Der erste Wegbegleiter entscheidet alles
Die Wahl des ersten Pokémon ist der statistisch wichtigste Moment für den Schwierigkeitsgrad des frühen Spielverlaufs. Seit Pokémon Rote Edition und Pokémon Blaue Edition (1996) bildet die Trias aus Pflanze, Feuer und Wasser das Fundament der Spielmechanik.
Entwickler Game Freak verankerte dieses System in den ersten Titeln, die auf der Game Boy-Hardware basierten. Ken Sugimori, der künstlerische Leiter, entwarf die Designs ursprünglich als Teil eines Konzepts, das Insekten-Sammeln in einer urbanen Umgebung simulierte.
Die klassischen Generationen (Gen 1 bis 3)
- Kanto (Gen 1): Bisasam (Bisaflor), Glumanda (Glurak), Schiggy (Turtok).
- Johto (Gen 2): Endivie (Meganie), Feurigel (Tornupto), Karnimani (Impergator).
- Hoenn (Gen 3): Geckarbor (Gewaldro), Flemmli (Lohgock), Hydropi (Sumpex).
Game Freak startete als Magazin-Projekt von Satoshi Tajiri und Junichi Masuda, bevor sie 1989 als Spielestudio firmierten. Vor dem globalen Erfolg der Pokémon-Serie entwickelten sie Titel wie Pulseman für das Sega Mega Drive.
Der Fokus auf die Typeneffektivität (Feuer schlägt Pflanze, Pflanze schlägt Wasser, Wasser schlägt Feuer) wurde in Pokémon Rubin und Saphir (2002) für den Game Boy Advance durch die Einführung von Fähigkeiten und Wesen weiter verkompliziert. Sumpex profitierte vor allem von seiner Typen-Kombination Wasser/Boden, die es bis auf Pflanze-Attacken gegen alle Elementarschäden immunisierte.
Die moderne Ära (Gen 4 bis 6)
- Sinnoh (Gen 4): Chelast (Chelterrar), Panflam (Panferno), Plinfa (Impoleon).
- Einall (Gen 5): Serpifeu (Serpiroyal), Floink (Flambirex), Ottaro (Admurai).
- Kalos (Gen 6): Igamaro (Brigaron), Fynx (Fennexis), Froxy (Quajutsu).
Mit dem Wechsel auf den Nintendo DS in der vierten Generation stieg die Komplexität des Balancings durch die physische/spezielle Schadensaufteilung. Quajutsu wurde durch seine versteckte Fähigkeit Wandlungskunst, die den Typ des Pokémon an die eingesetzte Attacke anpasst, zum Standard in der kompetitiven VGC (Video Game Championships).
Pokémon X und Y markierten 2013 den Übergang zu 3D-Modellen, was die Animationsarbeit für über 700 existierende Pokémon drastisch erhöhte. Die Mega-Entwicklung war eine Reaktion auf die stagnierende Dynamik der Kämpfe, um ältere Starters wie Glurak oder Bisaflor in der Meta-Rangliste wieder nutzbar zu machen.
Der aktuelle Stand (Gen 7 bis 9)
- Alola (Gen 7): Bauz (Silvarro), Flamiau (Fuegro), Robball (Primarene).
- Galar (Gen 8): Chimpep (Gortrom), Hopplo (Liberlo), Memmeon (Intelleon).
- Paldea (Gen 9): Felori (Maskagato), Krokel (Skelokrok), Kwaks (Bailonda).
Pokémon Karmesin und Purpur nutzen die Nintendo Switch-Hardware für eine offene Welt, was das Design der Starter an die Bewegungsfreiheit der Umgebung anpasste. Fuegro ist seit seiner Einführung in Pokémon Sonne und Mond das am häufigsten genutzte Pokémon in den offiziellen Weltmeisterschaften.
Die Serie steht in einem direkten Marktumfeld mit Monster Hunter Stories oder Yo-kai Watch, die ebenfalls das Sammeln von Kreaturen in den Fokus stellen. Game Freak hält sich bei den Verkaufszahlen konstant im zweistelligen Millionenbereich, wobei die neunte Generation innerhalb der ersten drei Tage über 10 Millionen Einheiten absetzte.
Entwicklung und Typ-Kombinationen
Die meisten Starter entwickeln sich auf Level 16 und 36. Ab der zweiten Entwicklungsstufe erhalten viele dieser Pokémon einen sekundären Typ wie Boden, Kampf oder Geist.
- Feuer-Starter enden häufig mit dem Typ Kampf.
- Pflanze-Starter zeigen oft eine Affinität zu Gift oder Flug.
- Wasser-Starter zeichnen sich durch defensive Typen wie Stahl aus.
Das Design von Lohgock in der dritten Generation mit der Zweittypisierung Kampf brach das damalige Muster, da Feuer-Starter bis dahin fast ausschließlich reine Feuer-Typen waren. In der neunten Generation besitzen alle drei Endformen eine spezifische Signatur-Attacke, die exklusiv für diese Pokémon programmiert wurde.
Maskagato nutzt beispielsweise „Blumenkoloss“, eine Attacke, die den Gegner immer trifft und kritische Treffer garantiert. Diese Mechanik reduziert den Glücksfaktor in hitzigen Kampf-Situationen und zwingt Spieler dazu, gezieltere Konter-Teams zusammenzustellen.