Vom Rätselheft zum Partyspiel
Perfect Words aus dem Hause Piatnik fühlte sich schon wie ein Kreuzworträtsel an. Der Nachfolger Cross Words geht jetzt einen Schritt weiter. Es ist kein reines Wissensquiz mehr.
Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Es gibt ein Raster, freie Kästchen und vorgegebene Buchstaben. Klingt vertraut. Der entscheidende Unterschied: Die Antworten sind nicht vorgegeben.
Verlagshistorie: Piatniks Weg zum Wortspiel
Piatnik wurde 1824 in Wien gegründet und zählt zu den ältesten Spieleverlagen Europas. Das Unternehmen ist bekannt für Kartenspiele wie Tarock und Bridge sowie Puzzles. 2021 brachte Piatnik Perfect Words auf den Markt, ein Wortspiel, bei dem Begriffe zu vorgegebenen Kategorien erfunden werden müssen. Perfect Words erreichte laut Händlerangaben einen Umsatz von über 500.000 Euro im ersten Jahr.
Der Nachfolger Cross Words wurde im Herbst 2024 veröffentlicht. Entwickelt wurde es von denselben hauseigenen Autoren, die auch Perfect Words konzipierten. Die Produktion erfolgt in der firmeneigenen Druckerei in Wien, was die Verarbeitungsqualität sicherstellt.
Kreativität statt Lexikon
- Ihr müsst selbst passende Begriffe erfinden, die in das Raster passen
- Das können Wörter, Namen oder sogar Fantasiebegriffe sein
- Die Mitspieler entscheiden per Abstimmung, ob die Lösung gültig ist
Das fordert spontane Einfälle und sorgt für überraschende Wendungen. Wo bei klassischen Kreuzworträtseln oft das Allgemeinwissen siegt, zählt hier die Idee.
Vergleich mit Perfect Words
Perfect Words verlangte von den Spielern, zu einer Kategorie wie „Dinge, die man im Badezimmer findet“ möglichst originelle Antworten zu geben. Cross Words ersetzt die Kategorien durch ein Kreuzwortraster mit vorgegebenen Buchstaben. Die Bewertung erfolgt nicht über einen Spielleiter, sondern per Gruppenabstimmung.
Beide Spiele teilen die Grundidee: Es gibt keine richtigen Antworten, nur kreative. Cross Words ist jedoch räumlich eingeschränkter, die Antworten müssen in das Raster passen. Perfect Words bot mehr Freiheit, Cross Words mehr Struktur. Auf BoardGameGeek hat Perfect Words eine Bewertung von 7,1 bei 2.000 Stimmen. Cross Words ist mit 6,9 gestartet, Stand Februar 2025.
Testeindruck: Überraschend fordernd
Cross Words ist kein ruhiges Rätsel für die einsame Ecke. Es lebt von der Gruppe. Die Mechanik erinnert an Codenames oder Just One, bleibt aber eigenständig.
- Einfacher Einstieg: Die Regeln passen auf eine Seite
- Hoher Wiederspielwert: Jede Runde ist anders durch die freien Antworten
- Altersempfehlung: Ab 12 Jahren, besser mit Erwachsenen
Besonders reizvoll sind die Diskussionen, wenn jemand einen schrägen Begriff vorschlägt. Das Lachen ist garantiert.
Marktumfeld und Ausstattung
Cross Words konkurriert mit Titeln wie Just One (2018, Repos Production) und Codenames (2015, Czech Games Edition). Just One gewann 2019 den As d'Or in Cannes und verkaufte sich über eine Million Mal. Cross Words zielt auf eine ähnliche Zielgruppe, setzt aber auf ein klassisches Kreuzworträtsel-Format.
Die Ausstattung umfasst 100 Karten mit Buchstabenkombinationen, ein doppelseitiges Spielbrett (5x5 und 7x7 Raster), eine Sanduhr (60 Sekunden) und sechs abwischbare Stifte. Die Karten sind aus stabilem Karton. Der empfohlene Verkaufspreis von 29,99 Euro liegt im Durchschnitt vergleichbarer Partyspiele. Die erste Auflage von 5.000 Exemplaren war laut Piatnik innerhalb von zwei Monaten ausverkauft.
Fazit für Wortakrobaten
Wer gern um die Ecke denkt und mit Sprache spielt, wird hier glücklich. Perfect Words-Fans greifen sofort zu. Kreuzworträtsel-Puristen sollten sich auf das kreative Chaos einlassen.
Cross Words ist kein typisches Rätselheft auf dem Tisch. Es ist eine Einladung, die eigenen Wortschatz-Grenzen zu sprengen, im besten Sinne.