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Gamescom entschuldigt sich nach Laptop-Diebstählen: „Wir hätten das von Anfang an sagen müssen“
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Gamescom entschuldigt sich nach Laptop-Diebstählen: „Wir hätten das von Anfang an sagen müssen“

Nach dem Diebstahl von Laptops mit frühen Builds von Petal Runner und Escape Academy 2 auf der gamescom 2026 rudert die Messe zurück und entschuldigt sich ausdrücklich bei den betroffenen Indie-Entwicklern.

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Dennis Adam
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Die Entschuldigung nach der Kritik

Die gamescom hat sich offiziell bei mehreren Indie-Entwicklern entschuldigt, deren Laptops während der Messe gestohlen wurden. In einer Stellungnahme heißt es wörtlich: „Wir verstehen, was euch das gekostet hat, und wir hätten das von der allerersten Sekunde an sagen müssen.“ Damit rudert die Messeleitung nach anfänglichem Schweigen zurück, das in der Community als Victim-Blaming aufgefasst worden war. Betroffen waren unter anderem iam8bit, die frühe Builds von Petal Runner und Escape Academy 2 auf den Geräten gespeichert hatten.

Die Vorfälle im Detail

  • Ryan Laley, ein unabhängiger Entwickler, berichtete als erster, dass nachts mehrere Laptops aus seinem Standbereich entwendet wurden.
  • iam8bit, bekannt für physische Collector’s Editions und Indie-Publikationen, meldete ebenfalls den Diebstahl von Hardware.
  • Die gestohlenen Rechner enthielten unveröffentlichte Spielstände und Prototypen, darunter Petal Runner und Escape Academy 2.
  • Die Messe reagierte zunächst ausweichend, was den Eindruck erweckte, die Entwickler hätten ihre Geräte nicht ausreichend gesichert.
  • Erst nach öffentlichem Druck und mehreren Social-Media-Beiträgen folgte die jetzt veröffentlichte Entschuldigung.

Was die Diebstähle für die Spiele bedeuten

  • Petal Runner ist ein von iam8bit veröffentlichtes Indie-Spiel, das auf der Messe voraussichtlich als Demo gezeigt werden sollte. Ein früher Build war auf einem der gestohlenen Laptops.
  • Escape Academy 2 ist der Nachfolger des beliebten Koop-Rätselspiels von Coin Crew Games; auch hier gingen ungesicherte Entwicklungsversionen verloren.
  • Mimic, ein weiteres bestätigtes Spiel auf der Messe, war nach Angaben der Veranstalter nicht direkt von den Diebstählen betroffen, aber die allgemeine Unsicherheit an den Indie-Ständen sorgte für Unruhe.
  • Ob die Spiele auf der Messe spielbar waren oder nur gezeigt wurden, ist aus den offiziellen Angaben nicht zweifelsfrei abzulesen. Sicher ist nur, dass die Builds auf gestohlenen Rechnern existierten.

Studio-Historie und Kontext

iam8bit ist kein klassisches Entwicklerstudio, sondern ein US-Verlag, der sich auf physische Sondereditionen und Indie-Partnerschaften spezialisiert hat. Das Unternehmen arbeitete zuvor an Editionen von Spielen wie Hades oder Celeste, hat aber auch eigene Projekte wie Petal Runner initiiert. Der Titel wird als narratives Rennspiel mit Fokus auf Charakterentwicklung beschrieben, ein Debüt im eigenen Portfolio. Escape Academy 2 folgt auf das erfolgreiche erste Spiel, das 2022 als Xbox- und PC-Titel erschien und für seinen lokalen Koop-Modus bekannt ist. Der Verlust früher Builds trifft ein kleines Team besonders hart, da Zwischenstände oft nur lokal gespeichert sind.

Branchenkontext: Diebstähle auf großen Events

  • Messen wie die gamescom sind traditionell sensible Orte für Entwickler, die ihre Hardware selten aus den Augen lassen.
  • Auch bei früheren Events gab es wiederholt Berichte über gestohlene Laptops oder Prototypen, etwa auf der E3 oder der PAX.
  • Die Schäden sind oft nicht nur materiell: Ein gestohlener Build kann Monate an Arbeit enthalten, die ohne Backup verloren ist.
  • Die Reaktion der Messe zeigt ein wachsendes Problembewusstsein, aber auch ein Kommunikationsdefizit: Erst späte Entschuldigungen statt sofortiger Unterstützung.

Die Rolle der Kommunikation

Die erste Reaktion der gamescom-Verantwortlichen war offenbar von Distanz geprägt. Statt die Betroffenen zu unterstützen, fragten sie nach Sicherheitsvorkehrungen an den Ständen. Das kam bei vielen Independent-Entwicklern schlecht an, da die Standmieten auf Messen dieser Größenordnung ohnehin hoch sind und zusätzliche Sicherheitsdienste kaum bezahlbar sind. Mit der nun veröffentlichten Erklärung nimmt die Messe zwar die Schuld auf sich, aber der Schaden ist für die Entwickler bereits entstanden. Petal Runner und Escape Academy 2 müssen nun neu aufgebaut werden, falls keine Backups existieren.

Was das für Spieler und Entwickler bedeutet

Für die Spieler bedeutet der Vorfall vor allem eine Verzögerung: Escape Academy 2 kann sich um Monate verschieben, da der Entwicklungsstand verloren ging. Bei Petal Runner ist die Lage noch unklar. Branchenweit ist der Vorfall ein Weckruf: Cloud-Backups und verschlüsselte Festplatten sind keine Option, sondern Pflicht. Auch die Messe selbst muss ihre Sicherheitskonzepte überdenken, sonst sinkt die Attraktivität für Indie-Aussteller weiter. Die Entschuldigung der gamescom ist ein erster richtiger Schritt, aber sie kann nicht ersetzen, was die Entwickler verloren haben.

Ein Schritt ohne Wiederkehr

Die gestohlenen Laptops enthielten nicht nur Code, sondern oft Tagebücher, Referenzbilder und frühe Designnotizen. Für unabhängige Studios ist so etwas unersetzlich, selbst wenn der Code in Versionierungssystemen wiederherstellbar wäre. Die gamescom hat nach eigenen Angaben die Ermittlungen aufgenommen und will mit den Betroffenen zusammenarbeiten. Ob das Vertrauen der Indie-Community zurückkehrt, wird sich erst auf der nächsten Messe zeigen. Bis dahin bleibt den Teams von Petal Runner und Escape Academy 2 nur die Hoffnung auf externe Kopien, die nicht auf den gestohlenen Geräten lagen.

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