Ein fatales Posting weckt alte Hoffnungen
Ein Saber-Manager hat offenbar aus Versehen einen Beitrag veröffentlicht, der die Gerüchteküche zum Kotor-Remake wieder aufheizen ließ. Zusammen mit angeblichen Insider-Informationen nährt der Vorfall den Glauben, dass die Neuauflage von Knights of the Old Republic doch noch erscheint.
Der Beitrag wurde schnell wieder gelöscht, aber die Fangemeinde hatte längst Screenshots gesichert. Es ist nicht das erste Mal, dass ein solcher Lapsus auf eine baldige Enthüllung hindeutet.
Die Entwickler im Detail: Von Aspyr zu Saber
Ursprünglich mit der Entwicklung betraut war Aspyr Media, ein Studio aus Austin, Texas. Aspyr ist vor allem für Portierungen bekannt, sie brachten Star Wars: Jedi Knight II und Jedi Academy auf Mac und Linux, später auch Star Wars: Battlefront II (2005) als Remaster für PS4 und Xbox One. Der Kotor-Auftrag sollte ihr erster großer Eigenentwurf sein.
Doch interne Berichte sprachen von Qualitätsmängeln und Disharmonie im Team. Ende 2022 übernahm Saber Interactive das Projekt vollständig. Saber hat eine andere Hausnummer: Der Entwickler lieferte mit World War Z (2019) einen Koop-Shooter, der über 15 Millionen Einheiten verkaufte, und arbeitete an Halo: The Master Chief Collection mit. Die Übernahme galt vielen als Rettung für das Remake.
Saber gehört zur Embracer Group, die nach dem geplatzten Deal mit der saudi-arabischen Savvy Games Group im Jahr 2023 in eine tiefe Krise rutschte. Embracer schloss mehrere Studios (darunter Volition und Free Radical), entließ tausende Mitarbeiter und strich Projekte. Dass das Kotor-Remake in diesem Umfeld überlebte, überraschte Analysten.
Der lange Leidensweg des Remakes
- Ursprünglich 2021 als PlayStation 5-Exklusivtitel angekündigt, übernahm 2022 Saber Interactive die Entwicklung von Aspyr.
- Seitdem herrscht Funkstille, bis auf unbestätigte Berichte über interne Probleme und eine Verschiebung auf unbestimmte Zeit.
- Das Projekt galt bei vielen bereits als eingestellt, zumal Embracer Group (Mutterkonzern von Saber) immer wieder Studios schloss.
Die Verzögerungen haben das Vertrauen vieler Fans erschüttert. Knights of the Old Republic aus dem Jahr 2003 gilt als einer der besten Star-Wars-Titel aller Zeiten.
Die Geschichte der Kotor-Reihe
Das Original wurde 2003 von BioWare entwickelt, von LucasArts veröffentlicht und erhielt auf Metacritic einen Score von 93/100. Bis 2015 hatte es sich über 4 Millionen Mal verkauft, eine beachtliche Zahl für ein reines Einzelspieler-Rollenspiel auf Konsolen und PC.
2004 folgte Knights of the Old Republic II: The Sith Lords von Obsidian Entertainment, das trotz eines unfertigen Zustands und geschnittener Inhalte Kultstatus erreichte. Der Metacritic-Score lag bei 85/100. Erst 2015 veröffentlichte Aspyr eine überarbeitete Version für Android und iOS, die einige Fehler behob.
2011 startete Star Wars: The Old Republic als MMO von BioWare Austin. Das Spiel lebt bis heute und veröffentlicht 2024 noch neue Erweiterungen. Ein Remake des ersten Teils wird seit Jahren von der Fangemeinde gefordert, die Original-Engine ist veraltet, die Steuerung klobig.
Ein neuer Hoffnungsschimmer
Laut der Zusammenfassung eines Branchenportals könnte das Remake noch in diesem Jahr offiziell neu vorgestellt werden. Ein konkreter Termin oder eine Plattform sind nicht bekannt, die Quellen bleiben vage.
- Das versehentliche Posting zeigte offenbar Assets oder ein Menü, das auf eine fortgeschrittene Entwicklung schließen lässt.
- Insider sehen darin ein Lebenszeichen, das Saber intern grünes Licht für eine Präsentation signalisiert.
Ob das Spiel wirklich 2026 erscheint oder ob es auf der Gamescom oder einem anderen Event gezeigt wird, ist reine Spekulation. Offizielle Bestätigungen von Saber oder Sony gibt es bisher nicht.
Einordnung: Remakes zwischen Hoffnung und Skepsis
Das Kotor-Remake reiht sich in einen Boom von Neuauflagen ein, Resident Evil 2 (2019) verkaufte sich über 13 Millionen Mal, System Shock (2023) erhielt gute Kritiken. Doch es gibt auch gescheiterte Beispiele: Das angekündigte Star Wars 1313 wurde 2013 nach der Übernahme von Lucasfilm durch Disney eingestellt.
Sonys Exklusiv-Deal für Kotor ist ein Prestigeprojekt, das die PlayStation 5 mit einem ikonischen Markennamen stärken soll. Allerdings hat Embracer Group nach eigenen Angaben 2024 mehrere unveröffentlichte Spiele abgeschrieben, darunter ein nicht genanntes Projekt, bei dem spekuliert wird, ob es sich um Kotor handelt. Die Tatsache, dass Saber noch Personal am Remake hat, spricht gegen eine Einstellung.
Was das für Spieler bedeutet
Fans von Kotor sollten weiterhin Geduld mitbringen. Das Remake hat bereits mehr Verzögerungen erlebt als so manches Triple-A-Projekt, und ein Posting allein ist noch keine Lieferung.
Sollte die Neuauflage tatsächlich 2026 vorgestellt werden, bliebe sie immer noch ein Geheimnis, bis ein fertiges Produkt in den Regalen liegt. Bis dahin bleibt nur das alte Original, und ein neuer, wenn auch schwacher Hoffnungsschimmer.