Sechs Jahre Warten auf eine Antwort
HoYoverse, das Studio hinter Genshin Impact, kündigte den Port für die Nintendo Switch bereits im Januar 2020 an, Monate vor dem globalen Start des Spiels. Das Versprechen blieb seitdem unerfüllt, während der Titel auf PlayStation 4, PlayStation 5, PC, iOS und Android durch regelmäßige Updates alle sechs Wochen expandierte.
- Der ursprüngliche Trailer von 2020 zeigte technisches Material, das jedoch nie in einer spielbaren Form erschien.
- HoYoverse agiert aus Shanghai und hat sich seit der Gründung 2012 von einem kleinen Entwicklerstudio zu einem globalen Giganten mit über 5.000 Mitarbeitern gewandelt.
- Vor der Gründung von HoYoverse (ehemals miHoYo) konzentrierte sich das Team auf Anime-inspirierte Titel wie Gun GirlZ und Honkai Impact 3rd, die das Fundament für das aktuelle Geschäftsmodell legten.
Neue Lebenszeichen aus der Gerüchteküche
Analysten von Sensor Tower schätzen, dass Genshin Impact allein auf Mobilgeräten bereits über fünf Milliarden US-Dollar Umsatz generiert hat. Die erneuten Hinweise in den Spieldateien der Version 5.x könnten darauf hindeuten, dass HoYoverse die Prioritäten für das nächste Geschäftsjahr neu ordnet.
- Die Speicherstruktur des Spiels umfasst mittlerweile über 100 Gigabyte auf dem PC, was eine massive Kompression für den 32 Gigabyte großen internen Speicher der Nintendo Switch zwingend macht.
- Technische Daten aus dem aktuellen Update enthalten Verweise auf Shader-Profile, die spezifisch für die Tegra X1-Architektur der Nintendo Switch optimiert wurden.
- Das Studio hat in den vergangenen Monaten vermehrt Stellen für Hardware-Optimierung in Tokio und Shanghai ausgeschrieben.
Die technische Herausforderung
Die Nintendo Switch nutzt einen Nvidia Tegra X1 Mobil-Chip aus dem Jahr 2015, der in der Leistung deutlich unter der PlayStation 4 liegt. Genshin Impact nutzt die Unity-Engine, die zwar flexibel ist, jedoch bei komplexen Open-World-Szenarien hohe Anforderungen an den Arbeitsspeicher stellt.
- Der geteilte Arbeitsspeicher der Switch (4 GB RAM) bildet das Nadelöhr für Textur-Streaming und Partikeleffekte in Schlachten.
- HoYoverse müsste die Sichtweite (Draw Distance) drastisch reduzieren, um die Bildrate stabil bei 30 FPS zu halten.
- Vergleichbare Titel wie The Witcher 3: Wild Hunt zeigten durch eine Kooperation mit Saber Interactive, dass aufwendige Portierungen möglich sind, erfordern aber Monate spezialisierter Arbeit.
Studio-Historie und Branchenkontext
Der Erfolg von HoYoverse basiert auf der aggressiven Live-Service-Strategie, bei der neue Gebiete wie Natlan, Fontaine oder Inazuma in festen Zyklen veröffentlicht werden. Das Studio veröffentlichte mit Honkai: Star Rail im Jahr 2023 einen weiteren Hit, der direkt zum Start auf PC, PlayStation 5 und Mobilgeräten erschien, die Switch jedoch erneut ignorierte.
- Genshin Impact etablierte das Gacha-Modell auf Konsolen, wobei Spieler durch Zufallsmechaniken Charaktere und Waffen erwerben.
- Die Entwicklungskosten von Genshin Impact beliefen sich laut Branchenberichten zum Start auf etwa 100 Millionen US-Dollar und steigen durch die kontinuierliche Entwicklung stetig an.
- Im Vergleich dazu investierte Nintendo bei Eigenproduktionen wie The Legend of Zelda: Breath of the Wild in eine optimierte Engine, die perfekt auf die Zielhardware abgestimmt wurde.
Was Fans jetzt wissen sollten
Die Spekulationen über einen Release auf dem potenziellen Nintendo Switch-Nachfolger gewinnen an Gewicht, da die aktuelle Konsole das Ende ihres Lebenszyklus erreicht hat. Ein Port für die nächste Hardware-Generation würde HoYoverse die nötige Rechenleistung bieten, um den grafischen Stand der PlayStation 5-Version annähernd zu halten.
- Das Studio hat für Zenless Zone Zero aktuell eine Portierung für Konsolen vorangetrieben, was die Kapazitäten für weitere Projekte wie einen Switch-Port begrenzen könnte.
- Die Cross-Save-Struktur von HoYoverse ist über den HoYoverse-Account verknüpft, was einen nahtlosen Wechsel zwischen Plattformen ermöglicht.
- Aktuelle Datenbankeinträge verweisen auf eine Kompatibilität mit der Unity-Version 2022.3, welche eine verbesserte Unterstützung für neuere Konsolen-APIs bietet.
Entwickler bei HoYoverse halten sich mit Aussagen zu Hardware-Portierungen seit 2021 zurück und verweisen stattdessen auf die laufenden Updates der bestehenden Plattformen. Der Marktanteil von Nintendo in Asien und dem Westen bleibt für den Entwickler ein Anreiz, trotz der offensichtlichen technischen Hürden an einem Port festzuhalten.