Erste offentliche Bestätigung
DC Studios-Boss Peter Safran hat grünes Licht für eine ungewöhnliche Serie gegeben. Gorilla Grodd und Jimmy Olsen bekommen eine gemeinsame Show auf HBO. Die Dreharbeiten starten 2026.
Safran und sein Co-Chef James Gunn haben seit ihrer Übernahme 2022 eine klare Linie: Sie zerlegen das alte DC-Universum (DCEU) und bauen ein neues DC Universe, mit zusammenhängender Kontinuität, aber Raum für schräge Eigenproduktionen. Gunn selbst schrieb und inszenierte The Suicide Squad (2021) und Peacemaker (2022), beides Hits auf HBO Max. Die Serie „Waller“ mit Viola Davis ist ebenfalls in Entwicklung. Dieses Projekt passt ins Muster: Absurde Prämisse, aber mit ernstem Budget und HBO-Qualitätssiegel.
Derzeit steht kein Showrunner fest. Aber Safran betonte im Polygon-Interview, man wolle „etwas komplett anderes“, ein Indiz, dass das Studio Risiken eingeht, solange die kreative Vision stimmt.
Worum geht es?
Eine Kombination aus telepathischem Super-Gorilla und harmlosem Fotografen klingt absurd. Genau das ist der Reiz. Safran bestätigte das Projekt gegenüber Polygon, nachdem es lange als Gerücht kursierte.
- Gorilla Grodd ist ein hochintelligenter Primat aus den The Flash-Comics. Seit 1959 („The Flash“ #106) kämpft er gegen den Speedster. In den Comics lebt er in der versteckten Stadt Gorilla City in Afrika, kann telepathisch kommunizieren und hat ein Ego, das jede menschliche Arroganz übertrifft.
- Jimmy Olsen ist Supermans Sidekick und Hobby-Fotograf. Eingeführt 1938 in Action Comics #1, meist als Comic Relief oder Laufbursche. In neueren Comics, etwa Superman: Exile, bekam er eigene Geschichten, aber nie ein Headliner-Format.
- Die Verbindung zwischen Grodd und Olsen ist in den Comics kaum vorhanden. Ein einziges Crossover in Superman Vol. 2 #4 (1987) existiert: Grodd entführt Olsen, um Superman zu provozieren. Die Serie muss also eine neue Dynamik erfinden.
- Safran sagte, das Projekt sei „etwas völlig Neues“, Details zur Handlung gibt es noch nicht. Gerüchte aus der Branche deuten auf einen Buddy-Cop-Ton im Stil von The Nice Guys (2016), aber mit Superkräften und Primaten.
Produktionsstart 2026
Derzeit steht weder ein Drehbuch noch ein konkreter Cast fest. Safran sagte lediglich, dass die Kameras 2026 laufen werden. HBO ordnet die Serie als Teil des neuen DC Universe ein.
- Das bedeutet: Die Show spielt im selben Kontinuum wie der kommende Superman-Film von James Gunn (Start: 11. Juli 2025). Dieser Film legt die Grundlage, erste Reaktionen sprechen von einem tonalen Mix aus Guardians of the Galaxy und All-Star Superman.
- Sollte die Serie vor 2026 finale Drehbücher haben, könnte ein Drehbeginn im Frühjahr 2026 realistisch sein. HBO braucht für eine Staffel mit 8–10 Episoden etwa 6–8 Monate Drehzeit plus Postproduktion. Eine Ausstrahlung Ende 2026 oder Anfang 2027 ist möglich.
- Im Vergleich: Peacemaker Staffel 1 wurde von Januar bis Juli 2021 gedreht, eine Woche nach Ausstrahlungsstart (Januar 2022) fertiggestellt. Der Zeitplan ist extrem eng, aber machbar, wenn der Cast früh steht.
- Bisher gibt es keine offiziellen Budget-Zahlen. Eine HBO-Serie dieser Art dürfte zwischen 50 und 80 Millionen US-Dollar pro Staffel kosten, ähnlich wie The Penguin (ebenfalls DC, Start 2024), der mit rund 60 Millionen produziert wurde.
