Held? Nebenfigur! Diese 15 NPCs stehlen jedem Protagonisten die Show
Nicht die Hauptfigur, sondern die Nebencharaktere machen Spiele unvergesslich. Eine Hommage an 15 nervige, tragische und liebenswerte NPCs.
Von Statisten zu Superstars
NPCs sind das Salz in der Suppe eines guten Videospiels. Sie bevölkern leere Welten, schießen schiefe Sprüche ab und wachsen uns manchmal mehr ans Herz als der eigentliche Held.
Mal nervig, mal tragisch, mal herzallerliebst, die 15 Figuren aus dieser Liste beweisen: Der Sidekick ist oft der wahre Star.
Die Auswahl spannt einen Bogen von Ocarina of Time (1998) bis Skyrim (2011). Alle genannten Titel verkauften sich millionenfach: Final Fantasy VII über 13 Millionen, Skyrim über 30 Millionen, Halo mehr als 80 Millionen Einheiten über die Serie hinweg. Hinter den Figuren stehen Studios mit teils jahrzehntelanger Erfahrung, Nintendo EAD, Square, BioWare, Valve oder Bethesda.
Nervensägen mit Kultstatus
Manche NPCs sind so anstrengend, dass man den Controller gegen die Wand werfen will. Und genau deshalb lieben wir sie.
- Navi (The Legend of Zelda: Ocarina of Time): „Hey! Listen!“, unvergesslicher Ohrwurm, nervtötender Begleiter.
- Otacon (Metal Gear Solid): Tränt ständig rum, labert von Anime, und rettet einem trotzdem den Hintern.
- Claptrap (Borderlands): Quitscht, stolpert, hält Vorträge. Der Roboter, den man hasst und doch nicht missen mag.
Nintendo EAD brachte 1998 mit Ocarina of Time den ersten 3D-Zelda-Titel heraus, er gilt bis heute als einer der einflussreichsten Spiele aller Zeiten. Kojima Productions (damals Konami) definierte mit Metal Gear Solid (1998) das Stealth-Genre und setzte neue Standards für filmische Erzählung. Gearbox Software, zuvor bekannt für die Brothers in Arms-Reihe, überraschte 2009 mit dem cel-shading-Look von Borderlands und erfand den Looter-Shooter mit.
Tragische Schicksale
Diese Figuren reißen einem das Herz raus. Ihre Geschichten bleiben länger hängen als jeder Endboss-Kampf.
- Aerith Gainsborough (Final Fantasy VII): Blumenverkäuferin, Heilerin, tragisches Opfer. Ihr Tod ist Meilenstein der Spielegeschichte.
- Zack Fair (Crisis Core: Final Fantasy VII): Der echte Held, der nie im Rampenlicht stand. Sein Schicksal macht „FFVII“ erst komplett.
- Dom Santiago (Gears of War 2): Die Suche nach seiner Frau Maria endet in einem Albtraum. Sein finaler Opfergang ist Gänsehaut pur.
- The Boss (Metal Gear Solid 3: Snake Eater): Verraten, getötet vom eigenen Schüler. Sie stirbt für eine Lüge, und definiert den Begriff „tragischer Antagonist“ neu.
Square (heute Square Enix) veröffentlichte Final Fantasy VII 1997 auf der PlayStation; Aeriths Tod wurde weltweit zum kulturellen Referenzpunkt. Das Prequel Crisis Core: Final Fantasy VII (2007) für die PSP verkaufte rund 3 Millionen Einheiten und schloss die Lücke zu Zack Fairs Geschichte. Epic Games lieferte mit Gears of War 2 (2008) den emotionalsten Teil der Trilogie, Dom Santiagos Opfergang wird von Fans bis heute kontrovers diskutiert. Metal Gear Solid 3 (2004) gilt als Höhepunkt der Reihe: Kojima inszenierte den Kalten Krieg als Tragödie über Loyalität und Verrat, die The Boss zur tragischsten Figur der Serie macht.
Liebenswerte Sidekicks
Sie machen Spiele heller, witziger und einfach schöner. Ohne sie wäre die Reise nur halb so wild.
- GLaDOS (Portal): Sarkastische KI, die einen mit Kuchen ködert und dabei durchdreht. Bösartig, aber unwiderstehlich charmant.
- Dogmeat (Fallout-Reihe): Der treueste Begleiter der Wasteland. Apportiert Munition, zerfleischt Supermutanten, und wedelt mit dem Schwanz.
- Cortana (Halo): Blaue Hologramm-Dame, die Master Chief aus der Patsche hilft. Clever, witzig, manchmal traurig, das Herz der Serie.
- Minsc und Boo (Baldur’s Gate): Ein wahnsinniger Barbar mit einem Hamster im Gepäck. „Go for the eyes, Boo!“, legendär.
- Lydia (The Elder Scrolls V: Skyrim): Die Hauskäferin, die jeder kennt. „Ich schwöre, dir zu dienen“, bis sie in der Falltür steckt.
Valve entwickelte Portal (2007) als Teil der The Orange Box, GLaDOS, gesprochen von Ellen McLain, gewann Auszeichnungen für das beste Voice Acting. Dogmeat debütierte in Fallout 3 (2008) von Bethesda Game Studios, das erste 3D-Rollenspiel der Reihe nach dem Kauf der Lizenz von Interplay. Bungie erschuf Halo: Combat Evolved (2001) für die Xbox; Cortana wurde zur populärsten virtuellen Assistentin der Spielgeschichte, lange vor Siri. BioWare veröffentlichte Baldur's Gate (1998) auf Basis von D&D, Minsc und Boo sind bis heute das Symbol für die Liebe zum Detail in CRPGs. Skyrim (2011) verkaufte sich über 30 Millionen Mal; Lydia ist die bekannteste Hauskäferin der Spielewelt, nicht zuletzt wegen unzähliger Memes über ihre Neigung, in Falltüren zu stecken.
Fazit ohne Floskel
Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Von CJ’s Kumpel Ryder in GTA: San Andreas bis zu Ellies Begleiter Joel in The Last of Us, NPCs prägen unsere Erinnerungen mehr als jeder auserwählte Held.
Das Schöne: Während Hauptcharaktere oft schwülstige Monologe halten, sagen NPCs in einem Satz mehr aus als ganze Cutscenes.