Eine neue Ära für Criterion
Electronic Arts hat das Studio Criterion zum 30-jährigen Jubiläum offiziell umbenannt. Künftig trägt das Team den Namen Criterion: A Battlefield Studio.
Dieser Schritt markiert eine strategische Neuausrichtung für die Entwickler aus Guildford. Die Arbeiten an anderen Marken werden zugunsten des Battlefield-Franchise eingestellt.
Die Rolle von Criterion bei Battlefield
Die Zusammenarbeit zwischen Criterion und Battlefield hat eine längere Tradition als mancher Fan vermuten mag. Bereits seit Battlefield 1 aus dem Jahr 2015 leistet das Studio Zuarbeit für die Reihe.
- Criterion ist nun eines von vier Studios, die unter der Leitung von Vince Zampella gemeinsam an der Zukunft von Battlefield arbeiten.
- Neben Criterion sind DICE, Ripple Effect und Motive Studio an der Entwicklung beteiligt.
- Das Studio war zuvor maßgeblich für die Need For Speed-Serie verantwortlich, darunter Need For Speed: Hot Pursuit (2010), Most Wanted (2012) und Unbound (2022).
- Auch am Reboot von Star Wars: Battlefront (2015) war das Team als technischer Partner aktiv beteiligt.
Historie: Vom Rennspiel-Pionier zum Support-Studio
Gegründet im Jahr 1996 durch David Lau-Kee und Ross Alexander, erlangte Criterion durch die RenderWare-Engine internationale Bekanntheit. Diese Technologie bildete das technische Rückgrat für hunderte Titel, darunter frühe Grand Theft Auto-Teile.
- Mit der Burnout-Reihe definierte das Studio das Arcade-Rennspielgenre neu.
- Burnout 3: Takedown aus dem Jahr 2004 gilt bis heute als Referenz für physikbasierte Crash-Mechaniken.
- Nach der Übernahme durch Electronic Arts im Jahr 2004 verlor das Studio langsam seine Unabhängigkeit.
- Der Fokus verschob sich von eigenen Marken hin zu Aufgaben als technischer Dienstleister innerhalb der EA-Struktur.
Branchenkontext und Studio-Konsolidierung
Die Umbenennung folgt der aktuellen Strategie von Electronic Arts, Entwicklerressourcen massiv auf wenige Kernmarken zu konzentrieren. Battlefield soll nach den durchwachsenen Verkaufszahlen von Battlefield 2042 (erschienen 2021) technisch und spielerisch stabilisiert werden.
- Die Konsolidierung von Criterion spiegelt den Druck wider, den Call of Duty auf das Genre der Militär-Shooter ausübt.
- Vergleichbare Umstrukturierungen gab es bei Ubisoft, wo spezialisierte Studios wie Ubisoft Annecy zunehmend in die Hauptentwicklung von Großprojekten wie Assassin’s Creed integriert wurden.
- Criterion verlor in den letzten Jahren viele der ursprünglichen Kernentwickler, was eine Rückkehr zur eigenständigen Entwicklung komplexer Rennspiele ohnehin erschwert hätte.
Abschied oder Pause?
Trotz des klaren Fokus auf die Schusswechsel an der Front schließt das Studio eine Rückkehr zu ihren Rennspiel-Wurzeln nicht kategorisch aus. Die offizielle Haltung lautet: "Never say never".
- Burnout bleibt als legendäre Marke in der Geschichte von Criterion verankert, wird aber seit Burnout Paradise Remastered (2018) nicht aktiv weiterentwickelt.
- Aktuell gibt es keine laufenden Projekte abseits von Battlefield im Portfolio.
- Ob und wann das Studio wieder auf die Rennstrecke zurückkehrt, bleibt zum heutigen 16. Juli 2026 reine Spekulation.
Der Blick nach vorne
Das Team konzentriert sich derzeit ausschließlich auf die Anforderungen der Battlefield-Produktion. Andere Ambitionen stehen hinter dieser Priorität zurück.
Die Identität als Rennspiel-Experten, die einst Burnout erschufen, ist nun vollständig in der neuen Struktur aufgegangen. Für Fans der schnellen Autos bleibt damit vorerst nur der Rückblick auf vergangene Titel im Regal. Die Engine-Expertise, welche Criterion einst zur Entwicklung der RenderWare-Technologie befähigte, soll nun direkt in die Optimierung der Frostbite-Engine einfließen. Der Output des Studios ist damit ab sofort fest an den Release-Zyklus der Battlefield-Marke gekoppelt.