Die Gerüchteküche hat recht behalten
Warhorse Studios aus Prag entwickelt ein neues Rollenspiel im Universum von J.R.R. Tolkien. Das Studio bestätigte die Arbeit an diesem Projekt, nachdem sich die Lizenzrechte für eine interaktive Umsetzung von Der Herr der Ringe klären ließen.
Was wir bisher wissen
- Das Spiel nutzt die CryEngine, eine Grafik-Engine, die bereits für die visuelle Darstellung von Kingdom Come: Deliverance diente.
- Die Spielmechanik orientiert sich an einer Simulation von physikalischen Gegebenheiten und Kampf-Systemen.
- Die offene Welt bildet eine geografisch akkurate Karte von Teilen Mittelerdes ab.
Studio-Historie und Fokus
Das Studio wurde 2011 von Daniel Vávra und Martin Klíma gegründet. Vávra erlangte Bekanntheit durch seine Arbeit an Mafia: The City of Lost Heaven, während Klíma bei ALTAR games an Titeln wie Operation Flashpoint mitwirkte.
- Das erste Projekt, Kingdom Come: Deliverance, erschien 2018 und verkaufte sich über sechs Millionen Mal.
- Das Team spezialisiert sich auf eine Spielphilosophie, die auf Verzicht von High-Fantasy-Elementen zugunsten einer harten Simulation basiert.
- Mit etwa 150 Mitarbeitern operiert das Studio unter dem Dach der Embracer Group, die 2024 die Mehrheit an Middle-earth Enterprises erwarb.
Vergleichbare Releases und Branchenkontext
Der Markt für Der Herr der Ringe-Spiele ist seit Jahrzehnten fragmentiert. Titel wie Mittelerde: Mordors Schatten (2014) und Mittelerde: Schatten des Krieges (2017) von Monolith Productions setzten auf Action und das Nemesis-System.
- Das kommende Werk von Warhorse unterscheidet sich von diesen Action-Titeln durch den Fokus auf langsame, systemische Interaktion.
- Vergleichbare Projekte im RPG-Sektor sind The Witcher 3: Wild Hunt oder Elden Ring, wobei Warhorse den historischen Realismus als Differenzierungsmerkmal nutzt.
- Die Einordnung in das Portfolio der Embracer Group zeigt eine Strategie, Lizenzen mit bewährten Entwicklerstudios zu verknüpfen, um die Kosten für neue IPs zu senken.
Erwartungen an das Studio
Die Historie von Warhorse deutet auf eine Abkehr von automatisierten Kämpfen hin. Spieler müssen bei diesem Projekt mit einer komplexen Steuerung für den Schwertkampf und einem Hunger- sowie Schlaf-System rechnen.
- Das Design verzichtet auf Quest-Marker, die den Spieler ohne eigenes Zutun zum Ziel leiten.
- Die Geografie folgt den Karten aus The Atlas of Middle-earth von Karen Wynn Fonstad.
- Spielerische Tiefe entsteht hier durch die Simulation von sozialen Hierarchien und wirtschaftlichen Abläufen innerhalb der Spielwelt.
Ein Blick auf die Historie
Die Entwicklung von Kingdom Come: Deliverance 2 beansprucht aktuell einen Großteil der personellen Ressourcen in Prag. Das erste Spiel des Studios finanzierte sich teilweise über eine Kickstarter-Kampagne, die 2014 rund 1,1 Millionen Pfund einbrachte.
- Die technische Basis der CryEngine erlaubt eine detailreiche Darstellung von Architektur und Vegetation, was für die architektonischen Stile in Mittelerde notwendig ist.
- Offizielle Details zu den spielbaren Völkern oder dem zeitlichen Setting innerhalb der Chronologie von Tolkien fehlen.
- Die Lizenz erlaubt den Entwicklern eine eigenständige Geschichte, die nicht zwingend die bekannten Filmereignisse wiederholt.
Das Studio arbeitet intern an neuen Animationstools, um den Übergang zwischen verschiedenen Kampfhaltungen flüssiger zu gestalten. Die Entwicklung von Kingdom Come: Deliverance 2 läuft parallel weiter, wobei ein Teil des Teams bereits die Vorproduktion für den Mittelerde-Titel übernommen hat.