Öl ins Feuer: Millers letzter Wunsch
Der Wasteland-Vater George Miller hat offenbar noch lange nicht genug. Laut einem Bericht von GamesRadar+ möchte der Regisseur einen finalen Mad Max-Film drehen, und zusätzlich eine komplette TV-Show produzieren. Der Haken: Der Distributor von Fury Road, Warner Bros, soll die Pläne bereits abgelehnt haben.
- Miller schwebt ein krönender Abschluss der Saga vor.
- Die TV-Serie sollte parallel zur Filmhandlung spielen.
- Warner Bros erteilte dem Projekt eine Absage, Grund unbekannt.
Die Entstehungsgeschichte von Fury Road
Mad Max: Fury Road durchlief eine jahrelange Entwicklungshölle. Miller begann die Arbeit am Drehbuch bereits 1997, doch Warner Bros zögerte wegen hoher Budgetforderungen. Nach einem Rechtsstreit über Gewinnbeteiligungen (2007–2011) startete die Produktion 2012 mit 150 Millionen US-Dollar Budget. Der Film spielte weltweit 379 Millionen US-Dollar ein, ein solides Ergebnis, aber kein Blockbuster im Sinne des Studios.
Die Dreharbeiten in Namibia dauerten 120 Tage, galten als chaotisch. Millers Perfektionismus führte zu Konflikten mit dem Studio. Trotz sechs Oscars (darunter Schnitt, Maske, Szenenbild) verweigerte Warner Bros jahrelang grünes Licht für ein Prequel. Furiosa bekam erst 2020 eine offizielle Ankündigung, mit Auflagen: Budgetkürzung auf 168 Millionen US-Dollar, kürzere Drehzeit, weniger aufwändige Stunts.
Kein Studio-Blues, bitte
Die Nachricht kommt überraschend, denn Mad Max: Fury Road war 2015 ein kritischer und kommerzieller Erfolg. Das Prequel Furiosa startete erst 2024, offenbar mit gemischten Reaktionen. Ob Millers Vision am Ende doch noch eine Chance bekommt, bleibt fraglich.
Wichtig: Es gibt keine offizielle Bestätigung von Miller oder Warner Bros. Der Bericht stützt sich auf anonyme Quellen innerhalb des Studios.
Das Prequel Furiosa und seine Resonanz
Furiosa kam am 23. Mai 2024 in die Kinos und spielte bis August 2024 rund 173 Millionen US-Dollar ein, bei einem Budget von 168 Millionen plus Marketingkosten. Das bedeutet einen Verlust für Warner Bros. Der Film erhielt positive Kritiken (90 Prozent auf Rotten Tomatoes), aber das Publikum blieb aus, vermutlich wegen fehlender Star-Power und Verwirrung über die Chronologie.
Miller hat öffentlich eingeräumt, dass Furiosa „kein kommerzieller Erfolg“ sei. Er sagte in einem Interview mit The Daily Telegraph: „Wenn das Studio keinen Gewinn sieht, gibt es keinen Grund für einen weiteren Film.“ Dennoch bezeichnete er die Arbeit als „künstlerischen Triumph“. Die Ablehnung des finalen Films könnte eine direkte Folge dieser Bilanz sein.
Was heißt das für Gamer?
Mad Max ist nicht nur Filmgeschichte, das gleichnamige Open-World-Spiel von 2015 (entwickelt von Avalanche Studios) gilt unter Fans als unterschätzter Geheimtipp. Eine mögliche TV-Serie hätte die postapokalyptische Welt weiter ausgebaut.
- Das Mad Max-Spiel ist auf PC, PS4 und Xbox One erhältlich.
- Ein Nachfolger oder eine Adaption der Serie wäre denkbar, aber wohl erst nach Millers Filmabschluss.
Das Mad Max-Spiel und seine Macher
Avalanche Studios, bekannt für die Just Cause-Reihe, entwickelte das Mad Max-Spiel parallel zum Film. Das Team nutzte dieselbe Engine (Avalanche Open World) und arbeitete mit Miller zusammen, um die Fahrzeuge und das Wasteland-Design zu lizenzieren. Veröffentlicht wurde es am 1. September 2015, drei Monate nach Fury Road.
Verkaufszahlen: laut Schätzungen von VGChartz rund 1,8 Millionen Exemplare weltweit, weit unter den Erwartungen von Warner Bros Interactive. Das Spiel bekam gemischte Kritiken (Metacritic 69/100), gelobt für Fahrzeugkämpfe und Atmosphäre, kritisiert für repetitive Missionen. Ein geplanter Nachfolger wurde nie angekündigt. Avalanche konzentrierte sich danach auf Rage 2 (2019) und Just Cause 4, beide ebenfalls unter den Erwartungen.
Branchenkontext: Studios lehnen ab, warum?
Warner Bros hat in den letzten Jahren mehrere ambitionierte Filmprojekte abgelehnt oder eingestellt. Beispiele: The Batman 2 (Verzögerung), Coyote vs. Acme (komplett abgesetzt), Superman: Legacy (Neubesetzung). Der Konzern steht unter Druck, Kosten zu senken. CEO David Zaslav kündigte 2022 an, dass nur Projekte mit „klarem kommerziellem Potenzial“ grünes Licht erhalten.
Millers Mad Max-Plan würde mehrere hundert Millionen Dollar erfordern. Der letzte Film (Furiosa) verlor Geld. Eine TV-Serie, selbst mit geringerem Budget, bräuchte einen Streaming-Deal (z.B. HBO Max), aber Warner sucht nach neuen Eigentümern. Branchenbeobachter wie Variety sehen die Ablehnung als logischen Schritt.
Wasteland-Warten
Ob wir Mad Max je wieder auf der Leinwand sehen, ist ungewiss. Miller, mittlerweile 81, klagt offen über fehlende Unterstützung seitens des Studios. Vielleicht bleibt Furiosa tatsächlich der letzte Ausflug in die Einöde, zumindest vorerst.
Warner Bros. und die Zukunft der Wüste
Miller besitzt die kreativen Rechte an der Mad Max-Welt nicht. Warner Bros hält die Verwertungsrechte für Filme und Serien, basierend auf einem Vertrag aus den 1980ern. Ein Wechsel zu einem anderen Studio (Netflix, Amazon) wäre rechtlich kompliziert. Miller hat in Interviews angedeutet, dass er keine Lust auf jahrelange Verhandlungen habe.
Sein nächstes Projekt ist Three Thousand Years of Longing (2022), das kommerziell floppte (20 Millionen US-Dollar Einspiel). Sollte der finale Mad Max-Film nie realisiert werden, bleibt das Franchise mit sechs Filmen (1979–2024) und einem Spiel abgeschlossen, ein unvollendetes Vermächtnis.