Was bedeutet das für Fans?
Wer schräge DC-Adaptionen mag, darf sich freuen. Grodd war bisher nur in Zeichentrickserien und als Bösewicht in The Flash-Serie zu sehen. Ein eigenes Format mit Olsen als Gegenpart klingt nach einem Experiment.
- Die The Flash-Serie auf The CW (2014–2023) zeigte Grodd in mehreren Episoden, gesprochen von David Sobolov. Dort war er ein telepathischer Gorilla, der Central City bedrohte, aber immer nur als Nebendarsteller. Die Serie hatte durchschnittlich 1,5 Millionen Zuschauer in den späteren Staffeln, war aber nie ein HBO-Kaliber.
- Vergleichbare unkonventionelle DC-Serien: Doom Patrol (2019–2023, HBO Max) lief über vier Staffeln mit einem Ensemble aus deformierten Helden, ein Kult-Erfolg, aber keine Quotenhits (ca. 500.000 Zuschauer pro Folge). Harley Quinn (2019–2023) als Animationsserie brachte es auf 1–2 Millionen und lief parallel.
- Der Markt für solche Nischenprojekte ist begrenzt. HBO setzt auf „eventisierte“ Serien, die Diskussionen auslösen, Peacemaker etwa sorgte mit seinem Soundtrack („Do Ya Wanna Taste It?“ von Wig Wam) für Memes und steigerte das Interesse an DC.
- Die Verbindung zwischen Grodd und Olsen ist in den Comics kaum vorhanden. Möglicherweise erfinden die Autoren eine komplett neue Dynamik, etwa als Odd-Couple (der brillante Gorilla vs. der naive Fotograf) mit politischer Satire auf moderne Medien. Oder als Buddy-Action, in der Olsen als Vermittler zwischen Menschen und Gorilla City fungiert.
- Ende 2026 oder 2027 könnte die Serie dann auf HBO laufen. Wer DCs Experimente mag, wird diese Show auf dem Radar haben.
Branchenkontext
HBO und DC Studios setzen mit dieser Serie einen weiteren Schritt in Richtung Content-Diversifizierung. Nach dem Flop von The Flash-Kinofilm (2023, ca. 270 Millionen Dollar Einspiel bei 200 Millionen Budget) und dem Erfolg kleinerer Formate wie Peacemaker (erste Staffel streamte laut Nielsen 1,3 Milliarden Minuten in den ersten drei Monaten) ist das Ziel klar: Kino-Blockbuster für die Massen, Serien für Nischen.
- Konkurrenz: Marvel hat mit Loki (2021–2023) und WandaVision (2021) ähnliche Experimente gemacht, aber dort standen bekannte Helden im Fokus. DC wählt mit Grodd/Olsen eine unbekanntere Paarung, das Risiko ist höher, die Überraschung größer.
- Peter Safran und James Gunn haben bisher eine gute Quote: Peacemaker erhielt 94 % auf Rotten Tomatoes, The Suicide Squad 90 %. Der Vertrauensvorschuss für schräge Ideen ist vorhanden.
- Sollte die Serie floppen, wäre das kein Drama, DC Studios plant gleichzeitig Superman (2025), The Batman Part II (2026, Matt Reeves) und Waller (2025). Die Serie ist ein Katalysator für Kreativität, nicht das Rückgrat des Studios.
Kein Fazit, nur ein Fakt
Merkt euch den Namen Peter Safran. Der Mann bringt nicht nur Batman und Superman zurück, sondern auch einen Gorilla mit Gehirnkraft. Das wird wild.
Sollte die Serie grünes Licht für eine zweite Staffel bekommen, wäre es die erste DC-Serie mit einem Gorilla als Hauptfigur, und die erste, in der ein Nebendarsteller aus den 1930er Jahren (Jimmy Olsen) zum Headliner aufsteigt. Das ist ein historischer Schritt, den selbst Marvel noch nicht gewagt hat.