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Hellraiser: Revival im Hands-on: Saber Interactive quält Spieler mit Lust an der Unbehaglichkeit
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Hellraiser: Revival im Hands-on: Saber Interactive quält Spieler mit Lust an der Unbehaglichkeit

Unser Gamescom-Bericht zu Hellraiser: Revival: Saber Interactive liefert ein blutiges First-Person-Horror-Erlebnis mit neuer Puzzle-Box und kompromissloser Atmosphäre.

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Tommes Parzl
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Ein Höllenbesuch mit Handicap

Hellraiser: Revival wirft Spieler direkt in Clive Barkers Kult-Franchise, und zwar ohne Netz und doppelten Boden. Wir konnten das Spiel auf der Gamescom 2026 selbst spielen und wurden von einer Atmosphäre empfangen, die von der ersten Sekunde an auf die Magengrube zielt. Der Titel ist ein First-Person-Action-Horror von Saber Interactive, bekannt durch World War Z und die SnowRunner-Reihe, und erscheint bereits am 8. Oktober für PC, Xbox Series X, PlayStation 5 und Switch 2, also pünktlich zu Halloween.

Die Prämisse ist klassisch: Protagonist Aidan Lynch besitzt eine der ikonischen Puzzle-Boxen, öffnet versehentlich ein Tor zur Hölle, und seine Freundin wird von den Cenobiten entführt. Also schließt er einen Pakt mit dem berüchtigten Pinhead, um sie zu retten. Ein Deal, der natürlich garantiert nicht gut ausgehen wird, aber genau das macht den Reiz aus.

Gameplay: Resident Evil trifft auf Halb-Life-Gravitationskanone

  • Die Steuerung erinnert an klassische Resident Evil-Titel: verschlossene Türen, zahlreiche Rätsel, überall lauern Feinde.
  • Munition ist knapp, Nahkampfwaffen gibt es häufiger, aber die Gegner sind zäh und treffen hart.
  • Die Bedrohungen sind keine Cenobiten direkt, sondern gemarterte Seelen und menschliche Fanatiker, die der Cult of the Scarlet Church genannt werden.
  • Die Kampfmechanik ist Standard, aber die Gewalt wirkt brutal und druckvoll, der Ausweich-Button ist dein bester Freund.

Der größte Trumpf im Ärmel von Aidan ist jedoch die neue Genesis Configuration, eine komplett neu erdachte Puzzle-Box, die nicht nur Cenobiten herbeirufen kann, sondern auch als Waffe und Welt-Manipulationswerkzeug dient. Im Demo-Abschnitt konnten wir Sägeblätter anziehen und in Feinde schleudern, ähnlich der Gravitationskanone aus Half-Life 2. Der Entwickler deutete an, dass weitere Verwendungsmöglichkeiten im Spielverlauf freigeschaltet werden.

Die Qual der Rätsel: Eine willkommene, klaustrophobische Pause

Unser Lieblingsmoment war ein Rätselraum, in dem wir mit der Genesis Configuration Teile eines Tunnels rotieren mussten, um eine Plattform zu bilden. Dieser Abschnitt verzichtete komplett auf Kampf, was der Entwickler als bewusste Abwechslung beschrieb, aber die Anspannung blieb trotzdem allgegenwärtig. Man wartet permanent darauf, dass etwas aus dem nächsten Schatten springt.

Mindestens zwei Stunden der Spielzeit spielen in der eigentlichen Hölle, dem Labyrinth. Hier gibt es keinen Kampf, die Genesis Configuration dient als Story-Schlüssel und Werkzeug zur Manipulation der Umgebung. Diese Passagen sind lang, bedrückend und zeigen, dass Saber Interactive versteht, dass Horror nicht nur aus Schockmomenten, sondern aus anhaltender Bedrohung entsteht.

Atmosphäre: Kein Kompromiss bei Gore, selbst fürs Rating

Revival zeigt keine Zurückhaltung: Gliedmaßen werden abgetrennt, Folter ist allgegenwärtig, und selbst in ruhigen Momenten erinnert das Szenenbild daran, dass die Hölle nur einen Wimpernschlag entfernt ist. Man wird häufig in enge Räume und schmale Flure gezwungen, was sofortige Panik auslöst. Ein Abschnitt mit einem endlos wirkenden, sich verändernden Gang erinnerte uns an Hideo Kojimas PT, die berüchtigte Silent-Hills-Demo.

Narrative Director Anthony de Fault sagte dazu: „Wir wussten, wie enttäuscht die Hellraiser-Fans wären, wenn wir Kompromisse eingingen, also war das nie wirklich eine Option.“ Das ist keine Marketing-Floskel, nach dem Hands-on können wir das bestätigen. Die Entwickler haben klare Prioritäten gesetzt, und das merkt man.

Studio-Historie: Mut zum unangenehmen Nervenkitzel

Saber Interactive hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht mit actiongeladenen, teils unkonventionellen Projekten. Von World War Z über Evil Dead: The Game bis hin zu den nichtspezialisierten Fahrzeug-Simulationen der SnowRunner-Reihe, das Studio scheut weder Blut noch Matsch. Die Erfahrung mit lizenzierten Horror-Marken ist klar spürbar, und Hellraiser: Revival wirkt wie die logische Konsequenz ihres Handelns.

Interessant ist, dass die Geschichte laut Entwickler kanonisch zur Hellraiser-Lore ist. Das dürfte Fans der Reihe besonders freuen, denn es gibt einen echten Grund, die Handlung zu verfolgen, ohne dass sie wie ein aufgesetztes Fan-Fiction-Projekt wirkt.

Branchenkontext: Zwischen Ausnahmeerscheinung und Nische

  • Der Horror-Markt ist stark von Indie-Titeln und Remakes geprägt, aber klassische Lizenz-Horror mit hohem Budget sind selten.
  • Hellraiser: Revival besetzt eine Nische, die sonst von Silent Hill 2 Remake oder Alan Wake 2 gefüllt wird, wobei der Ton hier noch düsterer und grenzüberschreitender ist.
  • Die Entscheidung, auf ein modernes Cover-Shooter-Gefühl zu verzichten und stattdessen auf Panik und Ressourcenknappheit zu setzen, erinnert an Resident Evil 7.
  • Die Unterstützung von Switch 2 zeigt, dass Saber den Titel auch für Hybrid-Konsolen angepasst hat, was technisch mutig ist.

Was uns in Erinnerung bleibt

Unser Durchlauf war nur ein kleiner Ausschnitt, aber er hat bereits eindrucksvoll gezeigt, dass Hellraiser: Revival nicht nur für Fans der Vorlage funktioniert. Die Kombination aus widerlicher Gewalt, cleveren Rätseln und einer permanenten, klaustrophobischen Anspannung schafft ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst. Am beeindruckendsten war für uns, wie konsequent das Spiel den Spieler in unangenehme Situationen zwingt, selbst in Momenten ohne direkte Bedrohung. Das ist Horror, der unter die Haut geht, und dafür braucht es keine billigen Jumpscares, sondern viel Liebe zum Detail und ein klares Bekenntnis zur Härte. Am 8. Oktober werden wir uns die nächste Nacht im Labyrinth sehr gerne antun.

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