Das Aus für die alten Konsolen
Die Ära von Warzone auf der PlayStation 4 und Xbox One endet in wenigen Tagen. Activision stellt den Support für die Hardware-Generation von 2013 offiziell ein.
Betroffene Spieler verlieren den Zugriff auf ihre installierte Software. Ohne ein Upgrade auf eine PlayStation 5 oder Xbox Series X/S bleibt das Spiel unzugänglich.
Studio-Historie und Entwicklung
Infinity Ward, das Hauptstudio hinter der Modern Warfare-Serie, legte 2020 mit Warzone den Grundstein für das Battle-Royale-Modell von Call of Duty. Das Studio hat eine Geschichte, die bis zum ersten Call of Duty aus dem Jahr 2003 zurückreicht und die das Genre der Militär-Shooter maßgeblich definiert hat.
An der Entwicklung der Live-Services wirken zudem weitere Studios wie Raven Software und Treyarch mit. Diese Zusammenarbeit ermöglicht den Betrieb von drei aktiven Call of Duty-Haupttiteln unter einem gemeinsamen launcher-basierten System.
Was sich für Spieler ändert
Die technische Architektur der alten Konsolen bildet ein Nadelöhr für aktuelle Engine-Updates. Activision nutzt die IW-Engine, deren neueste Iterationen eine Hardware-Leistung fordern, welche die Jaguar-Prozessoren der alten Konsolen nicht erbringen können.
- PlayStation 5 und Xbox Series X/S sind mit schnellen NVMe-SSDs ausgestattet, die Asset-Streaming in Echtzeit erlauben.
- PC-Spieler können ihre Hardware individuell skalieren und bleiben daher von dieser Abschaltung ausgenommen.
- Die PlayStation 4 und Xbox One arbeiten mit langsamen HDD-Festplatten, was bei großen Karten zu Textur-Pop-ins und Ladeverzögerungen führt.
Branchenkontext und Vergleichswerte
Die Entscheidung folgt einem Muster, das bereits andere große Live-Service-Titel vollzogen haben. Epic Games stellte den Support für ältere Hardware bei Fortnite ebenfalls schrittweise ein, um die grafische Qualität der Unreal Engine 5 zu halten.
- Apex Legends von Respawn Entertainment läuft zwar noch auf alter Hardware, kämpft jedoch mit massiven Einbrüchen der Bildrate bei komplexen Gefechten.
- Destiny 2 von Bungie behielt den Support für ältere Konsolen bei, musste jedoch den Umfang der Spielwelt durch das "Content Vault"-System reduzieren, um Speicherplatz zu sparen.
- Warzone wählte den Weg der technischen Entkopplung, um die Detaildichte der Umgebung nicht länger durch die Hardware von 2013 begrenzen zu müssen.
Zeitplan und Konsequenzen
Der Stichtag markiert den Moment, in dem die Serverabfragen für die Last-Gen-Clients deaktiviert werden. Spieler auf PlayStation 4 oder Xbox One erhalten ab diesem Datum keine Verbindung mehr zum Activision-Netzwerk.
- Das Activision-Konto fungiert als Speicherort für den gesamten Fortschritt.
- Alle freigeschalteten Waffen, Operator-Skins und Battle-Pass-Inhalte bleiben erhalten, sobald sich der Nutzer auf einer neuen Konsole einloggt.
- Ein lokaler Transfer von Dateien ist nicht notwendig, da die Daten auf den Cloud-Servern des Unternehmens liegen.
Technische Hintergründe und Limitationen
Die PlayStation 4 verfügt über lediglich 8 GB GDDR5-RAM, von denen nur ein Teil für das Spiel reserviert ist. Die Xbox One nutzt sogar den langsameren DDR3-Speicher, was bei der komplexen Physik-Berechnung von Warzone zu Latenzproblemen führt.
- Die CPU-Architektur der alten Konsolen begrenzt die Anzahl der gleichzeitig berechenbaren Spieler und Projektile.
- Eine höhere Bildrate, wie sie auf 120Hz-Displays der neuen Generation möglich ist, lässt sich mit der alten Hardware physikalisch nicht erreichen.
- Der Verzicht auf Kompatibilität entlastet die Entwickler bei der Qualitätsprüfung (QA), da nur noch drei statt fünf Plattform-Konfigurationen getestet werden müssen.
Seit dem Release von Call of Duty: Warzone im März 2020 hat sich das Datenvolumen des Spiels durch stetige Updates von etwa 80 GB auf über 170 GB verdoppelt. Die alten Konsolen stoßen hierbei an die Grenzen ihrer Speicherkapazität und Dateiverwaltung.