Ein Seitenhieb mit Folgen
Das Finale der vierten Staffel von The Boys zeigt einen Tech-Milliardär, der im Kontext der Serie als Propagandainstrument für die politische Agenda von Homelander dient. Diese Figur spiegelt in ihrer Darstellung und ihrem Auftreten spezifische Verhaltensmuster von Elon Musk wider, was bei diesem zu öffentlichem Protest führte.
Die Serie nutzt gezielt die Comic-Vorlage von Garth Ennis, um aktuelle Machtstrukturen zu persiflieren. Eric Kripke, der Showrunner, setzt dabei auf eine aggressive Erzählweise, die bereits in der Vergangenheit für Kontroversen sorgte.
Musks Reaktion auf X
Elon Musk nutzte seine Plattform X, um die Produktion als „geschmacklos“ zu bezeichnen und eine politische Voreingenommenheit der Autoren zu unterstellen. Seine Anhänger reagierten darauf mit gezieltem Review-Bombing auf Portalen wie IMDb und Rotten Tomatoes.
- Musk behauptete, die Serie sei eine „Woke-Propaganda-Maschine“.
- Die Bewertung der vierten Staffel sank kurzzeitig auf einen zweistelligen Prozentbereich.
- Amazon reagierte bisher nicht offiziell auf die Kampagne des Unternehmers.
Derartige Aktionen finden sich häufig bei Produktionen, die kontroverse gesellschaftliche Themen aus einer linken oder systemkritischen Perspektive betrachten. Vergleichbare Fälle gab es bei The Last of Us Part II (2020), wo Nutzerkritiken aufgrund inhaltlicher Entscheidungen manipuliert wurden.
Warum das Finale polarisiert
Die Macher von The Boys verfolgen eine Strategie der direkten Konfrontation mit der US-amerikanischen Gegenwart. Während die ersten Staffeln den Fokus auf die Korruption innerhalb korporativer Strukturen legten, fokussiert sich die aktuelle Produktion stärker auf die Radikalisierung durch soziale Medien.
- Kripke war zuvor für die Serie Supernatural verantwortlich, die über 15 Staffeln hinweg eine treue Fangemeinde aufbaute.
- Die Produktionskosten pro Folge liegen laut Branchenberichten bei etwa 10 bis 11 Millionen US-Dollar.
- Sony Pictures Television produziert das Format gemeinsam mit Amazon MGM Studios.
Die Serie wurde seit 2019 zu einer der am stärksten frequentierten Marken auf Amazon Prime Video. Sie konkurriert direkt mit dem Marvel Cinematic Universe oder Produktionen wie Invincible, wobei der Tonfall bei The Boys deutlich zynischer ausfällt.
Die Fakten zur Serie
The Boys startete 2019 als Adaption der gleichnamigen Dynamite Entertainment-Comicreihe. Die Vorlage zeichnete sich durch eine explizite Darstellung von Gewalt und eine nihilistische Weltsicht aus, die in der Serienfassung für ein Massenpublikum adaptiert wurde.
- Die fünfte Staffel ist als Abschluss der Hauptserie geplant.
- Mit Gen V existiert bereits ein erfolgreiches Spin-off, das die Erzählwelt erweitert.
- Das Budget für die Special Effects stammt von Framestore und Method Studios.
Die Serie verbucht regelmäßig hohe Abrufzahlen, die Amazon dazu bewogen, das Franchise durch weitere Ableger wie The Boys: Mexico zu ergänzen. Die aktuelle öffentliche Auseinandersetzung mit Musk beeinflusst die Zuschauerzahlen laut Analysen von Nielsen bisher kaum, da die Zielgruppe der Serie mit der politischen Ausrichtung der Produktion weitgehend korrespondiert. Die vierte Staffel erreichte laut Amazon in den ersten Wochen weltweit über 55 Millionen Zuschauer.