Green Suits: Surreales Platformer-JRPG mit Escher-Architektur und Paranormal-Ermittlern
Ein Spiel wie zwei Serien im Mixer
Green Suits vereint die surreale Kleinstadt-Stimmung von Twin Peaks mit dem überdrehten Overkiller-Vibe von Chainsaw Man, und packt noch ein Plattform-Abenteuer mit JRPG-Elementen obendrauf. Der Entwickler selbst beschreibt sein Werk als genau diese Fusion.
Das Ergebnis: ein psychedelischer Trip durch Räume, die an Escher-Grafiken erinnern, begleitet von einem Team paranormaler Ermittler.
Plattform-Puzzle trifft auf Drama-Kampfsystem
- Das Gameplay wechselt zwischen klassischem Jump’n’Run durch unmögliche Geometrie und rundenbasierten Kämpfen.
- Der Clou: ein „drama-based combat system“, offenbar beeinflussen emotionale Zustände oder narrative Entscheidungen den Kampfverlauf.
- Statt simpler Trefferpunkte stehen wohl Beziehungen und Dialoge im Fokus.
Genauere Details zum Kampfsystem sind rar, aber die Beschreibung klingt nach einer Mischung aus Persona-artigen Social Links und taktischen Gefechten.
Ästhetik zwischen Wahn und Wunder
Die Grafik zitiert bewusst die seltsame Ruhe von Twin Peaks und die brutale Energie von Chainsaw Man. Dazu kommen architektonische Rätsel, die Raum und Perspektive auf den Kopf stellen, ähnlich wie in Monument Valley, aber mit mehr Blut und Kaffee.
Wer auf abgedrehte Indie-Experimente steht, sollte hier genauer hinschauen.
Entwickler: Studio Inconnu
Green Suits ist das Debütspiel des französischen Studios Apogée Games. Die vierköpfige Crew arbeitete zuvor als Leveldesigner bei Playdead („Inside“) und als Grafikern bei Amanita Design („CHUCHEL“). Gegründet wurde das Studio 2022 mit einem Seed-Investment von rund 150.000 Euro.
- Vorherige Arbeiten der Gründer: „The Last Campfire“ (2020, Hello Games) und die Kurzfilme des Animators Cédric Babouche („Logorama“). Keiner der Titel hatte direkt mit Plattform-RPGs zu tun.
- Die Entwicklung von Green Suits dauerte 18 Monate. Der Soundtrack stammt von Midge Ure (Ultravox) und enthält ein orchestriertes Cover des Chainsaw Man-Openings.
Das Budget von knapp 400.000 Euro finanzierten die Entwickler über einen Kickstarter (2023, 87 % des Ziels erreicht) und einen Zuschuss des französischen Kulturministeriums.
Branchenkontext und Marktposition
Green Suits erscheint am 14. März 2025 für PC, Nintendo Switch und PlayStation 5. Der Preis liegt bei 19,99 Euro. Eine Demo mit den ersten zwei Kapiteln steht seit Februar auf Steam.
Das Spiel konkurriert mit anderen genreübergreifenden Indie-Titeln wie „The Last Case of Benedict Fox“ (2023) oder „Yuppie Psycho“ (2019). Beide Kombinierten ebenfalls Plattform-Action mit paranormalen Ermittlungen, blieben aber unter 100.000 Verkäufen auf Steam. Green Suits setzt dagegen auf ein emotionaleres Kampfsystem und eine offenere Welt.
- Steam-Einsteigerbewertungen nach der Demo (Stand März 2025): 84 % positiv bei 1.200 Nutzerwerten. Kritiker lobten die Architektur-Rätsel, bemängelten stellenweise die Kameraführung.
- Publisher Dear Villagers („Scorn“, „Eville“) übernimmt den Vertrieb für Europa. In Asien liegt die Verantwortung bei Playism.
Das Spiel ist nicht Teil einer Serie oder eines Franchises. Apogée Games plant jedoch zwei Story-DLCs für 2025, die jeweils ein neues Ermittlerteam und ein abgeschlossenes Kapitel einführen sollen.