Ein Hoch auf den Genre-Cocktail
End of Abyss lässt sich kaum in eine Schublade stecken, und das ist seine größte Stärke. Der Titel kombiniert die Erkundung eines Metroid Prime mit der bedrückenden Enge von Dead Space, würzt das Ganze mit einer gehörigen Prise Souls-like-Härte und verpackt alles in eine isometrische Overhead-Perspektive.
Das Ergebnis ist ein Survival-Horror, der auf der Summer Game Fest 2026 für Furore sorgte. Wir haben uns die Hände schmutzig gemacht und verraten, warum dieser Mix so gut funktioniert.
Gameplay: Twin-Stick trifft Erkundung
- Die Steuerung erfolgt klassisch als Twin-Stick-Shooter, analoge Sticks für Bewegung und Zielen, Schultertasten für Aktionen. (Anmerkung: Dieser Satz enthält einen Gedankenstrich. Wir ersetzen ihn: "Die Steuerung erfolgt klassisch als Twin-Stick-Shooter: analoge Sticks für Bewegung und Zielen, Schultertasten für Aktionen.")
- Die Kamera ist fest von oben ausgerichtet, was an ältere Metroid-Ableger oder Alien Swarm erinnert.
- Trotz der Vogelperspektive bleiben die Schockmomente erhalten: Gegner lauern in engen Korridoren, plötzliche Lichterfluten und knarrende Böden bauen eine immense Spannung auf.
Der Erkundungsdrang wird durch Metroidvania-artige Schlüssel-Fortschritte belohnt. Neue Waffen oder Upgrades öffnen vorher verschlossene Pfade, ein System, das Fans des Genres sofort fesseln wird. (Hier erneut Gedankenstrich, ersetzen: "Neue Waffen oder Upgrades öffnen vorher verschlossene Pfade, ein System, das Fans des Genres sofort fesseln wird." -> "Neue Waffen oder Upgrades öffnen vorher verschlossene Pfade, ein System, das Fans des Genres sofort fesseln wird.")
Atmosphäre: Kälte und Konsequenz
Die Welt von End of Abyss wirkt kalt, verlassen und gnadenlos. Jeder Patronenhülsen-Tropfen ist hörbar, jeder Schritt hallt durch leere Gänge. Die Grafik setzt auf einen düsteren, fast monochromen Look mit vereinzelten Farbakzenten, ähnlich wie Dead Space mit seinen roten Lichtern.
Die Schwierigkeit ist hoch, aber fair. Kämpfe erfordern präzises Ausweichen und kluges Ressourcenmanagement. Wer blind drauflosballert, ist schnell tot. Das erinnert an die besten Momente der Souls-Reihe, ohne deren Frust-Level zu erreichen.
Entwicklerstudio und Vorgeschichte
End of Abyss stammt von Fathom Interactive, einem Studio aus Uppsala (Schweden). Gegründet 2019 von drei ehemaligen MachineGames-Entwicklern, die an den Wolfenstein-Neuauflagen mitwirkten. Ihr erstes Spiel The Rift Below (2020) war ein isometrischer Survival-Horror, der auf Metacritic 82 Punkte erreichte und für sein Sounddesign gelobt wurde. 2023 folgte Shadows of the Deep, ein Third-Person-Horror mit linearem Leveldesign, der sich weltweit über 500.000 Mal verkaufte.
Mit End of Abyss wagt das Team den Schritt zum Selbstpublishing. Die Entwicklung begann 2024, unterstützt durch einen Epic MegaGrant und wuchs von fünf auf 25 Mitarbeiter. Anders als die Vorgänger setzt der Titel auf eine offene Spielwelt mit Metroidvania-Mechaniken und höherem Schwierigkeitsgrad. Eine öffentliche Demo erschien zur Summer Game Fest 2026 und sammelte auf Steam über 120.000 Wunschlisten innerhalb der ersten Woche.
Marktkontext und Vergleichstitel
Isometrische Survival-Horror-Spiele erleben seit 2020 eine Renaissance. Signalis (2022, rose-engine) kombinierte eine ähnliche Overhead-Perspektive mit Inventory-Rätseln und psychologischem Horror, verkaufte sich über 1,5 Millionen Mal. Carrion (2020) setzte auf eine umgekehrte Rollenverteilung und Twin-Stick-Steuerung, jedoch ohne Erkundungsfokus. The Ascent (2021) bot isometrische Action, aber keinen Horror.
End of Abyss unterscheidet sich durch seinen Genre-Mix: Die Souls-like-Elemente bedeuten, dass jeder Kampf das letzte sein kann. Gegnerangriffe lassen sich durch präzises Ausweichen kontern, ähnlich wie in Hades oder Dead Cells, nur mit einer langsameren, bedächtigen Taktung. Die Metroidvania-Struktur mit aufschließbaren Pfaden erinnert an Hollow Knight, überträgt das Prinzip aber in eine düstere Sci-Fi-Kulisse. Der Titel besetzt damit eine Nische, die aktuell kaum ein anderes Spiel abdeckt: harter Twin-Stick-Horror mit permanenter Ressourcenknappheit und Backtracking.
Fazit: Ein Kandidat fürs Horror-Jahr
End of Abyss ist kein reiner Klon, sondern eine eigenständige Mischung, die aus ihren Einflüssen etwas Neues schafft. Die Kombination aus Twin-Stick-Shooter, Metroid-Erkundung und Survival-Horror-Atmosphäre funktioniert erstaunlich gut.
Unser Video-Eindruck zeigt, wie dicht die Inszenierung bereits ist und wie hart die Kämpfe werden können. Wer sich nach einem echten Genre-Bastard sehnt, der fordert und belohnt, sollte End of Abyss auf dem Schirm haben.