Prähistorisches Gemetzel auf Steam
Ein neuer Steam-Titel namens Primal Blade: Extinction bringt eine ungewöhnliche Hauptfigur in das Soulslike-Genre. Spieler steuern einen Spinosaurus, der ein Großschwert im Kiefer hält, um gegen apokalyptische Bedrohungen zu kämpfen.
Der Titel stammt vom Indie-Studio Iron Jaw Games aus Warschau. Das zehnköpfige Team machte sich 2021 mit dem Titel Reptile Rampage, einem eher simplen Arena-Brawler mit Velociraptoren, einen Namen.
Die Mechaniken im Überblick
Das Gameplay verknüpft klassische Soulslike-Elemente mit der eingeschränkten Reichweite eines Dinosaurier-Kiefers. Diese Herausforderungen prägen den Spielablauf:
- Die Perspektive wechselt zwischen Third-Person bei Erkundungen und einer fixierten Ego-Sicht während der Schwertkämpfe.
- Präzises Timing bei der Parade ist die einzige Verteidigungsmöglichkeit, da ein blockendes Schild für einen Spinosaurus anatomisch ausgeschlossen bleibt.
- Die Bosskämpfe skalieren in ihrer Größe, wobei der finale Endgegner buchstäblich der herabstürzende Meteorit ist.
Die Physik-Engine berechnet den Hebelarm des Schwertes basierend auf der Kopfbewegung des Sauriers. Ein unvorsichtiger Schwung führt zu einem langen Rückstoß, der den Spieler für Gegenangriffe öffnet.
Ein Härtetest für Dinosaurier
Die Spielmechanik orientiert sich an Titeln wie Mortal Shell oder Lies of P, verzichtet jedoch auf eine Ausdaueranzeige im herkömmlichen Sinne. Stattdessen nutzt Iron Jaw Games ein "Kiefer-Stabilitäts-System".
Dieses System erzwingt strategische Pausen, wenn der Spieler zu oft zuschlägt oder pariert. Wer die Stabilität verliert, ist für drei Sekunden handlungsunfähig, was bei den schnellen Angriffsmustern der Gegner den sofortigen Bildschirmtod bedeutet.
Die Entwickler bestätigten, dass keine prozedural generierten Level existieren. Jedes Areal wurde von Hand entworfen, um die Platzierung der Gegner und die Vertikalität der Umgebung an die Körpergröße des Spinosaurus anzupassen.
Branchenkontext und Vergleich
Das Genre der Soulslike-Titel ist seit dem Erfolg von Elden Ring gesättigt, weshalb Entwickler wie Iron Jaw Games auf extreme Konzepte setzen. Vergleichbare Nischentitel wie Another Crab's Treasure zeigten bereits, dass absurdes Charakterdesign bei Spielern auf Resonanz trifft.
Primal Blade: Extinction verzichtet auf das aus dem Genre bekannte "Souls-Retrieval-System". Statt verlorene Punkte bei einem Tod einzusammeln, verliert der Spieler dauerhaft einen Teil seines Fortschritts, was den Schwierigkeitsgrad künstlich erhöht.
Kein anderer aktueller Titel kombiniert die historische Faszination für Dinosaurier mit der mechanischen Strenge eines Soulslike-Spiels. Das Budget des Projekts liegt nach Angaben des Studios unter 500.000 Euro, finanziert durch private Investoren und eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter.
Verfügbarkeit
Das Spiel ist seit dem 14. Mai auf Steam für 24,99 Euro erhältlich. Die Systemanforderungen setzen mindestens eine Nvidia GTX 1660 oder eine vergleichbare AMD Radeon RX 590 voraus.
Die ersten Nutzerberichte auf der Steam-Plattform kritisieren die Kameraführung während der Kämpfe gegen die fliegenden Meteoritengesteine. Das Team arbeitet laut Steam-Community-Hub bereits an einem Patch, der die Empfindlichkeit der Maussteuerung bei der Nutzung des Großschwerts im Maul anpassen soll.