Der Stecker ist gezogen
PlayerUnknown Productions hat die Entwicklung von Prologue: Go Wayback offiziell beendet. In einer Erklärung auf dem hauseigenen Dwitter-Account gab Brendan Greene persönlich bekannt, dass er „die Grenzen dessen erreicht habe, wie weit ich diese Reise in ihrer aktuellen Form weiter finanzieren kann“. Eine nicht näher bezifferte Anzahl an Mitarbeitern wurde entlassen.
Was war Prologue: Go Wayback?
- Ein Survival-Spiel, das als Einstieg in Greenes ambitioniertes Open-World-Projekt gedacht war.
- Sollte Mechaniken jenseits des Battle-Royale-Genres erkunden, weg von PUBG, dem Erfolg von Greene.
- Der Titel war als „Prolog“ angelegt, um die Technologie und das Gameplay für eine noch größere Vision zu erproben.
Vom Battle-Royale-Erfolg zur Open-World-Vision
Brendan Greene begann seine Karriere mit Battle-Royale-Mods für Arma 2 und H1Z1, bevor er 2017 mit PUBG einen der erfolgreichsten Spieletitel aller Zeiten schuf. PUBG verkaufte sich über 75 Millionen Mal und generierte Milliardenumsätze.
Greene verließ PUBG Corp. 2019 gründete in Amsterdam PlayerUnknown Productions. Das Studio arbeitete an einer eigenen Engine namens Melba, die eine prozedural generierte, fotorealistische Welt mit hunderten KI-gesteuerten Gegnern ermöglichen sollte. Prologue: Go Wayback war als technischer Proof-of-Concept angekündigt.
Das Team umfasste zuletzt rund drei Dutzend Entwickler, finanziert aus Greenes privatem Vermögen und früheren PUBG-Investments. Die Demo erschien im September 2023 auf Steam, erhielt aber gemischte Kritiken wegen rudimentärer Mechaniken und Performance-Problemen.
Das Aus kommt nicht völlig überraschend
Schon länger gab es keine öffentlichen Updates mehr zum Spiel. Die Finanzierung durch Greene selbst, er hatte zuvor über Investments und Gewinne aus PUBG in das Studio gesteckt, scheint nun endgültig versiegt zu sein. Die Entlassungen treffen ein Team, das über Jahre an der Engine und den Systemen des Projekts feilte.
Finanzierungsdruck in der Spielebranche
Die Einstellung von Prologue reiht sich in eine Welle von Studio-Schließungen und Entlassungen ein. Laut dem Branchen-Tracker Game Industry Layoffs wurden 2023 weltweit über 10.500 Jobs gestrichen, 2024 bereits mehr als 8.000. Betroffen sind sowohl Indie-Studios als auch große Publisher wie Embracer Group, die im Juni 2023 ein umfassendes Restrukturierungsprogramm startete.
Besonders ambitionierte Early-Access-Projekte ohne Publisher-Rücken haben es schwer, die mehrjährige Entwicklungszeit zu überbrücken. Prologue: Go Wayback war nicht der einzige Titel mit einer ähnlichen Ankündigung: The Day Before von Fntastic scheiterte 2023 nach einem kurzen katastrophalen Launch, Stalker 2 konnte nur durch staatliche Unterstützung fertiggestellt werden.
Greene stand vor dem Dilemma, dass ein einzelner Survival-Titel nicht genug Reichweite generierte, um die teure Engine-Entwicklung zu refinanzieren. Die Melba-Technologie galt als vielversprechend, aber ohne fertiges Produkt oder Lizenzpartner blieb sie ein Kostenfaktor.
Was bleibt von PlayerUnknown Productions?
Ob das Studio überhaupt weiter existiert, ist unklar. Die Ankündigung spricht nur vom Ende der Entwicklung an Prologue: Go Wayback. Andere interne Projekte oder ein möglicher Verkauf der Technologie wurden nicht erwähnt. Greene selbst macht keine Aussage zu seiner eigenen Zukunft als Entwickler.