Die Zeit für neue Helden
Seit dem Erscheinen von Super Smash Bros. Ultimate im Dezember 2018 sind knapp acht Jahre vergangen, was den längsten Zeitraum zwischen zwei Haupttiteln der Serie markiert. Der Titel von Masahiro Sakurai und seinem Team bei Sora Ltd. sowie Bandai Namco Studios gilt als das bisher ambitionierteste Projekt der Reihe. Mit 89 spielbaren Kämpfern deckte das finale Update nahezu jede Ära der Videospielgeschichte ab.
Die Entwicklung von Ultimate war ein massives Unterfangen, das unter dem Slogan „Everyone is here“ vermarktet wurde. Da Lizenzverträge mit Drittanbietern wie Konami, Capcom oder Square Enix für jeden einzelnen Charakter neu verhandelt werden mussten, stellt dies eine logistische Hürde für jeden Nachfolger dar. Ein neues Spiel müsste entweder das Roster verkleinern oder erneut enorme Ressourcen in die rechtliche Absicherung investieren.
Meine Wunschliste für den Roster
Die Auswahl neuer Kämpfer folgt dem Muster, spielerische Nischen zu besetzen, die bisher ungenutzt blieben.
- Hades aus Hades: Entwickler Supergiant Games etablierte mit diesem Titel das Rogue-like-Genre neu. Seine Sensen-Angriffe würden eine hohe Reichweite mit schweren Schlägen verbinden.
- Dante aus Devil May Cry: Die Serie von Capcom ist seit Jahren ein fester Bestandteil der Gaming-Kultur. Seine Vielzahl an Waffen (Schwerter, Pistolen, Schrotflinten) ermöglicht komplexe Kombos, die an den Spielstil von Bayonetta erinnern.
- Isaac aus Golden Sun: Als Protagonist der Camelot Software Planning-Reihe ist er ein Überbleibsel der Game-Boy-Advance-Ära. Sein Moveset basiert auf dem Manipulieren der Umgebung durch „Psynergy“.
- Hornet aus Hollow Knight: Das Studio Team Cherry schuf mit ihr eine extrem agile Kämpferin. Die Nutzung ihrer Nadel als Greifhaken könnte das Spieltempo in der Luft massiv beschleunigen.
- Reimu Hakurei aus Touhou Project: Die Serie von ZUN ist das weltweit bekannteste „Bullet Hell“-Franchise. Ihr Einsatz als Kämpferin würde das Spiel um ein präzises Projektil-System erweitern.
- Sackboy aus LittleBigPlanet: Als Aushängeschild der Media Molecule-Titel bringt er kreative Gadgets mit. Seine Mechanik könnte das Platzieren von Objekten auf der Arena beinhalten.
- Jill Valentine aus Resident Evil: Sie repräsentiert die Survival-Horror-Wurzeln von Capcom. Taktische Fallen, wie sie aus den Resident Evil-Remakes bekannt sind, böten eine neue Defensive-Option.
- Rex aus Xenoblade Chronicles 2: Monolith Soft integrierte ihn bereits als Mii-Kostüm. Ein vollwertiger Slot müsste seinen Wechsel zwischen den Klingen Pyra und Mythra auf das Kampfsystem übertragen.
Studio-Historie und Branchenkontext
Nintendo hält die Rechte an Super Smash Bros., doch die operative Entwicklung lag seit 2003 bei Sora Ltd. unter der Leitung von Masahiro Sakurai. Bevor die Serie bei Bandai Namco entstand, produzierte HAL Laboratory die ersten drei Teile (N64, Melee, Brawl). Sakurai äußerte sich mehrfach skeptisch zu einer Fortsetzung, da er die Serie ohne seine direkte Beteiligung nur schwer realisierbar sieht.
Die Konkurrenz im Genre der Arena-Prügler hat sich seit 2018 verändert. Warner Bros. veröffentlichte mit MultiVersus einen direkten Wettbewerber, der auf Live-Service-Elemente setzt. Während Smash Bros. auf ein festes Roster und einmalige Käufe vertraut, versuchen andere Studios durch Battle-Pass-Modelle eine ständige Fluktuation der Charaktere zu halten.
Konkrete Vorgänger und Daten
Die Serie startete 1999 auf dem Nintendo 64 mit lediglich zwölf Charakteren. Der Sprung auf den GameCube mit Super Smash Bros. Melee im Jahr 2001 legte die Basis für den E-Sport-Bereich, der bis heute anhält. Super Smash Bros. Ultimate verkaufte sich bis Ende 2023 über 34 Millionen Mal und ist damit eines der meistverkauften Spiele auf der Nintendo Switch.
Ein Nachfolger stünde vor der Herausforderung, die technische Limitierung der Hardware zu umgehen. Während Ultimate mit 60 Bildern pro Sekunde läuft, müsste ein neuer Teil die Balance zwischen Grafikpracht und präzisem Input-Timing neu austarieren. Die Entscheidung über die Zukunft der Serie liegt bei Nintendo, da bisher nach Sakurais Rückzug keine offizielle Ankündigung erfolgte.