Neue Strategie für EA
Ein leitender Manager der Werbesparte von Electronic Arts beschreibt Pläne für eine breitere Implementierung kommerzieller Anzeigen in laufenden Spielen. Das Unternehmen strebt eine tiefere Verankerung von Werbeformaten innerhalb seiner prominenten Marken an.
Electronic Arts setzte bisher primär auf den Verkauf von Vollpreis-Titeln und Mikrotransaktionen wie „Ultimate Team“-Packs in der FIFA/EA Sports FC-Reihe. Diese neuen Pläne zeigen den Versuch, die Abhängigkeit von reinen Verkaufszahlen durch persistente Werbeeinnahmen zu reduzieren.
Die Ziele der Expansion
Die Strategie fokussiert sich auf die Umwandlung von Spieloberflächen in Werbeflächen. Die geplanten Eckpunkte beeinflussen künftige Produktionen:
- Eine deutliche Ausweitung der digitalen Werbeflächen direkt in den Spielumgebungen.
- Die Schaffung eines standardisierten technischen Rahmens für Werbebuchungen.
- Eine engere Verzahnung der Spielwelt mit spezifischen Markenbotschaften.
Bereits in der Vergangenheit testete EA in Titeln wie UFC 4 nachträglich eingebaute Werbebanner während der Wiederholungen. Die Community reagierte damals mit massiver Kritik, was den Publisher zur kurzfristigen Entfernung der Anzeigen zwang.
Studio-Historie und Monetarisierung
Electronic Arts blickt auf eine jahrzehntelange Geschichte als Publisher zurück, die mit der Übernahme von Entwicklern wie DICE, BioWare und Respawn Entertainment eng verknüpft ist. Diese Studios verantworten Schwergewichte wie Battlefield, Mass Effect und Apex Legends.
Die aktuelle Strategie zur Werbeintegration betrifft vor allem Sport-Simulationen und Free-to-play-Titel. Bei Apex Legends besteht bereits eine funktionierende Infrastruktur für In-Game-Käufe, die als Blaupause für Werbe-Einbindungen dienen könnte.
Standardisierung der Werbeformate
Electronic Arts will Hürden für externe Werbepartner durch eine technologische Vereinheitlichung abbauen. Externe Agenturen sollen Anzeigen so einfach in ein EA-Spiel buchen können wie in eine Webseite oder eine App.
Vergleichbare Ansätze zeigen Firmen wie Roblox oder Fortnite, bei denen Marken wie Nike oder Ferrari virtuelle Räume oder Skins besitzen. Im Gegensatz dazu plant EA jedoch die Integration klassischer Werbebanner, die weniger auf Interaktion als auf Reichweite setzen.
Auswirkungen auf den Markt
Der Vorstoß von EA folgt auf ähnliche Ankündigungen von Ubisoft und Take-Two Interactive. Diese Unternehmen suchen nach Wegen, die steigenden Entwicklungskosten von AAA-Produktionen, die oft über 200 Millionen Dollar liegen, zu refinanzieren.
Der Markt für In-Game-Werbung wächst laut Prognosen von Agenturen wie Magna Global jährlich zweistellig. Investoren fordern von EA eine höhere Effizienz pro aktivem Nutzer, insbesondere bei den monatlich über 600 Millionen Spielern der EA-Plattformen.
Die technische Umsetzung erfolgt vermutlich über Dienstleister wie PlayerWON, die bereits mit EA kooperierten, um belohnte Anzeigen in Konsolenspiele zu bringen. Ob diese Werbeformate auch in Vollpreis-Titel ohne Online-Zwang Einzug halten, bleibt die zentrale Frage für die Spielerbasis.