Faker spricht Klartext
Nach Monaten des Schweigens hat Faker eine der ältesten Diskussionen in League of Legends beendet. Gegenüber Dot Esports stellte der mehrfache Weltmeister klar: Sein Champion-Pool aus den Jahren 2013–2015 war tatsächlich sein stärkster.
Kein „vielleicht“, kein „es kommt darauf an“, Faker bestätigte die Behauptung, die Fans seit Jahren spalten.
Die alten Helden im Detail
- Ryze, Zed, LeBlanc, Orianna und Ahri, diese fünf Champions prägten seine frühe Dominanz.
- Faker erklärte, dass die mechanische Synergie mit diesen Helden unerreicht blieb. „Ich musste nie über die Combo nachdenken, ich spielte sie im Schlaf“, so der Star.
Seine Gegner aus der LCK bestätigen das: In Season 3 bannten Teams im Finale sieben Champions gegen ihn, und verloren trotzdem.
Das Studio und seine Champions: Riot Games und die Überarbeitungen
League of Legends wurde 2009 von Riot Games veröffentlicht. Das Studio, 2006 von Marc Merrill und Brandon Beck gegründet, hatte kein Vorgängerspiel, es startete direkt mit diesem Titel. Seitdem hat Riot das Spiel in über 150 Champion-Updates verändert.
Von Fakers Signature-Helden wurde Ryze bisher siebenmal überarbeitet, LeBlanc zweimal, Ahri dreimal. Jede Überarbeitung veränderte die Mechaniken. Faker selbst sagte 2017, dass der aktuelle Ryze „ein anderer Champion“ sei. Das erklärt, warum sein alter Pool nicht mehr reproduzierbar ist, die Champions existieren in ihrer damaligen Form nicht mehr.
Warum die Debatte überhaupt existierte
Viele Analysten argumentierten, Faker sei später mit einem breiteren Pool stärker gewesen. Sie verwiesen auf Siege mit Champions wie Azir, Galio oder Akali.
Doch Faker widerspricht direkt: „Die alten Champions gaben mir eine Sicherheit, die ich später nie wieder hatte. Ich spielte aggressiver, risikofreudiger, weil ich die Limits genau kannte.“ Das ist kein Nostalgie-Gerede, es sind seine eigenen Worte.
Branchenkontext: Legendendebatten quer durch den eSport
Solche Diskussionen sind im eSport nicht neu. In Counter-Strike: Global Offensive debattieren Fans seit Jahren, ob s1mple in seiner Zeit bei NaVi (2016–2018) oder später bei der Grand-Slam-Serie stärker war. In Starcraft: Brood War wird immer noch über Flash diskutiert, seine beste Phase lag zwischen 2010 und 2012, obwohl er bis 2018 Titel gewann.
Gemeinsam ist allen: Die frühen Jahre eines Spielers fallen oft mit einem anderen Meta, geringerer Konkurrenzdichte oder einem spezifischen Spielstil zusammen. Faker gewann seinen ersten Weltmeistertitel 2013 mit SK Telecom T1 gegen Royal Never Give Up, ein Team, das heute ganz anders aufgestellt ist. Die LCK selbst hat sich seitdem von einer rein koreanischen Liga zu einer globalen Marke mit Franchise-System entwickelt (seit 2020). Diese Veränderungen machen direkte Vergleiche schwer.
Die Gegenwart bleibt anders
Faker betonte, dass er heute nicht mehr dieselbe Dominanz mit diesen Champions zeigen könnte. Das League of Legends-Meta habe sich verändert, Riot habe viele seiner Signature-Helden überarbeitet.
Trotzdem: Die alten Matches auf Ryze gegen KT Rolster oder auf Zed gegen Royal Never Give Up bleiben Referenzpunkte für mechanisches Gaming.
Fakers Zahlen im Kontext
Faker hält den Rekord für die meisten Weltmeisterschafts-Titel (4, Stand 2024). In seiner besten Saison 2015 erreichte er eine KDA von 5.2 und eine durchschnittliche Creep-Score-Differenz von +12 pro Minute, Werte, die er später nie wiederholte. Seine Siegquote mit Ryze zwischen 2013 und 2015 lag bei 78% über 41 Spiele. Zum Vergleich: Seine Siegquote mit Azir (seinem meistgespielten Champion ab 2016) beträgt 62% in 87 Spielen.
Ein Detail am Rande: Faker verlor kein einziges entscheidendes Playoff-Match mit Ryze zwischen 2013 und 2015. Das letzte Mal, dass er diesen Champion in einem internationalen Finale spielte, war 2015 gegen KT Rolster im Summer Split, er gewann 3:0. Die Debatte ist nun wirklich beendet.