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Halloween: The Game zeigt im Test bisher mehr Witz als Grusel
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Halloween: The Game zeigt im Test bisher mehr Witz als Grusel

Unser Zwischenstand zum asymmetrischen Horror-Spiel rund um Michael Myers, bisher überwiegen Frust und ungenutzte Chancen.

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Dennis Adam
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Nüchterne Eröffnung des Testlaufs

Nach mehreren Runden mit Halloween: The Game bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Die Erwartungen an eine atmosphärische Jagd auf Michael Myers erfüllen sich bislang nicht. Stattdessen dominiert Routine, ein Fehler, den schon viele Genre-Vertreter gemacht haben. Der erste Eindruck lässt sich knapp zusammenfassen: Mehr Trick als Treat, momentan ist der Kelch eher herb als süß.

Die Grundformel des asymmetrischen Horrors

  • Ein Spieler steuert den unaufhaltsamen Killer, drei weitere schlüpfen in die Rolle der Überlebenden.
  • Das Ziel der Überlebenden: bestimmte Aufgaben erfüllen oder einen Ausgang erreichen.
  • Der Killer versucht, sie rechtzeitig zu stoppen, bevor sie fliehen.
  • Diese Mechanik bewährt sich in vielen Titeln, verlangt aber ein exaktes Balancing.

Halloween: The Game bildet da keine Ausnahme. Doch gerade im Balancing krankt der Titel derzeit. Die wenigen Runden, die bisher gespielt wurden, wirken unausgewogen. Die Überlebenden haben häufig die Oberhand, ohne dass dies mit cleverem Verhalten verdient wäre. Zudem fehlen jene unvorhersehbaren Schlüsselmomente, die für Spannung sorgen.

Konkrete Schwächen in der Umsetzung

Die Steuerung reagiert mit spürbarer Verzögerung. Gerade als Killer führt das zu unnötig geplatzten Fängen, die frustrieren. Die Karten bieten wenig Abwechslung und sind optisch zwar stimmig, aber rustikal texturiert. Dazu gesellt sich eine KI, die bei den Überlebenden zwischen lethargisch und seltsam überheblich schwankt.

Audio und Musik zitieren den bekannten Filmscore, wirken jedoch nicht ausreichend integriert. Die ikonischen Piano-Klänge verlieren schnell ihren Schrecken, weil sie in falschen Momenten spielen. So entsteht kaum das erhoffte Gefühl von Beklemmung.

Rückblick: Die Halloween-Filmreihe als schweres Erbe

Die Marke um den maskierten Psychopathen hat über Jahrzehnte hinweg Kinogeschichte geschrieben. John Carpenters Original aus den späten siebziger Jahren etablierte den Slasher als feste Größe. Zahlreiche Fortsetzungen, Neuauflagen und Reboots folgten, mit wechselnder Qualität.

Doch kaum ein Spiel hat dieser Ikone einen würdigen Auftritt beschert. Versuche in früheren Jahren scheiterten häufig an technischen Limits oder uninspiriertem Leveldesign. Halloween: The Game reiht sich bislang nahtlos in diese Riege enttäuschender Adaptionen ein.

  • Die Faszination der Filme beruht auf Urängsten und dem unmenschlichen Killer.
  • Spiele müssen diese Spannung in interaktive Mechaniken übersetzen.
  • Dazu braucht es eine kluge Inszenierung, nicht nur bekannte Symbole.
  • Aktuell fehlt es an genau dieser Übertragung in stimmige Gameplay-Momente.

Vergleich mit etablierten Genre-Größen

Wer sich auf asymmetrische Horrorspiele einlässt, kommt an erfolgreichen Vorbildern kaum vorbei. Diese Werke brillieren nicht durch einzelne Mechaniken, sondern durch ein ausgereiftes Zusammenspiel aus Information, Timing und Mut zur Lücke. Sie bieten den Spielern ständig wechselnde Ziele und eine gewisse Unberechenbarkeit, Eigenschaften, die Halloween: The Game bisher vermissen lässt.

Zeitgenössische Genre-Stars besitzen zudem einen starken Fokus auf die spielerische Asymmetrie. Der Killer mag überlegen wirken, doch die Überlebenden können durch Teamwork und Kartenkenntnis bestehen. In unserem Test ist dieses Gefühl selten spürbar. Die Runden fühlen sich oft wie Einheitsbrei an, ohne taktische Wendungen oder den berühmten Puls auf 180.

Hoffnung durch spätere Patches?

Indie-Studios zeigen regelmäßig, dass ein Spiel erst Monate nach Release richtig rund läuft. Fehlerbehebungen, neue Inhalte und überarbeitete Spielmodi können vieles glätten. Auch Halloween: The Game wäre theoretisch ein Kandidat dafür. Allerdings braucht es Einsicht in die Probleme und den Willen zur Korrektur.

  • Eine neue Balance-Parameter würden die Chancen der Killer erhöhen.
  • Überarbeitete KI-Muster könnten langweilige Wiederholungen vermeiden.
  • Eine zeitlich reduzierte Rundenphase würde für mehr Dichte sorgen.
  • Doch bislang gibt es keine Ankündigung für derartige Änderungen.

Erste Spieler-Communitys zeigen bereits deutliche Unzufriedenheit. Viele wünschen sich eine Rückbesinnung auf die Atmosphäre des Films, anstatt nur dessen Fassade zu nutzen. Wie das Team reagiert, bleibt abzuwarten. Der Ball liegt im Feld der Entwickler.

Zwischenstand ohne Siegesrausch

Unsere Rezension ist noch nicht abgeschlossen. Der momentane Stand erlaubt jedoch keine Kaufempfehlung jenseits hartgesottener Fans. Es braucht noch einige ruhige Abende voller Feinschliff, um dem Urteil „genießbar“ näher zu kommen. Bis dahin gilt: Der Grusel bleibt bisher vor allem eines, Versprechung.

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