Mittelerde wird teurer: Neue Preise für treue Abenteurer
Das 2007 gestartete MMORPG Herr der Ringe Online (LOTRO) verlangt ab Juli 2026 mehr Geld für seine VIP-Mitgliedschaft. Laut einem Bericht von PCGames betrifft die Preiserhöhung vor allem Abos mit längerer Laufzeit.
Während das monatliche Abo vermutlich unverändert bleibt, sollen die Kosten für drei, sechs oder zwölf Monate steigen. Konkrete Zahlen nennt der Bericht nicht, aber die Richtung ist klar.
Welche Abos sind betroffen?
- Monatsabo: Bleibt stabil (Preis noch nicht genannt)
- 3-Monats-Abo: Wird teurer
- 6-Monats-Abo: Ebenfalls mit Aufschlag
- 12-Monats-Abo: Der größte Preissprung
Die genauen neuen Preise wird der Betreiber Standing Stone Games vermutlich kurz vor dem Stichtag bekannt geben. Bisher zahlten Spieler für die längste Laufzeit rund 99,99 Euro pro Jahr, ein beliebtes Paket unter Vielspielern.
Warum die Erhöhung? Spekulationen und Fakten
Offizielle Gründe gibt es bislang nicht. Üblich sind gestiegene Serverkosten oder Investitionen in neue Inhalte. LOTRO hat in den letzten Jahren regelmäßig Updates erhalten, darunter die Erweiterung "Corsairs of Umbar".
Gleichzeitig ist der MMO-Markt umkämpft. Mit Titeln wie World of Warcraft oder Final Fantasy XIV ziehen die Preise generell an. Die Erhöhung bei LOTRO liegt im Trend der Branche.
Was bedeutet das für Spieler?
- Neueinsteiger müssen mit höheren Einstiegskosten rechnen, wenn sie sich langfristig binden.
- Veteranen, die ohnehin monatlich zahlen, sind nicht betroffen.
- VIP-Spieler mit laufenden 12-Monats-Abos sollten vor Juli 2026 verlängern, um vom alten Preis zu profitieren.
Der Wechsel zu einer günstigeren Laufzeit ist jederzeit möglich. Allerdings verlieren längere Abos ihren bisherigen Preisvorteil.
Ein Stück MMO-Geschichte wird teurer
LOTRO gehört zu den langlebigsten Vertretern seines Genres. Seit 17 Jahren erkunden Spieler Mittelerde, kämpfen gegen Saurons Schergen und schließen sich in Gefährten zusammen.
Die Preiserhöhung ist ein Indiz dafür, dass der Betrieb auch nach fast zwei Dekaden nicht billiger wird. Wer treu bleibt, kann zumindest das monatliche Abo noch zum alten Tarif genießen.
Entwicklerhistorie: Von Turbine zu Standing Stone Games
Standing Stone Games übernahm 2016 die Entwicklung von LOTRO und Dungeons & Dragons Online (DDO) vom Studio Turbine. Turbine war zuvor für das 3D-MMO Asheron‘s Call (1999) bekannt, das elf Jahre lief, sowie für Asheron‘s Call 2 (2002), das 2005 eingestellt wurde.
Die Gründer von Standing Stone Games sind ehemalige Turbine-Mitarbeiter, die nach der Übernahme durch Warner Bros. (2010) und späterer Umstrukturierung das neue Studio in Boston gründeten. Seitdem betreibt das Team LOTRO und DDO parallel, mit einem kleinen Kern von Entwicklern.
LOTROs Erweiterungen und Meilensteine
Das Spiel startete 2007 mit neun Startgebieten und einem Level-Cap von 50. Die erste Erweiterung Mines of Moria (2008) führte die Runenbewahrer-Klasse ein und hob das Cap auf 60. Insgesamt erschienen zehn Erweiterungen, darunter Riders of Rohan (2012) mit Reitsystem oder Mordor (2017) mit Level-Cap 115.
Die jüngste Erweiterung Corsairs of Umbar (November 2023) brachte ein neues Gebiet im Süden Mittelerdes und eine Klassenüberarbeitung. Zwischen den großen Paketen veröffentlichte Standing Stone Games regelmäßige Story-Updates, die kostenlos für VIP-Spieler sind.
Preise im Vergleich zum MMO-Markt
LOTROs Jahresabo lag bei 99,99 Euro (umgerechnet 8,33 Euro pro Monat), günstiger als die Monatsabos der Konkurrenz. Zum Vergleich: World of Warcraft verlangt 12,99 Euro monatlich (kein Rabatt bei Jahresabo), Final Fantasy XIV 12,99 Euro für das Standard-Abo.
Branchenweit gab es Anpassungen: WoW erhöhte sein 12-Monats-Paket 2020 von 155,88 auf 179,88 Euro. The Elder Scrolls Online hob 2023 den ESO-Plus-Preis von 11,99 auf 14,99 Euro monatlich an. LOTROs Schritt folgt diesem Muster, bleibt aber selbst nach der Erhöhung vermutlich unter dem Niveau der genannten Titel.