Grimmbier aus Tinte und Taktik
Flask ist kein Spiel für Sonnenstrahlen. Der düster-komödiantische Deckbuilding-Autobattler serviert eine schrille Mischung aus Homunculus-Zucht und automatischen Gefechten. Seit kurzem gibt es eine Demo auf Steam, ein passender Einstieg in diese skurrile Alchemistenküche.
Die Hand des dänischen Bleistift-Hexenmeisters
Die gesamte Optik stammt von John Kenn Mortensen, einem dänischen Zeichner, der seine Kreaturen mit kratzigen Linien aus dem Papier kratzt. Jede Karte und jeder Homunculus wirkt wie aus einem alten Albtraum-Skizzenbuch gerissen.
- Die Kunst ist voller schräger Details und makaberem Humor.
- Mortensen nennt sich selbst „Pencil Warlock“, passend zu den finsteren Wesen.
Automatisches Geplänkel mit Deckbau
Flask kombiniert zwei Mechaniken, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen, aber perfekt ineinandergreifen:
- Ihr stellt ein Deck aus Homunculi zusammen, die im Kampf selbstständig agieren.
- Die Taktik liegt in der Zusammenstellung: Welche Kreaturen ergänzen sich, welche Synergien lassen sich freischalten?
- Die Gefechte laufen automatisch ab, ihr greift nur durch eure Deckwahl ein.
Die Demo bietet einen ersten Einblick in diese ungewöhnliche Mischung aus Planung und Chaos.
Von Alchemiespielen zu düsteren Kreaturen
Hinter Flask steckt das Kopenhagener Studio Candlelight Games, das 2018 von drei ehemaligen IO Interactive-Entwicklern gegründet wurde. Ihr Debüt Potion Panic (2020) war ein Echtzeit-Strategiespiel über Trankbrauen mit 62.000 verkauften Einheiten auf Steam. 2022 folgte The Wickerbottle, ein narratives Puzzlespiel, das auf dem IGF für „Excellence in Visual Art“ nominiert wurde.
Mit Flask wagt sich das Studio erstmals an den Autobattler-Markt. Die Entwicklung begann 2023 nach einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne: 1.847 Unterstützer sammelten 128.000 Euro, das Ziel von 80.000 Euro wurde nach 36 Stunden erreicht. Mortensen war bereits beim Soundtrack von The Wickerbottle beteiligt; für Flask steuerte er erstmals sämtliche Grafiken bei.
Branchenkontext: Autobattler und Deckbau im Aufwind
Der Markt für Auto-Battler hat sich seit Teamfight Tactics (2019) diversifiziert. Titel wie Super Auto Pets (5 Millionen Downloads) und The Last Flame (2024) zeigen, dass die Nische auch für Indie-Studios profitabel ist. Flask positioniert sich zwischen Slay the Spire (2,5 Millionen Verkäufe) und Monster Train (über 1 Million), ersetzt aber die rundenbasierte Steuerung durch automatisierte Kämpfe.
Ein direkter Vergleich ist Roguebook (2021, 350.000 Verkäufe), das ebenfalls Deckbau mit automatischen Gefechten verband, jedoch auf einen cartoonhaften Stil setzte. Flask hebt sich durch die düstere Ästhetik und die Fokussierung auf Synergien zwischen Homunculi ab, jedes Wesen hat zwei passive Effekte, die sich je nach Position im Feld verändern.
Zahlen zur Demo und zum Entwicklungsfortschritt
Die Steam-Demo, am 12. Oktober 2024 veröffentlicht, enthält 15 Karten aus drei Fraktionen und vier Gegnertypen. Nach einer Woche verzeichnete sie 32.000 Downloads, davon 8.400 aktive Spieler am ersten Wochenende. Die geplante Vollversion soll 120 Karten, sechs Fraktionen und einen Endlos-Modus mit täglichen Herausforderungen bieten. Erscheinungsfenster: erstes Quartal 2025.
Candlelight Games hat zudem eine Switch-Version angekündigt, die zeitgleich mit dem PC Release erscheinen soll. Derzeit arbeitet das Studio an der Übersetzung der Texte, Mortensens handgeschriebene Notizen auf den Karten werden typografisch nachgebildet, ein Detail, das in der Demo noch fehlt.
Jetzt anspielen auf Steam
Die spielbare Vorschau ist ab sofort auf Steam verfügbar. Wer auf eigenwillige Strategie mit handgemachtem Artstyle steht, sollte zugreifen, bevor die Homunculi ausbüxen.