Neues Spiel vom Dragon-Age-Vater
David Gaider, Erfinder der Dragon Age-Reihe, arbeitet an einem Rollenspiel über eine Gauner-Crew auf einem Luftschiff. Das Setting kombiniert klassische Heist-Filme mit Fantasy-Technologie, ähnlich einer Mischung aus Ocean’s Eleven und Final Fantasy. Gaider verließ BioWare 2016 nach 17 Jahren und gründete Summerfall Studios in Melbourne.
Die Zutaten des Heist-RPGs
Laut einem Bericht von PCGames setzt Gaider auf bewährte Elemente:
- Heist-Mechaniken: Planung und Durchführung von Raubzügen mit wechselnden Crew-Mitgliedern.
- Luftschiff-Crew: Das Schiff dient als mobile Basis, Fluchtfahrzeug und sozialer Treffpunkt.
- Starke Figuren: Jeder Charakter hat eigene Motive und Geheimnisse, die sich durch Dialogoptionen entschlüsseln lassen.
Im Gegensatz zu Dragon Age stehen taktische Vorbereitung und Entscheidungsfreiheit vor epischer Fantasy. Gaider vergleicht das Projekt intern mit Thief-ähnlichen Missionen, aber im Team-Format.
Der Haken: Publisher-Interesse ohne Vertrag
Mehrere Verlage haben Interesse signalisiert, darunter angeblich etablierte Rollenspiel-Publisher. Dennoch fehlt ein konkretes, nicht öffentlich bekanntes Puzzlestück. Gaider hält sich bedeckt. Im Branchenvergleich suchen derartige Nischenprojekte oft über Kickstarter Finanzierung; Gaider schloss Crowdfunding jedoch nicht aus. InXile Entertainment oder Obsidian haben mit ähnlichen Konzepten Erfolg gehabt, aber Gaiders Projekt ist kein Nachfolger bestehender Lizenzen.
Gaiders Weg nach BioWare
Nach seinem Abschied von BioWare gründete Gaider Summerfall Studios. Das Studio veröffentlichte 2021 Chorus, ein narratives Rollenspiel über die letzte Muse in einer Welt ohne Musik. Chorus erhielt auf Steam eine Bewertung von „Sehr positiv“ (86 % der über 1.000 Rezensionen), verkaufte sich aber laut Analysten nur rund 50.000 Exemplare in den ersten sechs Monaten. Gaider selbst schrieb das Drehbuch und sprach über die Herausforderungen eines kleinen Teams (rund 15 Mitarbeiter). Das neue Heist-RPG würde personell deutlich größer ausfallen.
Dragon Age: Ein Erbe mit Zahlen
Gaider prägte die Dragon Age-Reihe maßgeblich. Dragon Age: Origins (2009) verkaufte sich über 4,5 Millionen Mal. Dragon Age II (2011) erreichte rund 2 Millionen Verkäufe bei gemischter Kritik. Dragon Age: Inquisition (2014) gewann den Game of the Year-Award der Game Awards und verkaufte sich laut EA über 12 Millionen Mal. Gaider war Lead Writer bei Origins und Creative Director bei Inquisition. Sein Abschied 2016 stand im Zusammenhang mit kreativen Differenzen, er kritisierte öffentlich den Druck auf Triple-A-Studios, breite Zielgruppen zu bedienen. Sein neues Projekt wendet sich bewusst an eine Nische.
Summerfall Studios und Chorus, ein riskanter Pfad
Summerfall Studios finanzierte Chorus teils über Kickstarter (rund 165.000 Euro) und teils über den australischen Filmförderer Screen Australia. Das Spiel erschien zeitgleich für PC, Nintendo Switch, PlayStation und Xbox, ein aufwändiger Multiplattform-Start für ein kleines Studio. Die Produktion dauerte drei Jahre. Gaider betonte in Interviews, dass Chorus kommerziell knapp kostendeckend arbeitete. Für das Heist-RPG plant er ein modulares System: Story-Kapitel sollen einzeln auslieferbar sein, um das Risiko für Publisher zu senken.
Heist-RPGs im Marktvergleich
Reine Heist-RPGs mit Luftschiff-Basis sind selten. Vergleichbar sind Shadowrun Returns (taktische Missionen mit Crew-Management) oder Invisible, Inc. (schleichende Einbrüche). Styx: Master of Shadows fokussiert auf einen einzelnen Dieb. Gaider mischt soziale Dynamiken wie in Mass Effect mit Planungsphasen wie in Desperados III. Ein Markt für narrative Team-Heists existiert, The Dark Eye: Book of Heroes oder Heist (2018) blieben aber Nischenprodukte. Gaider hofft auf das Publikum, das Dragon Age: Origins wegen seiner taktischen Tiefe schätzte.
Kein Termin, keine Plattform
Einen Release-Termin oder Zielplattformen gibt es nicht. Gaider sucht einen Partner, der ihm kreative Kontrolle und ein Team von mindestens 30 Entwicklern ermöglicht. Branchenkenner spekulieren auf Electronic Arts (trotz Missklang) oder Private Division (Take-Two). Das Projekt bleibt vorerst ein vielversprechendes Geheimnis mit realem Finanzierungsloch.