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Drillposting: Was hinter dem neuen Meme-Format steckt
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Drillposting: Was hinter dem neuen Meme-Format steckt

Eine knappe Ankündigung stellt 'Drillposting' vor, doch was dahinter steckt, bleibt offen.

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Dennis Adam
TEILEN: Twitter Reddit

Eine Ankündigung mit drei Zeilen Kontext

Die Vorstellung fällt kurz aus: Auf eine Entschuldigung im Voraus folgt die Ankündigung von Drillposting. Mehr erklärt der Beitrag nicht, die zweite Zeile lautet lediglich, dass derzeit offenbar nicht mehr im Kopf des Verfassers Platz findet. Ein Spiel, ein Studio, ein Datum oder eine Plattform werden nicht genannt. Damit ist völlig offen, ob es sich um ein Meme-Format, eine Spielidee oder schlicht um einen Scherz handelt.

Das Muster kennt man seit Jahren

  • Die Endung -posting ist im Netz ein etablierter Baukasten für Verhaltensbeschreibungen.
  • Aus shitposting, baitposting und doomposting wurden längst eigene Genrebegriffe.
  • Neue Varianten entstehen meist ohne Urheberanspruch, sie werden einfach in Umlauf gebracht.
  • Die Selbstironie in der Ankündigung gehört zum Format dazu: Wer “ich entschuldige mich schon mal” schreibt, rechnet mit Gegenwind.
  • Ob Drillposting jemals über den Ursprungsbeitrag hinaus Verbreitung findet, entscheidet die Community, nicht der Absender.

Woher die Endung stammt

Der Begriff shitposting tauchte in den späten 2000er Jahren in englischsprachigen Imageboards auf und bezeichnet dort absichtlich inhaltsleere oder provokante Beiträge. Mit dem Aufstieg von Reddit, Tumblr und später Discord wanderte das Wort in immer neue Sprachräume. Aus einem Spottbegriff wurde eine Selbstbeschreibung, aus der Selbstbeschreibung ein Genre. Heute benutzen ihn Marketingabteilungen genauso wie Moderatoren, die ihn als Grund für eine Sperre angeben. Jede neue Vorsilbe vor dem Wort ist damit Teil einer langen Reihe.

Gaming-Communities als Verstärker

  • Steam-Rezensionen sind voller Beiträge, die nur aus einem Satz und einem Bild bestehen.
  • In Discord-Servern entstehen Formate oft innerhalb von Stunden und verschwinden genauso schnell.
  • Auf Twitch wird das Publikum selbst zum Produzenten, Clips ersetzen fertige Videos.
  • Subreddits zu Live-Service-Spielen leben von wiederkehrenden Insider-Witzen, die nur Stammspieler verstehen.
  • Viele dieser Formate überleben länger als das Spiel, aus dem sie stammen.

Warum Kürze meist gewinnt

Ein Format, das in einer Zeile funktioniert, lässt sich in jedem Chat weitergeben. Es braucht keine Erklärung, keine Lizenz und keinen Server. Genau deshalb breiten sich diese Wortschöpfungen schneller aus als klassische Werbekampagnen. Der Preis dafür ist die kurze Halbwertszeit: Was heute in jedem Feed auftaucht, ist in zwei Wochen vergessen. Für die Urheber ist das selten ein Problem, denn niemand hat Geld investiert.

Was Studios daraus machen

  • Community-Manager greifen solche Begriffe gern auf, weil sie Aufmerksamkeit ohne Budget bringen.
  • Sobald ein Unternehmen das Format offiziell benutzt, verliert es oft seinen Reiz für die Szene.
  • Manche Entwickler bauen passende Emotes oder Titel direkt ins Spiel ein.
  • Andere reagieren mit Verboten, was dem Format meist mehr Reichweite verschafft.
  • Eine saubere Zuordnung, wem ein Meme gehört, gibt es praktisch nie.

Der wirtschaftliche Hintergrund

Spiele mit laufenden Inhalten brauchen ständig Gesprächsstoff zwischen den Updates. Memes füllen diese Lücken zuverlässig, weil sie kostenlos produziert werden. Publisher haben das erkannt und planen Kampagnen inzwischen um Formate herum, die ursprünglich aus der Community kamen. Gleichzeitig steigt der Druck auf Redaktionen, jede Wortschöpfung sofort zu erklären, oft bevor überhaupt klar ist, ob sie sich durchsetzt. Genau in dieser Lücke steht auch Drillposting.

Offen bleibt fast alles

Ob hinter Drillposting ein konkretes Projekt steckt, lässt sich aus den vorhandenen Angaben nicht ableiten, eine offizielle Bestätigung fehlt. Sicher ist nur, dass die Ankündigung das Muster bedient, das sie selbst benutzt: ernsthafter Ton, absurder Inhalt, keine Erklärung. Wer wissen will, was das Format bedeutet, muss abwarten, ob andere es aufgreifen. Bis dahin bleibt es das, was der Beitrag selbst einräumt: ein Gedanke, für den gerade nicht mehr Platz war.

Quelle: PCGamer latest

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