speicher runden die empfohlenen Spezifikationen ab.
- Die CPU-Empfehlung liegt beim Ryzen 7 3700X oder Intel-Equivalent, ebenfalls ein Modell aus 2019.
Die Northlight Engine war schon bei Control für ihre effiziente Raytracing-Implementierung bekannt. Auf einer RTX 3070 erreichte Control in 1440p mit Raytracing auf "Hoch" rund 50–60 FPS (ohne DLSS). Remedy nutzt seit Alan Wake 2 verstärkt Upsampling-Techniken wie FSR 2 und DLSS 3, um die Performance zu glätten. Die moderaten Anforderungen für Resonant deuten darauf hin, dass das Spiel entweder auf eine niedrigere Zielauflösung (1080p oder 1440p) oder eine geringere Raytracing-Komplexität optimiert wurde, oder dass DLSS/FSR als fester Bestandteil einkalkuliert sind. Auffällig: Die empfohlenen GPUs haben weniger VRAM als die 12 GB, die Alan Wake 2 (2023) für seine "Empfohlen"-Stufe mit Raytracing verlangte.
Offene Fragen zur Leistung
Remedy hat noch nicht verraten, welche Framrates oder Raytracing-Performance mit diesen Karten erzielt werden.
Das erste Control war für seine spektakulären Raytracing-Effekte bekannt, Fans hoffen hier auf ähnliche Qualität.
Die konkreten Performance-Angaben sollen kurz vor dem Launch folgen.
Im Vorgänger Control (2019) erreichte die RTX 3070 bei 1440p/Ultra ohne Raytracing über 90 FPS; mit maximalem Raytracing fiel die Framerate auf 45–55 FPS. Für Alan Wake 2 empfahl Remedy eine RTX 3070 für 1080p/30 FPS mit Raytracing auf "Niedrig". Sollte Resonant ähnlich skalieren, wäre die anvisierte Erfahrung vermutlich 60 FPS bei 1080p oder 30 FPS bei 1440p mit hochwertigen Reflexionen. Raytracing ist mittlerweile ein Markenzeichen von Remedy, die Northlight Engine unterstützt hardwarebeschleunigtes Raytracing bereits seit 2019. Dass die Spezifikationen eine RTX-3000-Serie nennen, bestätigt, dass Raytracing auch in Resonant enthalten sein wird, aber möglicherweise nur als optionale Einstellung.
Release und Konkurrenz
Control Resonant erschien am 24. September 2024.
Der Monat war randvoll mit anderen Blockadern: Marvel's Wolverine, Onimusha: Way of the Sword und Silent Hill: Townfall kamen ebenfalls im selben Zeitraum.
Remedy entschied sich für moderate Systemanforderungen, eine gute Nachricht für alle, die noch auf älteren Rechnern unterwegs sind.
Der Release-Termin fällt genau ein Jahr nach Alan Wake 2 (Oktober 2023), das für seine hohen Hardware-Anforderungen kritisiert wurde, selbst die RTX 4090 kämpfte mit 1440p/Ultra bei aktiviertem Path Tracing. Mit Resonant geht Remedy den entgegengesetzten Weg, vermutlich um die installierte Basis von Control-Spielern zu bedienen, die meist ältere Hardware besitzen. Marvel's Wolverine (Insomniac) und Onimusha: Way of the Sword (Capcom) sind ebenfalls Action-Titel, zielen aber auf höhere Grafikstandards ab. Silent Hill: Townfall (No Code/Annapurna) hingegen ist ein narrativer Horror, ein Genre, in dem Remedy mit Alan Wake und Control Maßstäbe setzte. Die moderate Spezifikation könnte Resonant zum zugänglichsten Remedy-Titel seit Quantum Break machen.