Die pixelige Überraschung
Doom läuft seit Kurzem innerhalb von Microsoft Paint. Ein Entwickler nutzt die API-Schnittstellen des Zeichenprogramms, um die Bilddaten des Shooters in Echtzeit auf die weiße Arbeitsfläche zu übertragen.
Das Programm fungiert dabei als Framebuffer, in dem die Pixel-Daten des Spiels kontinuierlich neu gezeichnet werden. Die Steuerung und die Sound-Ausgabe laufen über externe Skripte, die den Prozess mit der Engine synchronisieren.
Historie von id Software
Das ursprüngliche Doom erschien 1993 und wurde von id Software entwickelt. Die Gründer John Carmack und John Romero schufen damit das Fundament des modernen First-Person-Shooter-Genres.
Vor Doom gelang dem Studio mit Wolfenstein 3D im Jahr 1992 der erste große kommerzielle Erfolg. Diese Titel definierten die technischen Standards für PC-Spiele der 90er Jahre und ebneten den Weg für Grafik-Engines wie die Quake-Engine.
Frühere Releases und das Franchise
Die Doom-Reihe umfasst über zehn eigenständige Titel und Erweiterungen. Nach dem Erfolg der ersten beiden Teile folgte 2004 Doom 3, welches den Fokus auf eine düstere Atmosphäre und Lichteffekte legte.
Die moderne Ära begann 2016 mit dem Reboot von Doom, gefolgt von Doom Eternal im Jahr 2020. Diese Versionen setzen auf eine schnelle Spielmechanik, die den Ursprüngen von 1993 treu bleibt, aber aktuelle Hardware-Ressourcen voll ausnutzt.
Branchenkontext und "It runs on Doom"
Das Experiment mit Microsoft Paint reiht sich in eine lange Tradition technischer Kuriositäten ein. Die Community pflegt das Meme „It runs on Doom“, bei dem der Klassiker auf Geräten wie Geldautomaten, Druckern oder Smart-Kühlschränken portiert wird.
Im Vergleich zu professionellen Ports auf Spielkonsolen oder Mobilgeräte erfordern solche Projekte direkten Zugriff auf den Quellcode. Der Quellcode der Doom-Engine wurde bereits 1997 unter der GNU General Public License veröffentlicht, was Portierungen auf beliebige Software-Umgebungen ermöglicht.
Technische Details des Projekts
Die technische Umsetzung nutzt die Windows-API, um Zeichenbefehle direkt in das Fenster von Microsoft Paint zu schreiben. Dabei bleibt die ursprüngliche Ästhetik des Shooters in 320x200 Pixeln erhalten:
- Die Steuerung erfolgt über die gewohnten Eingabegeräte wie Maus und Tastatur.
- Der Sound wird über eine separate Schnittstelle des Betriebssystems ausgegeben.
- Das Bild wird direkt in den Arbeitsbereich von Microsoft Paint gerendert.
Ein ungewöhnliches Display
Microsoft Paint ist keine Grafik-Engine für Echtzeit-Anwendungen. Die Software wurde primär für statische Bildbearbeitung konzipiert und besitzt keine native Unterstützung für hohe Bildwiederholraten.
Die Performance des Spiels ist aufgrund der hohen Latenz beim Zeichnen der Pixel begrenzt. Dennoch beweist das Setup, dass die Doom-Engine durch ihre einfache Architektur auf fast jeder Softwareumgebung lauffähig ist.
Der aktuelle Stand
Dieses Vorhaben ist kein offizielles Update für das Spiel oder das Betriebssystem. Es handelt sich um ein technisches Projekt eines einzelnen Entwicklers, der die Grenzen von Windows-Anwendungen auslotet.
Der Shooter läuft in diesem Setup inklusive Ton und Eingabe. Das Projekt ist auf Plattformen wie GitHub dokumentiert und zeigt die Modifizierbarkeit des 30 Jahre alten Codes von id Software.
Die Framerate in Microsoft Paint liegt bei einer niedrigen einstelligen Zahl pro Sekunde. Der Bildaufbau erfolgt durch das kontinuierliche Überschreiben der Pixel-Daten im Zeichenbereich.