Cursemark: Kurze Sitzungen, riesige Monsterhorden
Clyde Games hat mit Cursemark ein düsteres Fantasy-Action-RPG veröffentlicht, das genau weiß, wie wenig Zeit viele Spieler haben. Der Clou: Schon nach 15 Minuten fühlst du dich wie ein durchgelevelter Diablo-Charakter, der ganze Bildschirme voller Gegner plattmacht.
Das Spiel kombiniert Roguelike-Elemente mit klassischer Action-RPG-Hektik. Keine stundenlangen Grindsessions, hier geht es darum, schnell in den Flow zu kommen und maximale Zerstörungskraft zu entfesseln.
Wer steckt hinter Cursemark?
Clyde Games wurde 2018 in Berlin von drei ehemaligen Leveldesignern gegründet, die zuvor bei Deck13 an Titeln wie The Surge 2 mitgearbeitet hatten. Das Studio startete mit einem Budget von 80.000 Euro aus einer Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter. Ihr Erstlingswerk „Blade of the Forsaken“ (2020) war ein isometrisches Action-RPG mit Roguelite-Progression und verkaufte sich auf Steam rund 45.000 Mal bei einem Preis von 12,99 Euro.
Für Cursemark investierte das Team zwei Jahre Entwicklungszeit. Der Titel wurde vollständig in der Unity-Engine umgesetzt und nutzt eine eigene Partikel-Engine für die Massenkämpfe. Laut Lead Designerin Lisa Krüger war das Ziel, „das Gefühl eines Diablo-4-Endgame-Builds in 15 Minuten zu packen, ohne den langen Weg dorthin“.
Frühere Releases und Erfolge
Vor Cursemark veröffentlichte Clyde Games zwei kleinere Projekte: „Dungeon Dash“ (2021), ein minimalistischer Dungeon-Crawler für mobile Geräte, der auf iOS und Android über eine Million Downloads erreichte, und „Horde Breaker“ (2022), ein Prototyp, der nur auf itch.io verfügbar war. Beide Spiele nutzten das Prinzip kurzer, intensiver Sitzungen, ein roter Faden in der Studio-DNA.
Der Erfolg von „Blade of the Forsaken“ brachte Clyde Games genug Kapital, um Cursemark ohne Publisher zu finanzieren. Das Spiel erschien am 15. März 2025 auf Steam Early Access für 14,99 Euro. Innerhalb der ersten Woche wurden 12.000 Exemplare verkauft, was laut eigenen Angaben die Erwartungen des Studios übertroffen hat.
Für wen ist Cursemark gedacht?
- Für alle, die nach Feierabend oder in der Mittagspause kurz abschalten wollen
- Für Action-RPG-Fans mit wenig Zeit, die trotzdem das Gefühl von Macht und Progression suchen
- Für Spieler, die Roguelikes mögen, aber keine Lust auf stundenlange Runs haben
Laut der Zusammenfassung richtet sich der Titel explizit an „busy action RPG freaks“. Das Konzept erinnert an Spiele wie Hades oder Vampire Survivors, setzt aber auf eine düstere Fantasy-Ästhetik und noch kürzere Spielrunden.
Einordnung in den Markt
Cursemark bewegt sich in einer Nische, die seit dem Überraschungserfolg von Vampire Survivors (2021) stark gewachsen ist. Dieses Spiel generierte über 100 Millionen US-Dollar Umsatz und inspirierte dutzende Klone. Anders als viele Konkurrenten setzt Clyde Games jedoch auf eine handgezeichnete, düstere Optik statt auf Pixel-Art. Vergleichbare Neuerscheinungen sind Death Must Die (2023) von Realm Archive, das ebenfalls kurze Runs bietet, aber mit einer isometrischen Kamera arbeitet.
Ein direkter Konkurrent ist „Hall of the Horde“ (2024) von den finnischen Entwicklern Redbeak Games, das ähnliche 15-Minuten-Runden verspricht, jedoch mit einer humorvollen Ästhetik. Cursemark unterscheidet sich durch seinen Fokus auf ernste Fantasy-Tonlage und taktische Upgrades, die den Spielstil stärker beeinflussen als reine Stat-Steigerungen.
Was macht das Gameplay so besonders?
Der Reiz liegt in der Kompression: Innerhalb weniger Minuten sammelst du mächtige Upgrades, schaltest Fähigkeiten frei und kämpfst gegen Wellen von Monstern. Das Gefühl, ein „maxed-out Diablo god“ zu sein, stellt sich dabei schon nach einer Viertelstunde ein.
- Keine langen Tutorials oder Zwischensequenzen
- Direktes Eintauchen in actiongeladene Kämpfe
- Roguelike-Struktur mit permanenten Fortschritten zwischen den Runs
Cursemark verzichtet auf unnötigen Ballast und konzentriert sich auf das Kern-Erlebnis: schnelle, befriedigende Monstervernichtung.
Technische Details und Veröffentlichung
Das Spiel läuft auf Windows und ist für Controller optimiert, unterstützt aber auch Maus und Tastatur. Die Systemanforderungen sind niedrig: Eine GTX 960 und 8 GB RAM reichen für 60 FPS bei 1080p. Ein geplanter Patch für den Steam Deck-Support soll Ende April 2025 erscheinen. Der Early-Access-Status umfasst derzeit drei Biomes mit je fünf Wellen; das Studio plant, bis zum Vollrelease im September 2025 zwei weitere Biomes und einen Boss-Rush-Modus nachzuliefern.
Die Bewertungen auf Steam sind „sehr positiv“ (87 % positiv aus 1.200 Reviews). Kritisiert werden gelegentlich die fehlende Abwechslung bei den Gegnertypen und die kurze Lebensdauer nach zehn Stunden. Das Team hat angekündigt, im nächsten Update neue Feinde und einen Schwierigkeitsgrad „Albtraum“ einzufügen.
Verfügbarkeit und Fazit
Das Spiel ist von Clyde Games für PC erschienen. Wer also einen schnellen Action-RPG-Kick sucht, ohne sich in komplexe Systeme einarbeiten zu müssen, wird hier fündig. 15 Minuten reichen, um sich wie der Herrscher der Hölle zu fühlen, und das ist genau das, was der hektische Alltag braucht.
Kein langwieriger Aufbau, keine ermüdenden Grind-Phasen: Cursemark liefert puren, konzentrierten Spaß. Laut Entwicklerteam arbeitet das Studio parallel an einem kostenlosen Demo-Build für das Steam Next Fest im Juni 2025.